Entwürfe für Parkhaus am Bahnhof in Paderborn vorgestellt
Kunst soll 160-Meter-Fassade zieren

Paderborn (WB). Es soll ein besonderes Gebäude an einer der wichtigsten Einfahrtsstraßen in die Innenstadt werden: das neue Parkhaus am Bahnhof. Die Verwaltung kalkuliert mit mindestens neun Millionen Euro Kosten. Bis zu 500 Stellplätze sind in dem etwa 19 Meter hohen Gebäude vorgesehen, 300 davon für Dauerparker. Am Mittwochabend wurden erste konkrete Entwürfe für das fünfgeschossige Parkhaus im Betriebsausschuss vorgestellt.

Freitag, 05.06.2020, 08:56 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 09:08 Uhr
Einer der Entwürfe: Edelstahlplättchen sollen durch Luftzirkulation bewegt werden. Sie sollen die Pader symbolisieren.

Einer der wichtigsten Planungsaspekte ist die Gestaltung der Fassade, schließlich ist das Gebäude, das westlich des Bahnhofs entstehen soll, 120 Meter lang. Hinzu kommen zwei jeweils gut 20 Meter lange sogenannte Spindeln, die rechts und links vom Parkhaus gebaut werden sollen und die Autos in die erste Etage nach oben beziehungsweise von dort nach unten zurück auf die Bahnhofsstraße führen sollen. Somit ergibt sich eine Gesamtlänge von 160 Meter.

Entwurf nimmt Themen Wasser und Pader auf

Drei Gestaltungsvarianten sind in der engeren Auswahl. Großen Anklang fand bei den Ausschussmitgliedern ein Entwurf, an dem auch die Paderborner Glasmalerei Peters mitwirkt. Dieser mit Pailletten gestaltete Entwurf soll die Themen Wasser und Pader aufnehmen. Edelstahlplättchen würden durch Luftzirkulation bewegt und sollen die Pader symbolisieren. Auch eine Gestaltung mit festen Plättchen, die sich nicht bewegen, sei denkbar. So eine Fassadengestaltung gibt es bislang nach Angaben der Stadt in Europa noch nicht. Beim zweiten Entwurf mit dem englischen Titel „Wave“ (Deutsch=Welle) sollen ebenfalls die Themen Wasser und Pader aufgenommen werden. Verdrehte Aluminium-Lamellen sollen eine eingefrorene Wellenbewegung darstellen. So etwas hat die Firma Goldbeck zum Beispiel bei ihrem betriebseigenen Parkhaus in Bielefeld realisiert. Ein weiterer Entwurf mit dem Titel „Curtain“ (Deutsch=Vorhang) ist durch Stahlbetonfertigteile geprägt, an denen Metallbleche installiert werden, die einen Vorhang symbolisieren.

Auch der neu gegründete Kulturbeirat, der Ende Mai erstmals getagt hat, begrüßt nach Angaben der Stadt eine künstlerische Gestaltung. Der Beirat habe aber unter anderem darauf hingewiesen, dass keine Angsträume entstehen dürften und eine großzügige Beleuchtung erforderlich sei, berichtete die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke im Ausschuss. In diesem Zusammenhang habe der Beirat kritisiert, dass der Geh- und Radweg unmittelbar an das Parkhaus anschließen soll.

Fassade soll begrünt werden

Auf der Rückseite des Gebäudes zum Bahnhof (Südseite) hin könnte die Fassade mit Photovoltaik­elementen gestaltet werden. Zudem soll die Fassade begrünt werden. Es sind zwei Treppenhäuser geplant, allerdings nur eines mit Aufzug, was im Ausschuss, der das Thema nur beriet und noch nichts beschloss, zu einer Diskussion führte. Geplant sind darüber hinaus Lademöglichkeiten für E-Scooter und E-Roller, Plätze für Carsharing-Autos und Motorräder sowie eine Autovermietung und bis zu 100 E-Ladepunkte für E-Autos. Das Gebäude soll ein Mobilitätshaus werden, ein Ort also für den Übergang von Autos auf Bus, Bahn, Rad und E-Scooter.

Im Erdgeschoss ist ein Bus-Terminal für Fern- und Reisebusse geplant. Derzeit sind fünf Abfertigungs- sowie sechs bis acht Wartebereiche vorgesehen. Der derzeitige Buswartebereich an der Bahnhofstraße soll mit dem Parkhaus überbaut werden. Weil das Terminal eine größere Höhe benötigt als eine normale Etage, ist der Bau der Spindeln notwendig. Die einzelnen Etagen im vorderen und hinteren Bereich sollen über eine halbe Ebene versetzt und mit Rampen verbunden werden.

2,50 Meter breite Parkplätze geplant

ASP-Betriebsleiter Reinhard Nolte unterstrich, dass die Planung „nicht auf der grünen Wiese“ gemacht werden könne. Das Gebäude sei relativ schmal, was dazu führe, dass die Parkplätze im hinteren Bereich schräg angeordnet werden sollen. Die Breite der Parkplätze ist derzeit mit 2,50 Meter geplant, was mehrere Ausschussmitglieder kritisierten. Um ein einfacheres Ein- und Aussteigen zu ermöglichen, soll nun auf Antrag der FDP geprüft werden, wie sich eine größere Breite auf die Zahl der Stellplätze auswirkt. Gesetzlich vorgeschrieben sind 2,45 Meter. Auch eine optische Anzeige für jeden Stellplatz (frei/besetzt) wurde diskutiert, was die Kosten allerdings in die Höhe treiben würde. Geprüft werden soll auch der Bau eines Flachdachs mit Begrünung und Photovoltaikelementen.

Bauarbeiten könnten Anfang 2021 beginnen

Nolte erinnerte an die laufenden Kosten und die Einnahmen, die das Parkhaus erbringen soll: „Die Wirtschaftlichkeit hängt von der Zahl der Stellplätze ab.“ Bei 500 Stellplätzen entstünden Kosten von 18.000 Euro pro Platz, bei 400 Kosten von jeweils 22.500 Euro. Wird die Planung noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht, könnten die Bauarbeiten Anfang 2021 beginnen. Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit von etwa zehn Monaten.

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