Jury kürt Sieger des Architekten-Wettbewerbs zum Dempsey-Areal in Paderborn
„Lebensquartier“ statt Kaserne

Paderborn (WB).Die Dempsey-Kaserne soll zu einem neuen, attraktiven Lebensquartier werden, das Wohnen und Arbeiten verbindet. Auf dem ehemaligen Kasernengelände sollen rund 300 Wohneinheiten, Gewerbe und eine viergruppige Kita entstehen, das idyllisch mitten im Grünen liegt. Einstimmig hat sich die Wettbewerbsjury für den entsprechenenden Entwurf des Architektenbüros Tobe.Stadt aus Frankfurt am Main entschieden.

Donnerstag, 04.06.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 10:46 Uhr
So sieht er aus, der Siegerentwurf zur Entwicklung der Dempsey-Kaserne: Bürgermeister Michael Dreier gratuliert den Siegern des Planungswettbewerbs, Torsten Becker vom Büro Tobe.Stadt und Stefan Bitter vom Büro AO Landschaftarchitekten. Foto: Jörn Hannemann

Zusammen mit den AO Landschaftsarchitekten aus Mainz hat das Team um Torsten Becker laut Jury den Entwurf mit dem größten Potential für die Neukonzeptionierung entwickelt. Vier Wochen hat das sechsköpfige Team am Projekt gearbeitet.

Während an der fast gleich großen Alanbrooke-Kaserne die Tiefbau-, Abriss- und Erschließungsplan gut voran schreiten – dort entstehen 800 neue Wohneinheiten – sollen nun auch die Weichen für die Zukunft der zweiten Paderborner Kaserne gestellt werden: die Dempsey-Kaserne im Norden von Schloß Neuhaus, vier Kilometer von Paderborns City entfernt.

Jury konnte aus zehn Beiträgen wählen

Zwischen zehn Wettbewerbsbeiträgen musste sich die Jury entscheiden. Der erste Preis des städtebaulichen Wettbewerbs für das Kasernengelände ist mit 35.000 Euro Preisgeld dotiert. Neben Fachleuten gehörten der Jury bewusst auch zwei Bürger aus Schloß Neuhaus als „Stimme der Anwohner“ an. „Das Ziel lautete, eine Gratwanderung zu bewältigen zwischen Erhalt der Charakteristika des Kasernengeländes und der Notwendigkeit, das neu gewonnene Gelände mit der Umgebung zu verzahnen“, erläutert Juryvorsitzender Prof. Kunibert Wachten, Architekt und Stadtplaner aus Dortmund. Der Siegerentwurf sieht zwei neue Teilbereiche aus Wohnen und kleinteiligem Gewerbe vor, die durch eine zentrale Grünachse verbunden werden. 300 neue Wohneinheiten sind vorgesehen.

Der Quartiersplatz, den hier Juryvorsitzender Kunibert Wachten zeigt, soll aufgrund seiner zentralen Lage ein Treffpunkt unter Nachbarn werden. Dort soll auch eine Kita angrenzen.

Der Quartiersplatz, den hier Juryvorsitzender Kunibert Wachten zeigt, soll aufgrund seiner zentralen Lage ein Treffpunkt unter Nachbarn werden. Dort soll auch eine Kita angrenzen. Foto: Jörn Hannemann

„Diese sind so angelegt, dass ein möglichst breites Spektrum an unterschiedlichen Wohnformen an diesem Standort möglich ist“, so der Jury-Vorsitzende. Dazu werden Mannschaftsgebäude und weitere Bestandsgebäude der ehemaligen Kasernenfläche einbezogen. Neu entstehen werden Kita, Spielplätze, kleinere Plätze und Grünanlagen. Das alles sei bei dem Siegerentwurf „hervorragend“ gelungen. Beeindruckt habe die Jury die geplanten Grünzüge, die einerseits Wohngebiete verbinden, aber auch die Nutzungen, („Gewerbe im Westen und Wohnen im Osten“), gliedern würden. Erhalten wird auch ein langes historisches Gebäude, die alte Reiterhalle, die als die „Manufaktur“ ein Stück Erinnerung bieten soll und zudem ein Ort für Handwerk und Ideen-Schmiede werden könnte. „Sie ist eine Klammer zwischen Arbeiten und Wohnen, das sich in Zukunft mehr und mehr vermischen wird“, so Wachten. Ein im Süden angelegter Quartierplatz soll zum Ort für nachbarschaftlichen Austausch werden. Auch eine viergruppige Kita soll dort angrenzen. Vorgesehen ist im Vorentwurf zudem eine Quartiersgarage mit mehr als 150 Stellplätzen.

Gute Symbiose zu der bestehenden Bebauung.

Michael Dreier

„Mit dem Siegerentwurf haben wir jetzt eine hervorragende Grundlage für die Entwicklung des Dempsey-Areals. In diesem Quartier wohnt man nicht nur, es wird kein reiner Schlafort, sondern ein echtes Lebensquartier“, sagt Bürgermeister Michael Dreier. „Wichtig war uns die gute Symbiose zu der bestehenden Bebauung.“

Der Entwurf müsse nun noch einmal überarbeitet werden und dient dann als Grundlage für den Rahmenplan für die Wertermittlung, zu dem die Stadt das Gelände von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) erwerben könnte. Das wird für Ende 2021 erwartet. Ob die Stadt kauft, entscheidet der Rat.

Alle Wettbewerbsbeiträge können wegen Corona vorerst nur Online unter www.paderborner-konversion.de/thema/digitale-ausstellung angesehen werden.

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