Zentrale Haltestelle Westernmauer: Streit um Radfahrer
Drehkreuz nimmt Gestalt an

Paderborn (WB/itz). Die Vorarbeiten laufen schon, jetzt gibt es einen weiteren notwendigen Beschluss für die Realisierung. Am Mittwochabend hat der Bau- und Planungsausschuss der Stadt Paderborn den Bebauungsplan für die Zentrale Omnibushaltestelle Westernmauer (kurz: ZOH) mehrheitlich finalisiert. Trotzdem kamen erneut kritische Töne auf.

Freitag, 29.05.2020, 10:01 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 10:10 Uhr
In Vorbereitung auf die Zentrale Omnibushaltestelle (ZOH) zwischen Friedrichstraße und Westernmauer rollen die Bagger. Foto: Jörn Hannemann

Wie berichtet, soll als Ersatz für die Zentralstation unter den Königsplätzen das komplette Fahrgastgeschäft an der Friedrichstraße abgewickelt werden. Das neue Drehkreuz bedient – bis auf die Unilinie – alle Busverbindungen. Der Neubau wird dringend erwartet. Doch die Grünen sehen Fehler im Vorhaben.

Deren Ratsherr Stefan Schwan machte Ungereimtheiten bei der Umfeldplanung aus und unterstellte der Verwaltung, die Verkehrsplanung nicht ausreichend durchdacht zu haben. Insbesondere der Radverkehr sei nicht hinreichend berücksichtigt worden. Das habe auch schon die Polizei in ihrer Stellungnahme kritisiert, fasste Schwan zusammen. „Die ZOH ist wichtig, aber wir sind an einer Stelle falsch abgebogen. Konflikte sind hier vorhersehbar“, meinte er. Und Reinhard Borgmeier (Chef der Linksfraktion) fügte hinzu, dass die ZOH womöglich zu klein dimensioniert sei, wenn man künftig das ÖPNV-Angebot deutlich ausweiten wolle.

Gefahrloser Umstieg

Christoph Quasten (CDU) zeigte sich enttäuscht von der Haltung der Grünen. „Wie am Bahnhof haben wir hier keine grüne Wiese, auf der wir planen können. Die Hauskanten lassen sich nicht wegradieren“, gab Quasten zu bedenken. Mit der neuen ZOH werde die Attraktivität des Busverkehrs in Paderborn deutlich verbessert. Künftig werde an der Westernmauer ein gefahrloser und zügiger Umstieg möglich sein. „Hier wird ein neues Zeitalter eingeläutet“, betonte Quasten, der hervorhob, dass man hier keine Betonwüste schaffe, sondern ein „grünes Dach“ für Busgäste habe.

Dr. Beate Röttger-Liepmann (SPD) ergänzte, dass selbst bei einer Erhöhung der Taktfrequenzen die Haltestelle genügend Kapazitäten bieten werde. „Hier haben wir mit Zuwachs geplant“, sagte sie in Richtung Borgmeier. Die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke stellte klar, dass sich die Verwaltung in der Projektabwicklung befände und die Vorwürfe der Grünen nicht passten.

Mehrheit stimmt für Satzungsbeschluss

„Alles, was wir hier machen, fußt auf politischen Beschlüssen“, erinnerte sie die Fraktionen an den langen Beratungsweg, in dem zahlreiche Optionen geprüft worden seien.

Bei der Abstimmung votierten die Grünen gegen den Satzungsbeschluss, die FDP enthielt sich. Die rest­lichen Mitglieder des Ausschusses stimmten für die weitere Fortsetzung des eingeschlagenen Weges.

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