Kreisgesundheitsamt: Privaten Zusammenkünfte in Gruppen bergen Risiko
Behörde sorgt sich um gestiegene Zahl junger Infizierter

Paderborn (WB). Die Corona-Lage im Kreis Paderborn ist nahezu unverändert. Mit Sorge beobachtet das Kreisgesundheitsamt nach eigenen Angaben allerdings, dass es in den vergangenen Tagen einen leichten Anstieg von positiv getesteten jungen Menschen zu verzeichnen gibt, die sich bei privaten Zusammenkünften in geschlossenen Räumen infiziert haben.

Donnerstag, 28.05.2020, 14:50 Uhr aktualisiert: 28.05.2020, 17:48 Uhr
Symbolbild.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen beträgt weiterhin 643. Auch die Zahl der Todesfälle sei unverändert, teilte das Kreisgesundheitsamt am Donnerstag mit. Insgesamt sind 33 Menschen im Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion verstorben. 549 Menschen – ein Plus von zwei gegenüber dem Vortag – gelten als gesund, haben also eine COVID-19-Infektion überstanden.

Diese Erfolge seien das Ergebnis der Maßnahmen der vergangenen Wochen. Die leitende Amtsärztin des Paderborner Kreisgesundheitsamtes, Dr. Constanze Kuhnert appelliere deshalb an die Menschen des Kreises Paderborn, sich weiter verantwortungsbewusst zu verhalten. „Mit Sorge beobachten wir in den vergangenen Tagen einen leichten Anstieg von positiv getesteten jungen Menschen, die sich bei privaten Zusammenkünften in geschlossenen Räumen infiziert haben“, sagt Kuhnert.

„Auch junge Menschen könnten schwer erkranken“

Zwar seien Treffen in privaten Räumen in NRW nicht ausdrücklich verboten, doch berge ein solches Verhalten ein hohes Risiko, für sich selbst und andere. „Auch wenn wir bei jungen Menschen meist komplikationsarme Verläufe beobachten, heißt das nicht, dass sie unverwundbar sind“, warnt Kuhnert. Auch junge Menschen könnten schwer erkranken. Sorge bereiteten der Amtsärztin auch jene Infizierten, die nur schwache bis gar keine Symptome entwickeln. Dort bestehe ein hohes Risiko, jene unwissentlich anzustecken, die gesundheitlich gefährdet seien.

Viele größere Ausbrüche mit Todesfällen in Krankenhäusern und Altenheimen seien, wie man jetzt wisse, so passiert. Je mehr Menschen sich an die Empfehlungen und Regeln hielten, zum Beispiel Mindestabstand von 1,5 Metern und Maskenpflicht in bestimmten Bereichen sowie eine ausreichende Händehygiene, desto größer sei die Chance, die Ausbreitung des Virus einzugrenzen. „Leichtsinniges Verhalten gefährdet jene Lockerungen, die wir alle dringend brauchen und derzeit genießen“, sagt Kuhnert.

Bad Lippspringe gilt weiterhin als coronafrei

Drei Patienten werden den Angaben zufolge nach wie vor in einem Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt. Aktuell sind 61 Menschen im Kreis Paderborn mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. Als einzige Kommune gilt derzeit Bad Lippspringe als coronafrei. Dort ist also aktuell niemand infiziert.

Das Corona-Geschehen im Kreis Paderborn, aufgeschlüsselt nach Orten, stellt sich wie folgt dar. Hier die sogenannten aktiven Fälle, also die Zahl jener Menschen, die aktuell mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert sind, aufgeschlüsselt nach Orten (Die Zahl erhält man, wenn man von der aufsummierten Gesamtzahl der Infizierten die Zahl der Genesenen und die Todesfälle abzieht):

Altenbeken: 23

Bad Lippspringe: 0

Bad Wünnenberg: 2

Borchen: 1

Büren: 1

Delbrück: 7

Hövelhof: 3

Lichtenau: 1

Paderborn: 22

Salzkotten: 1

Die Zahl der Neuinfektionen muss klein genug sein, damit Kontaktpersonen noch nachverfolgt und Infektionsketten durch die Gesundheitsämter vor Ort unterbrochen werden können. Auch Intensivbetten müssen ausreichend vorhanden sein. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage soll ein Notfallmechanismus greifen. Dann müssten Lockerungen wieder zurückgenommen werden, um eine weitere Ausbreitung des Corona-Pandemiegeschehens einzudämmen.

Für den Kreis Paderborn mit seinen 306.890 Einwohnern ist der Grenzwert von 50 bei einer Zahl von 154 Neuinfizierungen innerhalb einer Woche erreicht. In den letzten sieben Tagen wurden 20 Neuinfektionen bestätigt. Das entspricht einem aktuellen Inzidenzwert von 6,5 (Vortag 7,5).

Einen Überblick über das aktuelle Corona-Geschehen erhalten Sie hier.

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