Premiere: Greifvögel haben Nachwuchs im Paderborner Dom
Erstes Küken bei Wanderfalken geschlüpft

Paderborn (WB). Tagelang haben viele Vogelfreunde mitgezittert und auf das freudige Ereignis gewartet. Am Montag dann die erlösende Botschaft: „Hurra, wir sind Eltern!“ Zum ersten Mal hat ein Wanderfalken-Paar im Paderborner Dom Nachwuchs bekommen. Und das vor der Kamera: Eine Livecam ist direkt ins Nest der Greifvögel und auf die ursprünglich drei Eier gerichtet.

Dienstag, 12.05.2020, 10:55 Uhr aktualisiert: 12.05.2020, 11:00 Uhr
Blick in die Bruthöhle: Mama und Papa Wanderfalke füttern das Junge (vorn). Foto: Screenshot

Hobby-Ornithologe Thomas Benkel vom Naturwissenschaftlichen Verein bestätigt: „Heute morgen habe ich im Nest einen flauschigen weißen Po und Eierschalen gesehen. Das Junge ist etwas kleiner als ein frisch geborenes Gänseküken mit Dunen drumherum. Es wäre toll, wenn noch ein weiteres dazu käme. Am Ende ist das aber egal. ‚Hauptsache gesund!‘ Und das wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen.“

Seit dem 7. April teilen sich der Wanderfalken-Papa und die Mama die Brutarbeit. Viele Bürger, die immer wieder bei den Falken ins Nest geschaut haben, hätten sich Sorgen gemacht, dass das Männchen sich nicht genug kümmere. Das sei aber nicht der Fall. Der Terzel habe sich vorbildlich engagiert und das Weibchen beim Sonnenaufgang abgelöst, berichtet Benkel. Der nächste Wechsel sei dann mittags gewesen, der wiederum nächste Wechsel war gegen Abend.

Am Montag gab es dann um 16.30 Uhr spannende Szenen zu sehen: Mama-Falke gab zum ersten Mal den Blick frei auf das Junge. Sie stand auf und vertrat sich die „Füße“, reckte und streckte sich. Kurz darauf kam Papa-Wanderfalke mit Beute angeflogen. Gierig reckte das Küken den Schnabel hoch und wurde von den Eltern mit Fleischfetzen gefüttert. Kurz darauf verschwand das Kleine wieder unter dem Federkleid eines Elterntieres.

Nach Angaben von Thomas kümmere sich die Falkenmutter erstmal überwiegend allein um das Küken. Benkel: „Bis Ende Juli müssen wir weiter Geduld haben, bis der Nachwuchs flügge wird.“ Es zähle nur eins: „Hauptsache gesund!“ Und: Es lauerten noch viele Gefahren.

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