Pader-Futter-Napf nach acht Wochen Zwangspause wieder geöffnet
320 Tiere werden versorgt

Paderborn (WB). Das Geld sitzt bei ihm selbst in normalen Zeiten nicht locker. Die Corona-Krise macht  Peter M. (Name geändert) zusätzlich zu schaffen. Was wird aus Hündin Fienchen? Für sie würde er auf ziemlich alles verzichten. „Bevor Fienchen nichts zu essen bekommt, hungere ich lieber selbst“, sagt er. Zum Glück hat seit dem Wochenende die Paderborner Tiertafel wieder regulär geöffnet.

Dienstag, 12.05.2020, 06:00 Uhr
Die Ausgabestelle der Paderborner Tierhilfe hat seit Samstag wieder regulär geöffnet. Karin Grieser (Mitte) und Ines Hucht (rechts) begrüßen die Kunden. Etwa 180 Menschen mit 320 Tieren zählen derzeit zum Kundenstamm. Foto: Klaus Karenfeld

Es ist Samstagmorgen, kurz vor 10 Uhr. In wenigen Minuten wird der Verein Pader-Futter-Napf seine Ausgabestelle in der Alten Torgasse 10 wieder öffnen – nach acht Wochen „Corona-Zwangspause“. Eine kleine Warteschlange hat sich bereits gebildet, als Vereinskassiererin Karin Grieser die Eingangstür aufschließt. Geduldig wartet jeder Einzelne, bis er an der Reihe ist. Die Mundschutz- und Abstandsregeln werden ausnahmslos eingehalten.

Komplett geschlossen war der Pader-Futter-Napf in den vergangenen zwei Monaten nicht. „Unser Vorsitzender Olaf Scott hat in dieser Zeit eine Notausgabe für besonders betroffene Tierbesitzer organisiert“, weiß Grieser zu berichten. Ganz zur Routine zurückkehren kann die Paderborner Tierhilfe aber auch jetzt noch nicht. Mitarbeiter und Kunden sind durch zwei großflächige Scheiben vonein­ander getrennt. Der Zutritt ist auf jeweils eine Person begrenzt.

180 Kunden hat die Tiertafel

Genau 320 Tiere werden inzwischen von der Alten Torgasse aus mit Futter versorgt. Im Einzelnen sind das 95 Hunde, 200 Katzen, 20 Nager, drei Wellensittiche und Kanarienvögel sowie zwei Wasserschildkröten. Kontinuierlich vergrößert hat sich seit der Vereinsgründung 2016 auch der Kundenstamm. Grieser gibt die Zahl mit zurzeit insgesamt 180 an.

Jeden zweiten Samstag im Monat, jeweils von 10 bis 14 Uhr, ist die Paderborner Ausgabestelle geöffnet. Neben Nass- und Trockenfutter wird auch Spielzeug für Tiere oder Gebrauchsgegenstände wie Leinen, Körbe und mehr an die  Bedürftigen ausgeteilt. Und das alles gegen einen geringen Obolus.

Die Tiertafel  ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein, der sich ausschließlich aus Geld- und Sachspenden finanziert. Über das Kreisgebiet verteilt verfügt der Pader-Futter-Napf  zusätzlich über verschiedene Sammelstellen, an denen jeder Futterspenden abgeben kann. „Aber bitte nur verschlossene Tiernahrung. Offenes Trockenfutter können wir leider nicht annehmen“, stellt Grieser klar.

Wer bei Pader-Futter-Napf einkaufen will, muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Die Tiertafel benötigt vor allem Nachweise über die Bedürftigkeit der Kunden. Einen Hartz-IV- oder Rentenbescheid zum Beispiel. „Schließlich wollen wir ja speziell den Tierhaltern helfen, die unsere Unterstützung wirklich nötig haben“, sagt Grieser.

60 Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich

Aktuell hat der Verein etwa 60 Mitglieder, die sich wie der Vorstand ausnahmslos ehrenamtlich engagieren. In den Dienst der guten Sache stellen sich auch elf heimische Tierärzte. Sie übernehmen als Paten einen Teil der Mietkosten für die Ausgabestelle an der Alten Torgasse 10.

Der Verein engagiert sich noch an anderer Stelle: Er kommt auch für kleinere tierärztliche Behandlungskosten auf. Karin Grieser: „Wir stehen mit den Tierärzten im engen Kontakt, und die Zusammenarbeit ist hervorragend.“

Sind größere Operationen oder Eingriffe notwendig, entscheidet ein Vereinsgremium darüber, ob der Pader-Futter-Napf die Kosten ganz oder zumindest zum Teil übernehmen kann. Auch Einzelpersonen oder Firmen unterstützen regelmäßig die Arbeit des Vereins – vor allem mit Sachspenden. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Grieser.

Kurz vor 11 Uhr schaut Manuela M. kurz bei der Paderborner Tierhilfe vorbei. Jeanny, eine ihrer drei Katzen, wird in diesen Tagen stolze 20 Jahre alt. Das soll gefeiert werden. Zum Festtag wird es eine Extra-Portion Thunfisch geben. „Ohne die Paderborner Tierhilfe wäre das und manch anderes nicht möglich“, sagt die Katzenbesitzerin und macht sich auf den Heimweg.

www.paderfutternapf.de

...

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7404536?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Als Curko den Fehdehandschuh warf
Der 20. Oktober 2000 war der Tag, an dem Goran Curko bei Arminia die Brocken hinwarf. Der damals 32 Jahre alte Serbe hatte sich mit den Fans angelegt. Weil er beim Spiel gegen Mannheim vorzeitig den Platz verließ, durfte Dennis Eilhoff ins Tor. Foto: Hörttrich
Nachrichten-Ticker