Aktion „solidarischer Corona-Schutz“ in Paderborn erfolgreich angelaufen Biohaus-Stiftung kritisiert Lockerungen

Paderborn (WB). Die Biohaus-Stiftung reagiert alarmiert auf die gerade verkündeten Lockerungen der Corona-Regeln und zeigt sich sehr besorgt um Leben und Gesundheit verletztlicher und schutzloser gesellschaftlicher Gruppen. „So, wie auf Druck der Wirtschaft und vieler Lobby-Verbände jetzt die Ansteckungsgefahr wieder erhöht wird, ist es absolut kaltschnäuzig und unverantwortlich“, sagt Stiftungsgründer Willi Ernst.

Foto mit Schutzmaterialen (von links): Wolfgang Hildesheim (Tafel), Norika Kreuzmann (Frauenhaus), Ralf Barrenstein (Deman Europe), Payam Sameni (Flüchtlingshilfe), Thorsten Driller (Aidshilfe), Volker Bastert und Willi Ernst (Biohaus-Stiftung).
Foto mit Schutzmaterialen (von links): Wolfgang Hildesheim (Tafel), Norika Kreuzmann (Frauenhaus), Ralf Barrenstein (Deman Europe), Payam Sameni (Flüchtlingshilfe), Thorsten Driller (Aidshilfe), Volker Bastert und Willi Ernst (Biohaus-Stiftung). Foto: Fiona Keimeier

„Wer erhöhte Infiziertenzahlen in Kauf nimmt, schließt auch eine Erhöhung der Sterbeziffern, also mehr Tote mit ein.“ Und diese – das wisse man inzwischen – würden dann vornehmlich bei Alten, Vorerkrankten und anderen „Randgruppen außerhalb der wirtschaftlichen Nützlichkeit“ zu beklagen sein. Daher müssten jetzt unbedingt die Anzahl und Kapazitäten von Corona-Tests massiv erhöht und der Fokus auf Verbesserungen für die „Randgruppen“ verschärft werden, was zum Beispiel eine Fortsetzung der Fußball-Bundesliga nach dem Motto Brot und Spiele geradezu verbiete.

Es fehlt an Schutzmitteln

„Unsere Gesellschaft befindet sich jetzt an einem Scheideweg“, so Ernst. „Entweder wir folgen wieder der alten Ich-Ich-Ich-Logik des Schneller-Mehr-Reicher, oder wir entwickeln eine neue Form eines wirklich sozialen Miteinanders, wo die Schwächsten das Maß des Handelns, den Takt des Vorgehens ausmachen.“ So halte die Biohaus-Stiftung ein unbedingtes Festhalten an den Schutzbestimmungen für absolut wichtig, um ein verstärktes Aufflammen der Pandemie und die befürchtete „zweite Welle“ zu vermeiden. Dabei gelte es vor allem, auch die Betreuten dieser Einrichtungen wie auch das eigene Personal mit ausreichend Schutzmitteln zu versehen. Etliche freie Träger hätten dazu nicht genügend Finanzmittel, die betreuten Menschen oft erst recht nicht.

Daher hat die Biohaus-Stiftung die Aktion „solidarischer Corona-Schutz“ initiiert, um ihre eigenen Aktivitäten in der Flüchtlingshilfe, aber auch die des Frauenhauses, von KIM Soziale Arbeit, der Paderborner Tafel und der Aids-Hilfe zügig und wirkungsvoll zu schützen. Schnell wurde in Bielefeld mit der Firma Deman Europe eine gute Lieferquelle gefunden, ebenso bei dem Paderborner Getränkehersteller MBG; einfache Schutzmasken zum Verteilen wie auch FFP2-Masken für den Eigenschutz des Personals waren in kürzester Zeit verfügbar, ebenso Desinfektionsmittel.

Weitere Bedürftige können sich melden

Dies haben nun die Vorstände der Biohaus-Stiftung Volker Bastert und Willi Ernst an Verantwortliche der befreundeten Organisationen übergeben. „Und dabei möchten wir betonen“, so Volker Bastert, „dass alle sehr maß- und rücksichtsvoll ihren Bedarf angemeldet haben, eben wirklich solidarisch.“ Weitere Bedürftige, die Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Schutzausrüstung haben, können sich zur Koordinierung eventueller Hilfe bei der Biohaus-Stiftung melden: Tel. 05251/2840875 oder E-Mail info@biohaus-stiftung.org.

Die Firma Deman Europe war so beeindruckt von dieser Solidaritätsaktion, dass sie einen guten Teil der Lieferung gespendet hat und sich bestärkt sieht in ihren Plänen, zügig eine lokale Maskenproduktion zusammen mit chinesischen Partnern aufzubauen. Vertriebsmanager Ralf Barrenstein bei der Übergabe: „Es ist ja klar zu befürchten, dass der Bedarf noch lange, wenn nicht bei neuen Pandemien dauerhaft sein wird.“

Besorgniserregende Berichte

Dazu erklärt die Biohaus-Stiftung auf dem Hintergrund ihrer Projekte in Übersee: „Die Corona-Pandemie hat die gesamte Welt in eine neue, äußerst bedrohliche Lage gebracht. Aus unseren Projektländern Nicaragua und Haiti bekommen wir äußerst besorgniserregende Berichte, auch wenn die „offiziellen Fallzahlen“ dort gering erscheinen. Doch dies liegt an einem nur in Fragmenten vorhandenen Gesundheitswesen, fehlenden Test- und auch Statistikmöglichkeiten. Was in Ländern mit unzureichender Vorbereitung oder Ignorieren der Gefahr geschieht, haben uns Frankreich und Spanien vor Augen geführt, aktuell auch die USA und Russland. Viel Schlimmeres ist da zu befürchten und rollt schon auf uns zu.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7401872?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F