Initiator Olaf Menne: „Ende der Durststrecke ist noch lange nicht in Sicht“ 43.000 Euro gesammelt

Paderborn (WB). Die Kampagne für den „Paderborner Kultur-Soli“ hat 43.505 Euro erbracht. Mit dem Geld werden hauptberuflich tätige Paderborner Kulturschaffende unterstützt, denen wegen des Coronavirus die Auftrittsmöglichkeiten und damit auch Einnahmen fehlen. Die Moderatorin und Journalistin Julia Ures, der Leiter des Stadtmuseums, Markus Runte, und der Chef der Agentur Lautstrom in Paderborn, Olaf Menne, hatten die Crowdfunding-Kampagne initiiert.

Von Dietmar Kemper
Im Paderborner Stadtmuseum wird eine Abholstation für die Dankeschöns eingerichtet.
Im Paderborner Stadtmuseum wird eine Abholstation für die Dankeschöns eingerichtet. Foto: WB

Konzertveranstalter Menne sagte am Freitag dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT: „Mit den mehr als 40.000 Euro sind wir zufrieden, aber wir müssen die Summe natürlich ins Verhältnis setzen. Uns ist bewusst, dass der Betrag nicht ansatzweise die Einbußen im Kulturbereich ausgleichen kann.“ Vergleichbare Summen würden in Stadthallen an einem einzigen Abend erwirtschaftet.

Für den „Paderborner Kultur-Soli“ wurde von Ende März bis zum 30. April gesammelt. Als Anfangsziel waren 10.000 Euro anvisiert worden. Insgesamt 298 Unterstützer hätten sich gemeldet und im Durchschnitt 103 Euro gespendet, sagte Menne. Darüber hinaus beteiligten sich die Paderborner Bürgerstiftung und Vereine an der Hilfsaktion.

Hoffnung auf Unterstützung durch die Stadt

Zudem wurden 66 sogenannte Dankeschöns bereitgestellt – zum Beispiel vom Kleinkünstler Erwin Grosche, der seinen unverwechselbaren Stadtspaziergang zur Unterstützung der heimischen Kulturtreibenden anbot. Aber auch Wohnzimmerkonzerte zum Beispiel von Ulrich Lettermann konnten die Bürger erwerben und sich so „kultursolidarisch“ zeigen.

„Wir sind jetzt dabei, das Ganze zu koordinieren, und wir werden im Stadtmuseum eine Abholstation für die Dankeschöns einrichten“, erläuterte Menne. Mit dem gesammelten Geld werden Projekte von Künstlern gefördert. Sie konnten sich während der Laufzeit der Crowdfunding-Kampagne bewerben. 25 Bewerbungen gingen ein. In den nächsten Tagen werde die Jury tagen und entscheiden, kündigte Menne an. Dem Gremium gehören Beate Flath von der Universität Paderborn, Christian Müller (Stadtwerke Paderborn), Karsten Strack (Lektora-Verlag), Hans-Werner Schubert (Konzertveranstalter), Julia Ures und der Rechtsanwalt Martin J. Warm an.

Auch wenn die Theater wieder ab dem 30. Mai öffnen dürfen und auch kleinere Konzerte wieder möglich zu sein scheinen, befürchtet Menne, dass die Durststrecke in der Kultur anhält: „Das Ende ist noch lange nicht in Sicht. Es zeichnet sich noch keine gesunde betriebswirtschaftliche Basis ab.“ Für die Kulturschaffenden in Paderborn hofft er auf Unterstützung seitens der Stadt und will entsprechend auf die Verwaltung zugehen. In den vergangenen Wochen hatten Künstler nur im Internet die Gelegenheit, sich zu präsentieren. Dafür wurde im Stadtmuseum eine Variante des „Kulturheimspiels“ eingerichtet und als Livestream übertragen.

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