CDU klärt Landrats-Kandidatur – Bewerber für Bad Wünnenberg gesucht
Christoph Rüther will es wissen

Paderborn/Bad Wünnenberg (WB). Bad Wünnenbergs Bürgermeister Christoph Rüther (54) setzt auf Risiko: Bei der Landratswahl im Kreis Paderborn will er als Nachfolger von Manfred Müller (CDU) kandidieren. Damit ist seine Ära in Bad Wünnenberg nach der Kommunalwahl beendet. Jetzt muss die CDU in Bad Wünnenberg einen Nachfolger für Rüther ­suchen.

Freitag, 08.05.2020, 06:41 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 06:44 Uhr
Als Bürgermeister von Bad Wünnenberg wirkt Christoph Rüther seit Oktober 2015. „Gerne hätte ich noch einige Projekte zu Ende geführt. Aber ich freue mich auf die Herausforderung, als Landrat des Kreises Paderborn wirken zu können“, sagt er. Foto: Oliver Schwabe

„Es ist wichtig, dass die CDU einen Landratskandidaten aufstellt. Als Kreisvorsitzender sehe ich mich in der Verantwortung. Ich interessiere mich für die große ­Herausforderung und habe Spaß daran. Wenn es weitere Interessenten gegeben hätte, hätte ich mich gerne dem Wettbewerb gestellt“, erklärte Rüther auf Anfrage, der für seine Kandidatur jetzt noch das Votum der Mitgliederversammlung benötigt.

Von Digitalisierung bis Kreisumlage

Wie berichtet, hatte Landrat Manfred Müller am vergangenen Donnerstag seine erneute Kandidatur aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen. Der CDU-Kreisvorstand hatte daraufhin eine viertägige Bewerbungsfrist ausgerufen , in der sich Interessenten für eine Kandidatur melden konnten. Stand Mittwochabend gab es nur einen Bewerber.

Er wisse, so Rüther, dass Manfred Müller große Fußstapfen hinterlasse. „Wir werden nun den Wahlkampf neu denken und die Themen noch vorne bringen, die die Menschen im Kreis Paderborn bewegen“, betonte der 54-Jährige. Ziele gebe es bereits einige. Die Digitalisierung und der Ausbau des 5G-Funknetzes stehen ganz oben auf seiner Agenda. Wie notwendig das sei, habe die Corona-Krise noch einmal deutlich gemacht. Zudem werde er sich als Landrat auf intensive Gespräche mit den Bürgermeistern einstellen. „Die Kreisumlage ist immer wieder ein Streitpunkt. Sie hat natürlich ihre Berechtigung und es gibt ein Fixum, das der Kreis nicht beeinflussen kann. Wir müssen gemeinsam festlegen, wohin wir uns bewegen wollen“, kündigte Rüther an. Der weitere Ausbau der Rettungs­wachen liege ihm ebenso am Herzen wie ein kreisweiter Ansatz zum Ausbau des Radwegenetzes. Nicht zuletzt werde es auch in der kommenden Legislaturperiode um die Folgen der Corona-Krise gehen müssen. „Ich werde als Berater der Kommunen zur Verfügung stehen“, sagt Rüther.

Mit der Familie abgestimmt

Der noch amtierende Landrat Müller begrüßte die Entscheidung des Kreisvorstandes. CDU-Kreisgeschäftsführer Hanswalter Lüttgens bereitet nun die Nominierung des Bad Wünnenbergers vor: Möglicher Termin für die Kreisverbandsversammlung ist der 17. Juni, womöglich im Paderborner Schützenhof. Beim letzten Mal kamen knapp 300 Mitglieder – eine Herausforderung unter ­Corona-Schutzbedingungen.

Christoph Rüther erklärte, dass er seine Kandidatur mit der Familie abgestimmt habe. Zu seiner Amtszeit in Bad Wünnenberg erklärte er: „Ich habe das Amt geliebt – trotz aller Herausforderungen. Wir haben wichtige Projekte und Themen wie Familien, Gesundheit und Wirtschaftsstandort nach vorn gebracht. Ganz nach dem Motto: vom Heilbad zu Hightech. Die Zusammenarbeit mit dem Team der Verwaltung funktioniert gut und macht Spaß. Es gibt allerdings auch Projekte, die ich gerne noch verwirklicht hätte.“

Für die CDU in Bad Wünnenberg kam der Rücktritt Müllers ebenfalls überraschend. Nun müssen sie einen Bewerber für den Chefsessel im Rathaus suchen. Helfen soll dabei eine Findungskommission. „Wir haben damit gerechnet, dass Christoph Rüther seinen Hut in den Ring werfen und er gute Chancen haben wird“, sagte Stadtverbandsvorsitzender Christian Carl.

Stadtverband will Ende Mai Bewerber vorstellen

Die CDU plane die Mitglieder anzuschreiben. Jeder Interessent könne sich innerhalb einer Woche bewerben. „Wir werden außerdem über verschiedene Namen sprechen und in der Kommission diskutieren, um dann an diese Per­sonen heranzutreten“, sagte Carl. Ende Mai soll dann ein Vorschlag des Stadtverbandes vorliegen. ­Abschließend stellte Carl fest: „Herr Rüther ist ein beliebter Bürgermeister. Wir wünschen ihm alles Gute für seinen Wahlkampf. Wir werden ihn unterstützen. Wenn wir zusammenhalten, packen wir das.“

Zur Person

Christoph Rüther hat eine Verwaltungsausbildung beim Fernmeldedienst der Deutschen Bundespost absolviert und hat unter anderem die zentrale Vertriebskommunikation in Bonn sowie die Geschäftsplanung und -steuerung in Bielefeld geleitet. Seit Oktober 2015 ist er Bürgermeister. Mit seiner Frau Margaret hat er zwei Töchter: Frauke (17) und Birte (14). Seine Hobbys: Joggen, Schlagzeug spielen und Kochen.

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