Friseure in Paderborn auf Ansturm vorbereitet – zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen
Eine verdammt haarige Angelegenheit

Paderborn (WB). „Ich kann mir schon vorstellen, wie meine Kundinnen aussehen werden“, sagt die Paderborner Friseurmeisterin Gabriele Zellerhoff und lacht. Sieben Wochen ohne Haarschnitt und Färben werden sichtbare Spuren hinterlassen haben, ist sie sicher. Damit ist es nun aber vorbei: Von Montag an dürfen sich die Friseurbetriebe wieder um die ungezähmten Mähnen ihrer Kundinnen kümmern.

Samstag, 02.05.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 02.05.2020, 17:14 Uhr
Neustart mit Mundschutz und Handschuhen: Gabriele Zellerhoff (rechts) zeigt mit ihren Mitarbeiterinnen Martina Tenzler (stehend) und Brigitte Kersting (im Stuhl), was Friseur-Kunden ab Montag erwartet. Außerdem hat sie eine Hygiene-Station aufgebaut. Foto: Jörn Hannemann

Doch bis Scheren und Kamm zum Einsatz kommen dürfen, müssen die Friseurbetriebe umfangreiche Vorbereitungen umgesetzt haben. Die Hygienevorschriften in Corona-Zeiten sind hoch. Gabriele Zellerhoff machte auf WV-Anfrage am Beispiel ihres Salons deutlich, worauf sich die Kunden einstellen müssen.

Eintritt nur mit Termin

Wer den Salon betritt, sollte einen Termin haben. Direkt am Eingang wird man zu einer Hygienestation geführt. Am Handwaschbecken stehen Seife, Desinfektionsspray, Pflegecrème und Mundschutze bereit. „Für die, die keinen haben, oder beim Haarefärben nicht Gefahr laufen wollen, dass der eigene Mundschutz verschmutzt wird“, erläutert Zellerhoff.

Drei Mitarbeiterinnen und die Chefin persönlich dürfen sich in dem 90 Quadratmeter großen Salon zeitgleich um vier Kundinnen kümmern. Die sitzen natürlich auf Abstand. Fünf der insgesamt neun Behandlungsplätze müssen also leer bleiben – ebenso wie die Wartezone. „Sollte sich ein Termin verzögern, muss die Person entweder im Auto oder bei mir im Garten warten“, erklärt die Handwerksmeisterin.

Jeder Platz wird deinfiziert

Auf Annehmlichkeiten wie eine Tasse Kaffee, Süßigkeiten oder auch Lesestoff werde verzichtet. Dafür werde jeder Behandlungsplatz zwischen den einzelnen Kundinnen steril desinfiziert. Zehn Minuten sind dafür jeweils eingeplant. Auch das komplette Handwerkszeug wie Scheren, Kamm und Aufsätze für Haarschneidemaschinen werden jedesmal ausgetauscht – ebenso wie der Umhang. „Ich habe mir weitere Umhänge gekauft und werde auch Einmal-Umhänge verwenden müssen. Ich werde zudem deutlich mehr Handwerkszeug zum Wechseln haben, damit die Geräte zwischendurch desinfiziert und wieder getrocknet werden können“, berichtet Zellerhoff. Zum Schluss des Tages wird alles noch einmal gründlich gewaschen und gereinigt.

Mehr Zeit mitbringen

Wie es ist, den ganzen Tag unter Mundschutz handwerklich zu arbeiten, das dürfte eine der größeren Herausforderungen werden. Gabriele Zellerhoff: „Damit habe ich noch keine Erwartung. Ich weiß noch nicht, was da auf mich zukommt.“

Der erhebliche Mehraufwand wird jedenfalls mehr Zeit kosten. Fest steht, dass vor jedem Schnitt zunächst die Haare im Salon gewaschen werden müssen – so lautet die Auflage. Wer das daheim vorweg nehmen will, habe keine Chance. „Bei uns dürfte das kein Problem sein“, meint die Paderbornerin. 90 Prozent der Kundinnen ließen sich schon jetzt die Haare waschen.

„Wir freuen uns, dass es nun wieder losgeht. Die wochenlange Schließung war eine große Her­ausforderung. Besonders schlimm war die Verlängerung vom 20. April auf den 3. Mai, weil wir uns auf den Termin vorbereitet hatten.

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