737 Elektroautos sind mittlerweile im Kreis Paderborn angemeldet
Bedarf an E-Ladesäulen steigt

Paderborn (WB). Die Bundesregierung setzt auf elektrisch angetriebene Autos und versucht, den Kauf der noch vergleichsweise teuren Fahrzeuge durch einen Umweltbonus attraktiver zu machen. Bis zu 6000 Euro Zuschuss für Elektroautos (Plug-in-Hybride bis zu 4500 Euro) gestaffelt je nach Kaufpreis werden gezahlt.

Mittwoch, 29.04.2020, 07:31 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 08:16 Uhr
In der Stadt Paderborn gibt es die meisten E-Ladesäulen im Kreisgebiet. Dieses Bild zeigt den Ladepunkt am Parkplatz neben dem Paderborner Domplatz. Foto: Jörn Hannemann

Doch viele Autofahrer fragen sich: Wie weit komme ich mit einem E-Auto und wo kann ich die Batterien aufladen? Im Kreis Paderborn gibt es inzwischen mehr als 50 öffent­liche E-Ladepunkte (siehe nebenstehender Text).

Eine Million Säulen bis 2030

Diese Zahl geht aus einer Übersicht der Bundesnetzagentur hervor. Deutschlandweit gibt es laut Bundesregierung mehr als 21.000 Ladesäulen. Der Energieverband BDEW spricht sogar von 24.000 öffentlichen Ladepunkten – das wären fast 50 Prozent mehr als 2018. In diesem und im kommenden Jahr soll die Zahl der öffentlichen Ladestationen auf etwa 50.000 anwachsen. Bis 2030 will die Bundesregierung eine Million öffentliche Ladepunkte schaffen. „Unser Ziel ist, dass bald niemand in Deutschland noch sagt: Ich kaufe mir kein E-Auto, weil ich nicht weiß, wie und wo ich es laden soll“, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Auch der Bau privater E-Tankstellen soll stärker gefördert werden.

737 E-Autos gibt es im Kreis

Die Zahl der elektrisch angetriebenen Autos ist im Kreis Paderborn in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Waren hier vor vier Jahren 358 reine Elektrofahrzeuge angemeldet, sind es inzwischen 737, bundesweit sind es mehr als 136.000. Zudem sind aktuell 1995 Hybrid-Fahrzeuge auf den Straßen im Kreis unterwegs. Zum Vergleich: Die Zahl der im Kreis zugelassenen Fahrzeuge insgesamt liegt aktuell bei 255.478, davon sind 183.407 Pkw.

Experten rechnen für die kommenden Jahre mit einem deut­lichen Anstieg der E-Fahrzeuge in Deutschland. Allein für Paderborn sollen es in sieben bis acht Jahren etwa 20.000 E-Autos sein, die in der Stadt unterwegs sein sollen. Neue E-Modelle haben nach Herstellerangaben eine Reichweite von 400 bis 450 Kilometern. Das Tesla Model S soll mehr als 600 Kilometer am Stück schaffen, es kostet aber auch 87.000 Euro.

E-Autopreise sollen sinken

Der ADAC geht davon aus, dass die Preise für E-Autos weiter sinken werden und die Anschaffung somit auch für Ottonormalverbraucher attraktiver wird. Bei Elektro-Fahrzeugen spiele aber nicht nur die Reichweite, sondern auch die Kombination aus Schnellladefähigkeit und Verbrauch eine wichtige Rolle. Erst damit werde ein E-Fahrzeug auch für längere Strecken ­attraktiv, heißt es beim ADAC. Der Automobilclub empfiehlt Verbrauchern, die Schnellladefunktion mitzubestellen, denn damit sei ein E-Auto im Alltag deutlich flexibler einsetzbar. Zum Teil verlangten die Hersteller einen Aufpreis für die CCS-Schnellladebuchse. Langstreckentauglich sind E-Autos laut ADAC, wenn sie in 30 Minuten Energie für 200 Kilometer laden.

Nur bis 80 Prozent schnellladen

Unterwegs sollte der Akku nur bis etwa 80 Prozent schnellgeladen werden, denn danach dauere das Laden unverhältnismäßig lange. Die Autohersteller geben die Ladezeiten bei der Schnellladung üblicherweise auch nur für bis zu 80 Prozent der Batteriekapazität an. Das sei sinnvoll, weil die Ladeleistung zur Schonung der Antriebsbatterie umso mehr reduziert werde, je voller die Batterie sei. Laut ADAC kennt auch eine Batterie wie der Mensch eine Art Wohlfühltemperatur und leide unter Stressfaktoren. Um die ideale Ladeleistung und kurze Ladezeiten zu erreichen, müsse die Temperatur der Batterie beim Ladevorgang stets im „Wohlfühlbereich“ sein. Ist der Akku im Winter ausgekühlt, wird sich die Ladedauer beim Schnellladen deutlich verlängern, da er erst auf Temperatur gebracht werden muss.

Kritik an Tarifdschungel

Ein weiteres Problem beim Laden ist die Abrechnung. Mal brauche der E-Autofahrer eine Ladekarte, mal müsse er den Stromfluss mit einer App aktivieren. Auch die Abrechnungsarten variierten stark, kritisiert der ADAC. Manche Betreiber kassierten außer einer monatlichen Grundgebühr pauschal pro Ladevorgang, andere berechneten den Strompreis je angefangener Stunde oder auf fünf Minuten genau.

Kommt der Strom aus der heimischen Steckdose, zahlt man pro Kilowattstunde (kWh) einen Preis von etwa 30 Cent – je nach Tarif. Bei einem Auto mit einer Akku-Kapazität von 35 kWh kostet das Aufladen ungefähr 10,50 Euro. Bei 70 kWh liegen die Kosten bei etwa 21 Euro. Bei einem E-Auto, das etwa 15 kWh pro 100 Kilometer verbraucht, muss man mit Kosten von ca. 4,50 Euro pro 100 Kilometer rechnen. Die Kosten bei öffentlichen Ladestationen sind von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Bei einem kleinen Elektroauto kostet eine Ladung etwa 12 Euro bis 14 Euro, bei einem größeren Auto bei 24 Euro bis 28 Euro.

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