Polizei und Ordnungsamt kündigen Kontrollen an
Kein Pardon für Tuning-Szene

Paderborn (WB/itz). Seit Jahren wird der Karfreitag von Freunden der Tuning-Szene in Paderborn für Treffen zum Start in die Saison genutzt. Die Stadt Paderborn hat den Anhängern des so genannten „Car-Freitag“ nun einen doppelten Riegel vorgeschoben. Treffen jeglicher Art der Tuning-Szene sind verboten. Polizei und Ordnungsamt haben Kontrollen angekündigt.

Donnerstag, 09.04.2020, 07:30 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 09:54 Uhr
Die Paderborner Polizei hat in den vergangenen Jahren am so genannten Car-Freitag etliche Fahrzeuge der Tuning-Szene kontrolliert. Ein Treffen ist für dieses Jahr bislang nicht bekannt. Foto: Jörn Hannemann (Archiv)

In der Sitzung des Rates am Mittwochabend verwies der Erste Beigeordnete Carsten Venherm darauf, dass pünktlich vor dem stillen Feiertag eine Allgemeinverfügung auf den Weg gebracht worden sei. Das Verbot gilt von Karfreitag, 0 Uhr, bis Karsamstag, 6 Uhr. In erster Linie sei es Ziel, die Feiertagsruhe zu schützen.

Die Allgemeinverfügung sei somit zusätzlich zur Corono-Schutzverordnung zu sehen, ergänzte der Beigeordnete. Denn grundsätzlich gilt ja, dass Ansammlungen jeglicher Art mit mehr als zwei Personen grundsätzlich nicht gestattet sind.

Nach Angaben von Polizeisprecher Michael Biermann gebe es bislang noch keine Erkenntnisse, dass ein Treffen geplant sei. Darüber hinaus kündigt die Polizei ein konsequentes Einschreiten bei allen Verkehrsverstößen an. Die Polizei hatte in den vergangenen Jahren rund um diesen Feiertag Kontrollen an technisch veränderten Fahrzeugen vorgenommen und etliche Verstöße festgestellt.

Keine „Kriminalisierung“ der Szene

Die Zusammenkünfte der Tuner in Paderborn haben schon seit langem zu zahlreichen Beschwerden von Anwohnern geführt. Die Treffen, für die in der Vergangenheit im Wesentlichen über die sozialen Medien geworben wurde, haben Veranstaltungscharakter, ohne dass es allerdings einen verantwortlichen Veranstalter oder Organisatoren gibt. Sich daraus ergebene Pflichten (Erlaubnisse für die Sondernutzung von Straßen und Plätzen, sonstige Absprachen mit Stadt und Polizei, Sicherheitsbelange, Umweltschutz, etc.) wurden nicht wahrgenommen, begründet die Stadt ihre Marschrichtung.

„Sollten sich Tuner trotz des Verbots in Paderborn treffen, müssen sie damit rechnen, dass ihre Identität festgestellt, Platzverweise erteilt und Ordnungswidrigkeitenanzeigen erstattet werden. Sollte dem Platzverweis nicht nachgekommen werden oder wird der Fahrzeugführer, trotz entsprechender Ansprache der Ordnungshüter, wiederholt im Stadtgebiet angetroffen, wird das Fahrzeug sichergestellt“, heißt es in einer Pressemitteilung vom Donnerstag.

Die Stadt Paderborn und die Kreispolizeibehörde Paderborn betonen ausdrücklich, dass mit den Maßnahmen keine „Kriminalisierung“ der Szene erfolgen soll, sondern der Schutz von Anwohnern und die Einhaltung der Rechtsvorschriften im Vordergrund stehen. Es gilt der Appell erst gar nicht nach Paderborn anzureisen.

 

Kommentare

Twinnie  wrote: 09.04.2020 13:32
Und da ist sie wieder - die große Drohkulisse. Hier werden Menschen kriminalisiert die ihre Steuern wie jeder andere zahlen. Nur das diese sich auf einem öffentlichen Parkplatz treffen und quatschen. Natürlich gibt es dort Idioten die über die Stränge schlagen und diese sollten auch entsprechend bestraft werden... genau wie jemand sich bei einer Grillparty daneben benimmt und vielleicht Streit anfängt.
Und in diesen Zeiten diese Drohkulisse weiterhin aufrecht zu erhalten finde ich ausserordenltich unnötig. Es gibt keinerlei Planungen oder Absprachen das sich irgendwelche Leute auf Karfreitag treffen möchten. Im Gegenteil sind alle Treffen die irgendwie im Raum standen abgesagt worden. Man mag es kaum glauben... auch Tuner sind normale Menschen die sich an die derzeit geltenden Regeln zu einem Großteil halten - wie auch der Rest der Bevölkerung sich zu einem Großteil an die aktuellen Regeln halten.
Achim  wrote: 09.04.2020 12:28
Kein Pardon für Tuning-Szene
Der Text zum o. g. Thema klingt interessant. Mir ist allerdings nicht bekannt, dass es einen Karsamstag gibt. Das ist ein regulärer Werktag. Zum ist der Begriff meines Wissens nach ein Irrglaube, dass es diesen Karsamtstag gibt.
Frank B. aus D.  wrote: 09.04.2020 11:13
Könnte man besser lösen
Im Frühjahr 1988 oder 1989 gab es auf einer parallelen Seitenstraße neben der Herforder Straße in Bielefeld, ein offizielles Beschleunigungsrennen mit Zeitmessung, für straßenzugelassene Fahrzeuge. Ich war als Zuschauer dort, und fand es sehr unterhaltsam. Das kostete keinen Eintritt, und es gab ein paar Getränke- und Fressbuden. Ich selbst wurde später von dem MotorTuning-Virus infiziert. Aber die Veranstaltung wurde schnell wieder abgeschafft. Das ist mir bis heute ein Rätsel. Sicherlich bräuchte man in der heutigen Zeit dafür zusätzlich einen Sicherheitsdienst, um die vielen Aggressiven, Chaoten und Vandalen im Schach zu halten. Aber ansonsten dürfte solch eine Veranstaltung heute noch durchführbar sein.
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