Trotz Corona ist die Akut- und Notfallversorgung im Paderborner Land sichergestellt Nicht zögern – 112 wählen

Paderborn (WB). Die Ärzte der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH und des Brüderkrankenhauses St. Josef in Paderborn appellieren gemeinsam: „Ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Trotz der dynamischen Entwicklung des Corona-Virus zögern Sie nicht, bei ersten Anzeichen umgehend die 112 zu wählen!“

Prof. Dr. Thomas Postert (links) und Prof. Dr. Andreas Götte.
Prof. Dr. Thomas Postert (links) und Prof. Dr. Andreas Götte.

„Wir beobachten momentan mit großer Sorge, dass viele Betroffene bei echten Notfällen, wie dem Verdacht auf einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu lange zögern, bevor sie die 112 wählen. Dabei zählt hier jede Sekunde!“, berichtet Prof. Dr. Andreas Götte, Chefarzt der Medizinischen Klinik II und Leiter des Cardiac Arrest Centers OWL des St.-Vincenz-Krankenhauses. Die Paderborner Ärzte vermuten, dass dieses Zögern auf das Corona-Virus zurückzuführen ist – sei es aus Angst vor einer Corona-Infektion oder aus Rücksicht vor den derzeit beanspruchten Kapazitäten in den Krankenhäusern. Doch nur durch einen Notruf ist schnell eine qualifizierte Hilfe vor Ort möglich, um die betroffene Person ohne Zeitverlust und unter fortlaufender medizinischer Versorgung in ein Krankenhaus zu bringen.

Jede Sekunde zählt

„Ein Herzinfarkt kündigt sich häufig durch ein Enge- oder Druckgefühl in der Brust an. Möglicherweise breiten sich diese Beschwerden bis in die Bereiche der Arme, des Halses, des Rückens oder des Oberbauches aus. Damit einhergehen können auch Atemnot, Übelkeit, Schweißausbrüche und eine blasse, fahle Gesichtsfarbe. Wer solche Schmerzen verspürt, sollte sofort den Notruf wählen“, so Dr. Andreas Schärtl, Chefarzt der Klinik für Kardiologie des Brüderkrankenhauses St. Josef.

Prof. Dr. Thomas Postert, Chefarzt der Klinik für Neurologie des St.-Vincenz-Krankenhauses, erklärt: „Nicht jeder Schlaganfall zeigt die gleichen Symptome. Der Slogan ‚Gib GAS‘ ist eine gute Hilfe, um frühe Schlaganfallsymptome einordnen zu können.“ Dabei steht G für Gesicht: Kann die Person noch symmetrisch Lächeln oder verzieht dabei einer der Mundwinkel. „A“ steht für Arme: Wer nicht in der Lage ist, beide Arme gleichzeitig zu heben und einen kurzen Moment auf einer Höhe oben zu behalten, könnte gerade einen Schlaganfall erleiden. „S“ steht für Sprache: Klingt diese komisch oder verwaschen, das heißt ist der Betroffene nicht in der Lage einen einfachen Satz nachzusprechen, steht er unter Schlaganfallverdacht. Dann sollte sofort ein Notruf abgesetzt werden, denn wie beim Herzinfarkt kommt es auch beim Schlaganfall auf jede Sekunde an. Diese Krankheitsbilder und alle anderen Herz-Kreislauf-Ereignisse unterliegen der Notfallversorgung, deren sichere Behandlung selbstverständlich wie gewohnt weiterläuft.

OPs werden verschoben

Lediglich sogenannte Elektiveingriffe – also Operationen und medizinische Eingriffe, die für eine Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht zwingend zeitnah erforderlich sind – sind in allen Paderborner Krankenhäusern weiterhin zunächst bis zum 19. April abgesagt. „Angesichts der derzeitigen Situation sind wir leider gezwungen, die Mehrzahl der geplanten Eingriffe nach genauer Prüfung medizinisch-ethischer Kriterien abzusagen oder zu verschieben“, bestätigt auch Christoph Robrecht, Hausoberer im Brüderkrankenhaus St. Josef.

Die Mediziner bitten um Verständnis für die längeren Wartezeiten. Darüber ob die Regelung auch noch über den 19. April hinausgehen werde, lasse sich im Moment noch keine verlässliche Aussage machen.

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