Sammelbericht der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Paderborn erschienen
Sorge um einige Vogelarten

Paderborn (WB). Schon das Titelbild weist auf ein wichtiges Thema des neuen Sammelberichts der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Paderborn (OAG) hin: Der Steinkauz steht im Mittelpunkt eines Projektes, mit dem der Bestand im Kreis ermittelt und viele neue Brutmöglichkeiten geschaffen werden sollen.

Freitag, 03.04.2020, 10:15 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 10:18 Uhr
Der Steinkauz ziert das Titelbild des diesjährigen Sammelberichts der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Paderborn. Foto: Marcel Becker

Kern des Werks ist wieder der umfangreiche und namengebende Sammelbericht der ornithologischen Beobachtungen. Fast 20.000 Meldungen haben die Bearbeiter ausgewertet. Mit Rothalsgans, Weißbart-Seeschwalbe, Bart- und Beutelmeise sowie Schneeammer kamen einige seltene Durchzügler in den Kreis, die interessierte Ornithologen aus anderen Regionen anlockten. Auch Chukarhuhn und Pennantsittich fanden die Beobachter im Kreis. Sie sind sich allerdings sicher, dass beide Vögel Gefangenschaftsflüchtlinge waren.

Mehr als 50 Weißstorch-Brutpaare

Die Daten werden unter anderem über das von der OAG koordinierte Meldesystem erfasst, das über die Internetseite der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne zu finden ist. Nach wie vor bereiten viele Wiesenvögel auch im Raum Paderborn/Senne weiterhin große Sorgen. Beispielsweise der Kiebitz: Die Beobachtungen weisen auf einen massiven Bestandsrückgang hin. Auch in den Schwerpunkten seiner Brutgebiete – in der Lippeaue und der Hellwegbörde – ist die Zahl der Paare deutlich zurückgegangen, sagt Christian Venne von der OAG.

Ebenfalls ein Sorgenkind: die Turteltaube, Vogel des Jahres 2020. Sie ist überregional stark zurückgegangen. In den Höhenlagen des Kreises Paderborn haben die Mitarbeiter sie jedoch noch in einigen Bereichen festgestellt. Vom Weißstorch wurden mehr als 50 Brutpaare gezählt. Dank extensiver Bewirtschaftung vieler Flächen und intensiver Unterstützung wurde dieses Ergebnis möglich. Die Weißstörche konzentrieren sich im Kreis Paderborn im Raum Delbrück/Salzkotten. Erstmals haben die Autoren um Christian Venne in dem Bericht auch sehr anschauliche Grafiken eingesetzt, die die Verbreitung einiger interessanter Arten in unserer Region darstellen.

Ungewöhnliche Liebe zwischen Schwan und Kanadagans

Der Sammelbericht zeigt mit einigen Berichten auch diverse Überraschungen aus dem Arbeitsgebiet der OAG. So gab es Probleme mit Austernfischern – die eigentlich an der Küste leben, aber schon seit langem erfolgreich im Raum Paderborn brüten. Sie bekämpften im Umfeld eines Brutplatzes ihre Spiegelbilder in Fensterscheiben und an Autos.

Bei Bad Lippspringe erregte die Liebe zwischen Schwan und Kanadagans das Interesse der Beobachter. Seit fünf Jahren ist die Gans mit Höckerschwänen auf den Gewässern rund um die Stadt zu beobachten.

Zurück zu der kleinen Eule, die dem Leser schon auf dem Titelbild begegnet. Gefördert vom Kreis Paderborn, hat die Biologische Station erstmals flächendeckend Steinkauz-Reviere in Teilen von Delbrück, Salzkotten, Paderborn und Bad Lippspringe erfasst. Die Naturschutzbund-Ortsgruppe Bad Lippspringe/Marienloh und die Biologische Station haben nun eine gemeinsame Nistkasten-Aktion gestartet. So will die NABU-Gruppe in Bad Lippspringe 20 Kästen anbringen. Die Biologische Station will im Auftrag und mit Unterstützung des Paderborner Umweltamtes 40 Niströhren in der Uni-Stadt installieren.

Kostenlose Übersicht im Internet

Von Steinkäuzen gibt es nach Schätzung von Vogelkundlern bundesweit maximal 9500 Brutpaare. Knapp drei Viertel davon leben allein in Nordrhein-Westfalen. Das zeige die besondere Bedeutung, die das Bundesland – und damit auch der Kreis Paderborn – für das Überleben dieser Vögel habe, unterstreicht Christian Venne.

Der Sammelbericht steht auf der Internetseite der Biologischen Station Paderborn-Senne kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung (bs-paderborn-senne.de).

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