Beide litten an Vorerkrankungen – Insgesamt 43 Infizierte in Paderborner Perthes-Haus Zwei Bewohner verstorben, drei in kritischem Zustand

Paderborn (WB/mba). Zwei mit dem Coronavirus infizierte Bewohner (87 und 85 Jahre alt) des Paderborner Altenheims Perthes-Haus sind am Montagabend verstorben. Das bestätigte am Dienstag Felix Staffehl, Geschäftsbereichsleiter der Evangelischen Perthes-Stiftung mit Sitz in Münster, auf Anfrage dieser Zeitung. Am Nachmittag kam die Nachricht, dass sich drei weitere Bewohner in kritischem Zustand befinden. Zugleich stieg die Zahl der Infizierten.

In dieser Altenhilfeeinrichtung an der Neuhäuser Straße leben 60 Bewohner. Zwei davon sind am Montagabend an einer Coronavirus-Infektion gestorben, einer in einem Krankenhaus, einer in dem Heim.
In dieser Altenhilfeeinrichtung an der Neuhäuser Straße leben 60 Bewohner. Zwei davon sind am Montagabend an einer Coronavirus-Infektion gestorben, einer in einem Krankenhaus, einer in dem Heim. Foto: Jörn Hannemann

Ein Bewohner starb demnach in einem Paderborner Krankenhaus, der andere in der Einrichtung an der Neuhäuser Straße in Paderborn. Beide litten den Angaben nach an Vorerkrankungen. „Die ganze Corona-Krise ist eine einzige Tragödie. Dass jetzt zwei Bewohner in einem unserer Häuser verstorben sind, ist ein ganz großer Verlust und eine große Belastung für unsere Mitarbeiter, Bewohner, aber natürlich vor allem für die Angehörigen“, sagte Staffehl dieser Zeitung. Alle Betroffenen müssten nun versuchen, so gut es gehe damit umzugehen. „Wir müssen leider damit rechnen, dass möglicherweise weitere Menschen versterben werden“, sagte Staffehl.

Ingesamt 43 Betroffene in der Einrichtung

 Wie berichtet, wurde am Montag bekannt, dass insgesamt 36 Bewohner und Mitarbeiter des Paderborner Altenheims mit dem Coronavirus infiziert sind. Betroffen sind bislang 17 der aktuell 56 Bewohner sowie 26 Mitarbeiter, wie Staffehl am Dienstagnachmittag mitteilte. Drei Heimbewohner befänden sich in einem kritischen Zustand.

Eine Bewohnerin, die Symptome gezeigt hatte und ins Krankenhaus gebracht wurde, war am 21. März positiv auf das Virus getestet worden. Unmittelbar danach war die gesamte Etage, in der die Frau lebte, nach Angaben der Perthes-Stiftung unter Quarantäne gestellt worden. Zudem wurden 14 Mitarbeiter in häusliche Quarantäne geschickt und getestet. Das Virus breitete sich aber offenbar weiter aus.

Vergangene Woche wurden dann weitere Bewohner und Mitarbeiter getestet. Am Donnerstag erfolgte ein sogenannter Reihentest von 15 Bewohnern und mehr als 60 Mitarbeitern, dessen Ergebnis insgesamt 36 Infizierte ergab. Die ursprünglich infizierte Bewohnerin sowie ein weiterer Bewohner werden weiterhin in Krankenhäusern behandelt.

Einrichtung ist für Besucher seit dem 21. März geschlossen

Für Besucher ist das Perthes-Haus seit dem 21. März geschlossen. Alle Bewohner sind isoliert und essen auf ihren Zimmern. Mitarbeiter anderer Perthes-Häuser helfen in der Einrichtung aus. Wie genau das Virus in die Einrichtung gelangt sei, sei noch unklar. Es gebe aber eine Spur. Die Infektionsketten würden derzeit genau rekonstruiert, sagte Staffehl.

 Am Wochenende war bekanntgeworden, dass sich in einem Altenheim in Hövelhof ein Bewohner und fünf Mitarbeiter infiziert hatten. Die Paderborner Kreisverwaltung hat auf die Ereignisse in den Altenheimen reagiert und  erließ eine Verordnung, die jeglichen persönlichen Kontakt zu Bewohnern in Pflegeheimen untersagt . Selbst das Spazierengehen mit Bewohnern ist nun untersagt.

Die Stiftung Patientenschutz forderte angesichts der gestiegenen Todesfälle in mehreren deutschen Altenheimen, dass Pflegeeinrichtungen alle neu aufgenommenen Bewohner zunächst isolieren und auf Corona testen sollten. Auch bei grippalen Infekten von Pflegepersonal oder Bewohnern müsse getestet werden. Bundesweit lebten rund 800 000 Menschen in Alten- und Pflegeheimen, mehr als 70 Prozent davon seien demenzkrank.

Kommentare

Das habe ich so erwartet

Genau so und nicht anders habe ich es erwartet.
Ich habe einen Angehörigen in einem anderen „Pflegeheim“/ = Gelddruckmaschind für den, einem christlichem Leitbild orientierten Betreiber. Jeder kam rein, Fremde latschten in die Küche, Ärzte haben keine Zeit. Es gab auch eine Anordnung , wer wie lang zum Bewohner darf, hat sich niemand drum gekümmert, am allerwenigsten die administrative und hervorragend bezahlte Leitungsebene,

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