Rettungsdienst aus dem Kreis Paderborn mahnt zur Besonnenheit
„Keine Panik!“: 112 nur im Notfall wählen

Paderborn (WB). Trotz der Entwicklungen des Corona-Virus kam es für die Paderborner Feuerwehr und dem Rettungsdienst in den vergangenen Tagen zu weniger Einsätzen als gewohnt. Allerdings gab es einige Anrufe unter der Notrufnummer 112, die alle in der Leitstelle in Büren-Ahden auflaufen, für die aber kein Notarzt nötig gewesen wäre.

Dienstag, 31.03.2020, 09:28 Uhr aktualisiert: 31.03.2020, 09:30 Uhr
Sehen den Rettungsdienst derzeit gut aufgestellt (von links): Michael Beivers (Abteilungsleiter Rettungsdienst Feuerwehr Stadt Paderborn), Dr. Matthias Rüther (stv. Ärztlicher Leiter des Notarztstandortes St.-Vincenz-Krankenhaus) und Dr. Felix Brandt (Ärztlicher Leiter des Notarztstandortes St.-Vincenz-Krankenhaus. Das Foto entstand bereits vor der Corona-Krise.

Dr. Felix Brandt, Ärztlicher Leiter des Notarztstandortes des St.-Vincenz-Krankenhauses, und das gesamte Rettungsteam appellieren: „Bitte sehen Sie unbedingt von Anrufen unter der 112 aus alleiniger Angst vor dem Corona-Virus ab. Natürlich unterstellen wir den Menschen, die achtsam sind, keine Panikmache. Auf keinen Fall sollen Betroffene auf eigene Faust direkt ins Krankenhaus gehen.“

Keine Infektionen in eigenen Reihen

Der Rettungsdienst bittet zudem, schon während des Absetzens des Notrufes darüber zu informieren, ob man selbst, die verletzte Person oder Personen im Umfeld mit dem Corona-Virus infiziert sind oder unter einem Verdacht stehen – auch dann, wenn eine Alarmierung nicht im Zusammenhang mit dem Virus steht.

Der Transport und die Versorgung von infektiösen Patienten gehören zur täglichen Routine des Rettungsdienstes. Aufgrund des Corona-Virus hat das Team einige Abläufe geändert: Nur ein Mitarbeiter nimmt die Ersteinschätzung der Situation vor, bevor dann das restliche Team mit entsprechenden Schutzmaßnahmen nachrückt. „Wenn sich unsere Teams untereinander anstecken würden, wäre das fatal für unsere Gesundheitsversorgung“, so Dr. Brandt. „Gerade im Bereich der Anästhesie haben wir eine sehr große Schnittmenge an Notärzten und Beatmungsspezialisten für die innerklinische Versorgung. Schwächungen wirken sich hier schnell gegenseitig aus.“ Aktuell gibt es in den eigenen Reihen der Notärztinnen und Notärzte keine Infektionen mit dem Corona-Virus und auch keine berufsbedingte Quarantäne-Situation.

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