Feuerwehr Paderborn erhält neues Einsatzfahrzeug für 500.000 Euro Einzigartig in Deutschland

Paderborn (WB). Besser geht nicht: Die Feuerwehr Paderborn hat für 500.000 Euro ein neues Einsatzfahrzeug erhalten, bei dessen Entwicklung die Einsatzkräfte selbst mit vielen Ideen und Verbesserungsvorschlägen mitgeholfen haben. Herausgekommen ist eines der modernsten Löschfahrzeuge in Deutschland, das bereits am Freitag bei der Präsentation mehr als 100.000 Menschen über die Sozialen Medien faszinierte.

Von Jörn Hannemann
Ein Gemeinschaftsprojekt: Mit den Ideen, Verbesserungsvorschlägen und Wünschen von Paderborner Feuerwehrleuten ist das neue hochmoderne Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug entstanden. Zwei weitere baugleiche Modelle sollen folgen und zwei 20 Jahre alte Einsatzfahrzeuge ersetzen. Die Projektleiter Cyrill Stute (links) und Mirco Westbomke sind begeistert.
Ein Gemeinschaftsprojekt: Mit den Ideen, Verbesserungsvorschlägen und Wünschen von Paderborner Feuerwehrleuten ist das neue hochmoderne Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug entstanden. Zwei weitere baugleiche Modelle sollen folgen und zwei 20 Jahre alte Einsatzfahrzeuge ersetzen. Die Projektleiter Cyrill Stute (links) und Mirco Westbomke sind begeistert. Foto: Jörn Hannemann

Herausforderungen gehören zum Tagesgeschäft der Feuerwehr Paderborn. Das zeigt einmal mehr die schwierige und belastende Situation in Zeiten von Corona. Um so wichtiger ist es, das passende Arbeitsgerät im Notfall parat zu haben. „Viele unserer Einsatzfahrzeuge sind bereits mehr als 20 Jahre alt. Die müssen dringend ausgetauscht werden“, mahnt Feuerwehrchef Ralf Schmitz.

Die Neuanschaffung hat jedoch nichts mit Corona zu tun, die Planungen gehen bereits bis ins Jahr 2018 zurück. In einer wachübergreifenden Mitarbeiterbefragung unter den etwa 250 hauptberuflichen Kräften, gab es eine klare Zustimmung. „Mehr als die Hälfte hat sich beteiligt. Das spricht für große Akzeptanz“, berichten die beiden Projektleiter Cyrill Stute und Mirco Westbomke. In diesem Jahr sollen noch zwei weitere Fahrzeuge dieser Art angeschafft werden, jeweils eins für die beiden hauptamtlichen Wachen in Paderborn, das dritte ist für Schulungszwecke und als Ersatzwagen vorgesehen.

Hinter dem sperrigen Namen „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20“ verbirgt sich ein echtes Arbeitstier mit 410 PS, 2000 Liter Löschwassertank, 120 Liter Schaumtank und verstärktem Luftkompressor für den Betrieb von Hebekissen. Letzteres ist mit Blick auf mögliche Unfallszenarien beim Betonwerk Bremer, den Schwertransporten verschiedener Speditionen, dem Bahnwerk und den Atlaswerken ein besonderer Wunsch der Wehr gewesen, betont Stute. Angetrieben wird der Wagen von einem Diesel der neuesten Euro-6-Klasse. Wegen der starken Pumpen sei ein Elektroantrieb in diesem Bereich nicht möglich, so Stute. Das sei noch Zukunftsmusik. Der Wagen stammt von der Firma Scania, der Aufbau von Rosenbauer. Zur Ausstattung gehören ein Lichtmast mit 4K-Kamerasystem und eine 360°-HD-Rundumkamera für die Unfallbeweissicherung, eine sieben Meter lange Sichtschutzwand, Dreipunktgurte, zwei Wärmebildkameras, akkubetriebene Rettungsschere und -Spreizer, mobile LED-Scheinwerfer und umfangreiche medizinische Ausrüstung wie ein Defibrillator. „Auch ein iPad ist an Bord, wo sich die Mannschaft auf der Anfahrt durch Objektpläne vorbereiten kann“, erläutert Schmitz. Stute: Alles, was nicht europaweit ausgeschrieben werden musste, wurde bei ortsansässigen Firmen in Paderborn in Auftrag gegeben. Das war beispielsweise bei individuellen Sonderanfertigungen der Fall.

Nach einer Erprobungszeit und kleinen Nachbesserungen am Werk soll es die Freigabe für die beiden weiteren baugleichen Fahrzeuge geben. Die Redaktion vom VOLKSBLATT wünscht gute und vor allem sichere Fahrten zu möglichst wenigen Einsätzen.

Ein eindrucksvolles Video des neuen Einsatzfahrzeugs gibt es hier .

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