Kreis Paderborn trifft vorsorgliche Maßname – andere Berufskollegs nicht betroffen
Corona: Ludwig-Erhard-Berufskolleg geschlossen

Paderborn (WB/itz). Das Ludwig-Erhard-Berufskolleg in Paderborn wird vorsorglich ab Montag, 9. März, geschlossen. Das hat der Kreis Paderborn am Sonntag mitgeteilt. Eine Familienangehörige einer Person, die vom Kreisgesundheitsamt als ein Verdachtsfall auf eine Corona-Virus-Infektion eingestuft worden ist, besucht das Berufskolleg.

Sonntag, 08.03.2020, 17:15 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 07:00 Uhr
Das Ludwig-Erhard-Berufskolleg in Paderborn wird vorsorglich ab Montag, 9. März, geschlossen. Foto: Jörn Hannemann

„Um die Übertragungskette frühzeitig zu stoppen, wird das Berufskolleg so lange vorsorglich geschlossen, bis die Ergebnisse der Testungen vorliegen. Dies ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, da die Familienangehörige nur einen Tag, seit Kontakt mit dem Verdachtsfall, in der Schule war. Aus diesem Grunde hält es das Kreisgesundheitsamt trotz der Campussituation für ausreichend, das Ludwig-Erhard-Berufskolleg vorsorglich zu schließen. Die gesamte Familie befindet sich in häuslicher Quarantäne“, heißt es in der Pressemitteilung.

Bereits am Samstag hatte der Kreis Paderborn den ersten positiv getesteten Patienten vermeldet. Es handele sich um einen Reiserückkehrer aus einem Gebiet, das mittlerweile vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet definiert sei. Die Person aus dem Kreis Paderborn sei nach ihrer Rückkehr positiv auf den Corona-Virus getestet worden.

Der Patient, seine Frau und alle Personen, von denen bekannt sei, dass sie unmittelbaren Kontakt zu ihm hatten, seien vom Gesundheitsamt unter häusliche Quarantäne gestellt worden.

Suche nach Kontaktpersonen

„Das Gesundheitsamt ermittelt zurzeit, ob es noch weitere Kontaktpersonen gegeben hat“, hieß es am Samstag in der knappen Pressemitteilung. Die Öffentlichkeit werde erst an diesem Montag in einer Pressekonferenz ausführlicher zu dem Fall informiert. Außerdem wurden die Medien in diesem Fall gebeten, mit Blick auf die Pressekonferenz „von Nachfragen abzusehen“.

In Sachen Corona war die vergangene Woche für die Menschen im Kreis Paderborn wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Am vergangenen Montag wurden drei Verdachtsfälle bekannt – sieben Personen befanden sich in häuslicher Isolierung. Vorsorglich wurden das Liebfrauengymnasium und die Grundschule Harth bis einschließlich Mittwoch geschlossen.

„Gemäß der Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes, an die wir uns streng halten, ist es unser Ziel, Infektionswege zu unterbrechen und so eine Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen“, hatte der Paderborner Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi die Maßnahmen begründet.

Bürgertelefon zum Thema Coronavirus

Fast zeitgleich wurde der Verdachtsfall eines Paderborners bekannt, der in Venetien an einer Konferenz seines Unternehmens teilgenommen hatte. Dort habe er Kontakt zu einem Kollegen aus Bayern gehabt, der ebenfalls das Virus in sich trägt. Der Mann reiste nach Paderborn per Leihwagen zurück, wo er ebenfalls nun 14 Tage gemeinsam mit seiner Frau in Quarantäne lebt.

Beim dritten Verdachtsfall handelt es sich um eine Paderbornerin, die mit Grippesymptomen aus der norditalienischen Risikoregion Lombardei aus einem Skiurlaub zurückgekehrt ist. Auch für sie wurde Quarantäne angeordnet.

Der Kreis Paderborn hat in Zusammenarbeit mit dem Service-Center der Stadt Paderborn ein Bürgertelefon zum Thema Coronavirus unter 05251/88122979 eingerichtet. Erreichbar ist es montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr.

 

 

 

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