Amnesty zeigt Ausstellung bei Neuenbekener Missionsschwestern
Menschenrechte gelten für alle

Altenbeken-Neuenbeken (WB). Vor 71 Jahren einigten sich die Mitglieder der Vereinten Nationen auf die Menschenrechte als unveräußerlichen Grundsatz menschlichen Zusammenlebens. An dieses historische Datum erinnert eine Ausstellung im Missionshaus Neuenbeken, die noch bis zum 17. März zu sehen ist.

Sonntag, 08.03.2020, 19:23 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 12:52 Uhr
Amnesty International und die Missionsschwester zeigen zusammen eine Ausstellung über Menschenrechte (von links): Alexander Wisner, Friedrich Wichmann und Esther vom Lom (alle Amnesty) mit Klosteroberin Schwester Angela-Maria. Foto: Flüter

Großformatige Schwarz-Weiß-Fotos erinnern in der Ausstellung an den 10. Dezember 1948. An diesem Tag wurde in New York die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ vorgestellt. Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und knapp zwei Jahre nach dem Abwurf der Atombomben war das ein entscheidender Schritt für ein friedliches und faires Zusammenleben aller Menschen.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollten ein­ander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen“, heißt es in Artikel 1. Hinter diesen Standard kann seitdem niemand in der Welt zurück – auch wenn Verstöße gegen die Menschenrechte weiter an der Tagesordnung sind, wie Friedrich Wichmann von Amnesty International Paderborn zur Eröffnung der Ausstellung erläuterte.

Meinungsfreiheit sei gefährdet

So wurde in den USA 1964 die Rassentrennung aufgehoben, aber die Roma und Sinti oder Flüchtlinge leben in Europa immer noch unter oft menschenunwürdigen Bedingungen, erklärte er. Die Todesstrafe galt vor 20 Jahren in vielen Ländern dieser Erde. Heute sind die Staaten, die Menschen töten, an zwei Händen abzuzählen. Das Menschenrecht auf Asyl ist auch in Deutschland umstritten, die Religionsfreiheit gilt längst nicht überall. Die Meinungsfreiheit sei wieder stärker gefährdet, weil Populismus und Hass im Internet sich Bahn schlagen.

Die Missionsschwestern vom kostbaren Blut haben unmittelbar erlebt, wie positiv Menschenrechte wirken können. Der Orden kommt ursprünglich aus Afrika. In Südafrika erlebten die Schwestern mit, wie in den 1990er Jahren die Apartheid, die Unterdrückung und Ausgrenzung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit, endete.

Missionsschwestern fühlen sich Menschenrechten verbunden

Als christliche Glaubensgemeinschaft fühlen sich die Missionsschwestern den Menschenrechten verbunden. Glaubensgrundsätze und Menschenrechte entsprechen sich fast eins zu eins. Auch aus diesem Grund haben die Schwestern die Amnesty-Ausstellung in ihr Haus geholt.

Die Ausstellung ist Teil eines weitergefassten Konzepts im Missionshaus. Unter dem Titel „Kleine Kostbarkeiten im Kloster“ lädt das Kloster regelmäßig zu Veranstaltungen ein. Am Wochenende ist zudem das „Klostercafé“ von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. (Öffnungszeiten der Ausstellung: täglich von 9 bis 17 Uhr, Anmeldung an der Pforte).

Daten und Fakten

Die Paderborner Gruppe von Amnesty International feiert mit der Ausstellung im Missionshaus in Neuenbeken ihr 50-jähriges Bestehen. Damit ist die Paderborner Gruppe eine der ältesten in Deutschland. Neben der Öffentlichkeitsarbeit – Ausstellungen, Pressearbeit, aber auch Stände in der Innenstadt – setzt sich Amnesty in Paderborn aktiv für Menschen ein, die verfolgt, unterdrückt, gefoltert oder in einer anderen Weise in ihren Menschenrechten bedroht werden. Die Paderborner Gruppe von Amnesty International trifft sich jeweils am ersten und dritten Dienstag im Monat um 19 Uhr in der Kulturwerkstatt Paderborn, Bahnhofstraße 64.

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