Aber der Fachkräftemangel macht sich in Paderborn bereits bemerkbar
Neue Kitas gehen an den Start

Paderborn (WB). Noch müssen in Paderborn keine Kitas wegen Fachkräftemangel geschlossen werden. Aber es wird zunehmend schwerer, freie Stellen zu besetzen. Das hat die Jugendamtsleiterin Petra Erger am Donnerstagabend im Jugendhilfeausschuss deutlich gemacht.

Samstag, 07.03.2020, 03:34 Uhr aktualisiert: 07.03.2020, 05:00 Uhr
Die nagelneue viergruppige Kita Fontanestraße mit Familienzentrum ist soeben fertig gestellt worden und in Betrieb gegangen. Mit 3,5 Millionen Euro sei man „sehr gut im Kostenrahmen geblieben“, hieß es am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss.    Foto: Jörn Hannemann

„Der Fachkräftemangel ist auch in Paderborn angekommen“, sagte Erger und nannte Zahlen: „Früher hatten wir 40 Bewerbungen auf zwei Stellen; wenn wir heute drei oder vier Stellen ausschreiben, melden sich nur noch sechs oder sieben Bewerber.“ Der Markt der Erzieherinnen sei wie „leergefegt“. Im Vergleich zu Ballungszentren wie Berlin und anderen Großstädten „geht es uns in Paderborn aber noch vergleichsweise gut“, stellte Erger fest: „Bislang ist es uns noch immer gelungen, freie Stellen zu besetzen.“

Einrichtung in der Fontanestraße ist fertig

Im Stadtgebiet gibt es 88 Kitas, von denen 34 der Stadt gehören, 25 sich in katholischer, sechs in evangelischer und 23 in freier Trägerschaft befinden. Kitas werden neu gebaut, an andere wird angebaut. Ulrich Wibbeke vom Gebäudemanagement Paderborn (GMP) gab im Ausschuss einen Überblick über bereits fertiggestellte und noch ausstehende Bauprojekte.

Demnach ist die viergruppige Kita Fontanestraße mit Familienzentrum fertig und gerade in Betrieb gegangen. Mit 3,5 Millionen Euro sei man „sehr gut im Kostenrahmen geblieben“. Die Kita Bohlenweg in Elsen, die aussieht wie ein Bumerang, gehe in den nächsten Tagen an den Start. Das Containerdasein für einige Kinder hat somit ein Ende. Hier haben die Baukosten nach Wibbekes Angaben 3,9 Millionen Euro betragen.

Ausbau von Familienzentren

Voraussichtlich noch in diesem Monat wird der Ausbau der Kita in Dahl abgeschlossen sein. Sie wurde unter anderem durch ein Behinderten-WC und einen Wickelraum ergänzt, allerdings muss noch der elektrische Hausanschluss gelegt werden. Kostenpunkt der Baumaßnahme: 570.000 Euro. Für den Kindergarten Mistelweg auf dem Kaukenberg, wo das Familienzentrum ausgebaut wird, sind 250.000 Euro vorgesehen.

Für eine viergruppige Kita an der Karlstraße hat die Verwaltung das Erdgeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses für drei Gruppen angemietet. Der Vertrag läuft über mindestens 25 Jahre. Rechtzeitig zum neuen Kindergartenjahr im August soll die Kita zur Verfügung stehen.

Kitas in Marienloh, Schloß Neuhaus und Alanbrooke

Noch nicht so weit sind Projekte, die Ulrich Wibbeke ebenfalls vorstellte. Am Talleweg in Marienloh soll eine Kita genauso realisiert werden wie in Schloß Neuhaus nahe der Grundschule Josef und auch auf dem Gelände der Alanbrooke-Kaserne.

Die Kita dort soll auf zwei Etagen Platz für sechs Gruppen bieten. Die Kita Karl-Korthaus-Straße in Sande wiederum soll fünfgruppig werden, für die Kita Hinter den Höfen in Wewer sind ein Anbau und eine Kernsanierung im laufenden Betrieb geplant. Auch die Dempsey-Kaserne ist als Kita-Standort ins Auge gefasst. „Da befinden wir uns aber noch ganz am Anfang“, erläuterte Wibbeke im Ausschuss.

Küchenausstattungen fehlen

Manchen Kitas fehlen Küchenausstattung und Speiseräume. „Die Ausweitung der Übermittagsbetreuung ist die größte Her­ausforderung für die Mitarbeiter“, sagte Annelie Segin vom Jugendamt. In vielen Kindertagesstätten bleiben demnach zwei Drittel der Jungen und Mädchen mittags da. In den meisten Fällen beträgt die Betreuungszeit 45 Stunden in der Woche. Um den Rechtsanspruch der Eltern auf einen Kindergartenplatz zu erfüllen, verfügt die Stadt über 5820 Plätze für U3 (1340 Plätze) und Ü3 (4480). Im Bereich Ü3 beträgt die Versorgungsquote 99 Prozent, im Bereich U3 dagegen 40 Prozent.

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