Kartum möchte als Bürgermeisterkandidat in Paderborn für die Partei Volt antreten
„Wollen die Bürger wachrütteln“

Paderborn (WB). Nun sind es sechs: Nachdem CDU, SPD, Grüne, Linksfraktion und FDP schon ihre Kandidaten für die Kommunalwahl bekannt gegeben haben, wirft nun auch Verani Kartum seinen Hut in den Ring. Bis vor kurzem war noch Mitglied der CDU, Nun will er aber für die europafreundliche Kleinstpartei Volt antreten. In einem Gespräch mit dem Volt-Parteivorsitzenden Thomas Mertens, sei ihm klar geworden, dass das Programm der Partei sich mit seinen Ansichten decke. Thomas Mertens bestätigt: „Das war Liebe auf den ersten Blick.“

Freitag, 06.03.2020, 12:58 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 14:36 Uhr
Verani Kartum (links) und Thomas Mertens (rechts) wollen mit der Volt-Partei den Wahlkampf in Paderborn aufmischen. Kartum setzte auf eine Bürgermeisterkandidatur. Foto: Franz Köster

Stimme für die „kleinen Leute“

Kartum, der sich in Paderborn vor allem einen Namen als Vorsitzender des Sportvereins SC Aleviten und als Sprecher der Integrationsoffensive gemacht hat, sieht sich vor allem als Stimme und Vertreter der „kleinen Leute“. Er selbst habe sein erstes Fahrrad vom Schrottplatz geholt und könne sich daher besser in diese Menschen hineinversetzen, meint Kartum und wirft dem amtierenden Bürgermeister Michael Dreier (CDU) vor, „sich nicht um die einfachen Leute zu kümmern“.

Er erkenne eine Spaltung der Gesellschaft, die zum Beispiel von einer aus seiner Sicht falschen Drogenpolitik befeuert werde: „Statt den Menschen am Westerntor zu helfen, kriminalisieren wir sie“, ärgert sich Kartum. Wichtig sei für ihn, dass alle Menschen sich als Teil der Paderstadt fühlen könnten. Auch habe es Dreier versäumt, nach dem Anschlag in Hanau sich mit den passenden Worte an die Bevölkerung zu wenden.

Bewegungsförderung und kostenloses Busfahren

Auch die Stadtverwaltung nimmt Verani Kartum mit in den Fokus: „Der Einfluss von Parteien auf die Verwaltung ist viel zu groß. Paderborn wird von drei bis vier Männern beherrscht”, meint Kartum und der Volt-Chef Mertens ergänzt: „Das könnte man auch gut als Filz bezeichnen.“ Kartum werde sich dafür einsetzen, etwaige Verpflechtungen zu entwirren.

Ein großes Steckenpferd für den Sportvereinsvorsitzenden ist die Bewegungsförderung von Kindern- und Jugendlichen, die sich auch auf die schulischen Leistungen des Nachwuchses auswirken würde: „Wir sollten den Sportvereinen die Hallen-Nutzungsgebühren für den Jugendbereich erlassen“, schlägt Kartum als Maßname vor, der sich langfristig auch einen kostenlosen ÖPNV als Ziel gesetzt hat. „Junge Menschen bis 25 Jahre sollten nicht mehr für Bus und Bahn im Kreis zahlen müssen“.

„Wollen die Menschen wachrütteln“

Auf seine vermutlich aussichtslose Kandidatur angesprochen, sagt auch Kartum, dass er nicht davon ausgehe ins Amt gewählt zu werden: „Wenn wir es aber schaffen die Menschen durch meine Kandidatur wachzurütteln und den anderen Parteien unsere Themen aufzuzwingen, dann ist das unser Wahlsieg.“

Um als Bürgermeisterkandidat aufgestellt werden zu können, fehlen Verani Kartum derzeit noch 360 Unterschriften, die in den nächsten Wochen eingeholt werden müssen, bevor er im April von seiner Partei, die in Paderborn derzeit 15 Mitglieder hat, aufgestellt wird. Die offizielle Bewerbungsfrist endet im Juli.

Zur Person

Verani Kartum ist 50 Jahre alt, in zweiter Ehe verheiratet und hat drei Kinder. Der pensionierte Justizvollzugsbeamte war ursprünglich KFZ-Mechaniker und Außenhandelskaufmann. Zuletzt war er in der Justizvollzugsanstalt in Hövelhof beschäftigt. Ehrenamtlich engagiert er sich vor allem als Vorsitzender des Sportvereins SC Aleviten und als Mitglied des Integrationsrates der Stadt Paderborn.

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