Hazel Brugger erzählt in Paderborn von dreckigen Eulen und Suppe im Brot Skurrile Geschichten

Paderborn (WB). Emil Steinberger? Die Humorikone aus der Schweiz kennen junge Leute heute gar nicht mehr. Sie jubeln der neuen eidgenössischen Comedy-Garde mit Alain Frei und Hazel Brugger zu.

Von Dietmar Kemper
Hazel Brugger und Thomas Spitzer genießen den Beifall in der ausverkauften Paderhalle. Die zumeist jungen Leute hören ihnen zwei Stunden lang amüsiert zu.
Hazel Brugger und Thomas Spitzer genießen den Beifall in der ausverkauften Paderhalle. Die zumeist jungen Leute hören ihnen zwei Stunden lang amüsiert zu. Foto: Dietmar Kemper

Die gebürtige Amerikanerin, die in der Nähe von Zürich aufwuchs und heute in Köln lebt , hat mit nur 26 Jahren bereits den Durchbruch geschafft. Die Paderhalle war am Dienstagabend ausverkauft, und auch für fast alle noch folgenden Auftritte von Hazel Brugger auf ihrer „Tropical“-Tour gibt es keine Karten mehr.

Wie lang darf der Faden einer Kupferspirale sein?

Was macht Hazel Bruggers Erfolg aus? So wie ihr ebenfalls stark angesagter Comedy-Kollege Felix Lobrecht denkt sie sich skurrile Geschichten aus, ist dabei aber bis auf ein paar Ausnahmen nicht so böse und zynisch. Sie macht sich Gedanken darüber, wie man dreckige Eulen wieder sauber bekommt („20 Minuten bei 90 Grad in der Waschmaschine“), definiert starke Frauen als diejenigen, die schwache Frauen erkennen und für sich einspannen und rätselt darüber, wie lang der Faden einer Kupferspirale sein sollte.

Apropos: Hazel Brugger berichtet über den Besuch bei ihrem alten, halb blinden Gynäkologen und fühlt sich bei dessen Aufforderung „Machen Sie sich frei“ an ein Philosophiestudium erinnert. Noch weniger als solche Arztbesuche mag sie Mittelaltermärkte. Wer, so fragt sie sich, komme schon auf die bescheuerte Idee, Suppe im Brot zu servieren. das ja bekanntlich irgendwann weich werde.

Warum heißt das Programm „Tropical“?

Die junge Frau hadert mit ihrem Alter („26 – für mich ist das ein Rekord“) und möchte mitreden, wenn ihre älter werdenden Eltern noch ein teures Möbelstück kaufen wollen. Ihre Geschwister wiederum sind für sie „Übungsmenschen für richtige Menschen“. Das ist alles sehr unterhaltsam, wenngleich bis zum Schluss offenbleibt, warum das Programm „Tropical“ heißt. Wer dabei eine bunte Deko mit Papageien und Palmen erwartet hatte, wird enttäuscht. Ein Hocker mit einer Flasche Wasser und ein Mi­kroständer – so langweilig sieht es auf der Bühne der Paderhalle selten aus.

Hazel Brugger füllt den Saal und die Bühne mit ihrem Sprachwitz, den sie auch immer wieder in der „heute-show“ im ZDF bewiesen hatte. Die große Politik lässt sie in Paderborn außen vor, spottet gleichwohl über Westfalen („Erotik in Soest nennt man Ehe“) und warnt davor, auf Autobahnen in der Schweiz zu schnell zu fahren („Geblitzt zu werden kostet so viel wie ein Haus in Mecklenburg-Vorpommern“).

Hazel Brugger hat einen Einheizer

So wie Rockbands eine Vorband haben, hat Hazel Brugger schon einen „Einheizer“. Thomas Spitzer betritt als Erster die Bühne, macht seine Sache gut und räumt gleichzeitig freimütig ein: „Ihr habt viel Geld bezahlt, um mich nicht zu sehen.“ Zum Schluss noch ein Tipp: Der Zweite aus der neuen eidgenössischen Comedy-Garde, Alain Frei, kommt am 17. April in die Paderhalle.

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