Bläserphilharmonie OWL entführt in Paderborn in die Welt der Volkstänze
Schwelgerische Weiten

Paderborn (WB). Eins vorab: Der Konzertabend des Projektorchesters, zu dem die Musiker aus ganz Ostwestfalen-Lippe gehören, hat sich mehr als gelohnt. In einer nahezu ausverkauften Paderhalle begeistern die rund 70 Beteiligten das Publikum und überzeugen mit ganz unterschiedlichen Qualitäten.

Montag, 02.03.2020, 17:03 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 17:20 Uhr
Die Bläserphilharmonie OWL mit ihrem Dirigenten Pietro Sarno, der keine Noten braucht, sondern alles auswendig kennt. Foto: Juliane Fröhling

Der erste Teil des Programms, das ganz im Zeichen von rumänischen Tänzen stand, ist von ruhiger und teils schwelgender Musik gekennzeichnet. Im Stehen liefert die Bläserphilharmonie gleich ein breites Spektrum an Dynamik und ist dabei in der Intonation sauber und gut aufeinander abgestimmt.

In der „William Byrd Suite“ sind es vor allem die Blechbläser, die auf sich aufmerksam machen: Sowohl in solistischen als auch in Tutti-Parts haben sie einen ausgewogenen Klang, der warm und nicht zu knallig den Raum füllt.

Weiter geht es dann im Sitzen, die Rhapsodie „Legenda Rumantscha“ ist von mehreren Tempowechseln gekennzeichnet. Diese werden souverän gemeistert. Das liegt nicht zuletzt am feinen und aufmerksamen Dirigat von Pietro Sarno, der bemerkenswerter Weise alles auswendig dirigiert und sich so vollends auf die Musik konzentrieren kann.

Bibel und buddhistische Inspiration begegnen sich

Bei „Give us this day“ treffen Lebendigkeit und Besinnlichkeit aufeinander. In dem Werk begegnen sich Bibel und buddhistische Inspiration. David Maslanka hat als großer Bachfan unter anderem einen Choral des Komponisten verarbeitet. Der Beginn ist eindrucksvoll und wird auf einige wenige Instrumente reduziert. Die Musiker kosten die Dissonanzen mutig aus, bevor der Wechsel in eine monumentale Stimmung, die sich wie ein Sonnenaufgang anfühlt, auf Anhieb gelingt. Der zweite Teil des Werks ist fast schon dramatisch, vom Zusammenspiel her anspruchsvoll und facettenreich. Auch dies musizieren die Bläser und Schlagzeuger sowie die Pianistin sicher.

Der zweite Teil des zweieinhalbstündigen Programms ist etwas schwungvoller. Das ist nicht nur auf die Stückauswahl zurückzuführen, sondern auch auf ein noch mehr befreites Aufspielen der Bläserphilharmonie.

Sechs „Romanian Dances“ von Thomas Doss sind nun zu hören, dabei sind beispielsweise Bauerntänze, ein Neujahrstanz oder ein Spieltanz. Was genau das bedeutet, wird vorab von den Moderatoren erklärt, die durch den gesamten Abend führen.

Die Hinführung zu den Stücken ist gelungen, teilweise ist die Moderation leicht überzogen. Bei den „Romanian Dances“ müssen die Musiker nicht nur ihr eigenes Instrument beherrschen, sondern wechseln zwischenzeitlich in die Rolle der Schlagzeuger, sollen laut die Noten pfeifen, klatschen oder „Hey“ rufen.

Osteuropäische Klänge in der Paderhalle

Osteuropäische Klänge halten so Einzug in die Paderhalle, die Spielfreude ist allen anzusehen. Die Holzbläser haben zum Teil solistisch hoch anspruchsvolle Passagen, die sie hervorragend musizieren. Gleichzeitig harmonieren sie im großen Tutti. Auch die Schlagzeuger haben gut zu tun, eine große Bandbreite an Klängen kann so unterstützt werden. Verdient gibt es am Ende tosenden Applaus und stehende Ovationen.

Der Ruf nach einer Zugabe wird erfüllt: Passend zum Beethovenjahr gibt es einen für Blasorchester arrangierten Marsch, den „Zapfenstreich Nr. 2“. Auch die zweite, gefühlvoll dargebotene Zugabe, „Guten Abend, gut Nacht“ von Johannes Brahms, zeugt noch einmal von der hohen Qualität der Bläserphilharmonie OWL.

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