Beate Schäfers leitet in Paderborn den Grundschulverbund Riemeke-Theodor Bekenntnis zur Vielfalt

Paderborn (WB). Für jede Klasse ein süßer Hund, eine Achterbahn auf dem Schulhof, für jeden so viel Cola, wie er trinken kann und als Hausaufgabe eine Runde Ponyreiten: Das würde die Klasse 3c einführen, wenn sie „der Boss“ im Grundschulverbund Riemeke-Theodor wäre.

Von Dietmar Kemper
Verena Haese (links) und Torsten Buncher wünschen Beate Schäfers in der Aula der Theodorschule viel Erfolg für ihre Arbeit.
Verena Haese (links) und Torsten Buncher wünschen Beate Schäfers in der Aula der Theodorschule viel Erfolg für ihre Arbeit. Foto: Dietmar Kemper

Mal sehen, was Beate Schäfers davon umsetzt. Sie ist der neue Boss, oder besser gesagt die neue Direktorin, und wurde am Montag in ihr Amt eingeführt. Die 51-Jährige ist seit fast 28 Jahren Lehrerin, war Konrektorin der Alme-Schule in Wewer, kommissarische Leiterin der Lutherschule in Paderborn und steht jetzt vor einer gleichermaßen anspruchsvollen wie spannenden Aufgabe.

250 Jungen und Mädchen im multikulturellen Stadtviertel

Die 250 Jungen und Mädchen verteilen sich auf zwei Standorte an der Theodor- und der Erzbergerstraße. In den Klassen lernen mehr als 20 Nationen zusammen und voneinander. Die zwei einst selbständigen Schulen wachsen im multikulturellen Riemeke­viertel zusammen, das sich durch den Wegzug der Briten und die zivile Nutzung des Alanbrooke-Kasernengeländes sichtbar verändern wird.

Beate Schäfers bekomme die Möglichkeit, eine Schule und einen Stadtteil mitzugestalten, sagte Schulrat Torsten Buncher. Zu den Aufgaben eines Lehrers gehöre es nicht nur, den Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen, sondern auch die Demokratie zu stärken. Buncher: „Jede Haltung, die wir Kindern gegenüber annehmen, prägt deren Verhalten. Grenzen wir Kinder aus, grenzen sie später selber aus.“

Beate Schäfers, verheiratet und Mutter dreier Töchter, leitet seit Februar den Grundschulverbund. Ihr schlägt eine Welle der Sympathie entgegen. Erfahren, hochmotiviert und stets freundlich: So schilderte sie der stellvertretende Vorsitzende des Personalrates für Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen im Kreis Paderborn, Joachim König.

Jede Menge Vorschusslorbeeren

Der Sprecher der 19 Paderborner Grundschulen, Steffen Schmidt, attestierte Schäfers eine große Leidenschaft für ihren Beruf und erinnerte an den ungewöhnlich lauten Applaus im Schulausschuss, nachdem sie sich dort vorgestellt hatte. Wenn Beate Schäfers einen Raum betrete, fülle sich der mit positiver Energie, sagte die Vertreterin der Eltern im Grundschulverbund, Verena Haese. So wie die Lehrerinnen freut auch sie sich auf die Zusammenarbeit mit der waschechten Paderbornerin, die vor 45 Jahren dort eingeschult wurde, wo sie künftig das Sagen hat. Vom stellvertretenden Bürgermeister Bernhard Schaefer erhielt sie Geld für die Schulbücherei und einen Schal mit Paderborns Sehenswürdigkeiten.

Und wie geht die Neue ihre Aufgabe an? „Vielfalt macht eine gute Schule aus“, betonte sie und nannte Kommunikation, Transparenz, zielgerichtetes Miteinander, Wertschätzung, Teamarbeit, Mut und Verlässlichkeit als weitere Kriterien, an denen sie sich orientieren möchte. Sie machte zudem deutlich, dass sie die Zusammenarbeit mit den Nachbarschulen suchen will. Und was ist jetzt mit den Wünschen der Kinder wie jeden Tag Kakao, Schokopudding im Winter und mehr Spielgeräten auf dem Pausenhof? Beate Schäfers wird das schon machen.

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