Coronavirus: insgesamt sieben Personen derzeit in häuslicher Quarantäne
Drei Verdachtsfälle im Kreis Paderborn

Paderborn (WB). Dem Kreisgesundheitsamt in Paderborn sind inzwischen drei Corona-Verdachtsfälle gemeldet worden. Dabei handelt es sich um eine Frau aus Büren sowie einen Mann und eine Frau aus Paderborn. Für alle drei Personen sowie deren Angehörige ist eine zunächst 14-tägige Quarantäne angeordnet worden. Mit Testergebnissen wird am Dienstagnachmittag gerechnet.

Montag, 02.03.2020, 19:39 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 19:42 Uhr
Das Coronavirus hat möglicherweise den Kreis Paderborn erreicht. Drei Verdachtsfälle sind registriert. Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow, Dr. Kirsten-Wiebke Jensen, Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi und Gesundheitsdezernent sowie Krisenstabsleiter Michael Beninde (von links) haben über die Situation im Kreis Paderborn informiert. Foto: Oliver Schwabe

Der Kreis Paderborn hat am Montagmittag über die Situation informiert. „Uns sind am späten Sonntagnachmittag zwei Verdachtsfälle gemeldet worden“, berichtete Kreisdirektor Ulrich Conradi in einer Pressekonferenz . Da es sich im Fall der Frau aus Büren um eine Mutter zweier schulpflichtiger Kinder handele, sei sofort der interne Krisenstab aktiviert worden.

Erste Spur führt nach Heinsberg

Die Bürenerin habe im Kreis Heinsberg am 25. Februar beruflich einen mehr als zweistündigen Kontakt zu einer Person gehabt, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert sei. Nach Vorgaben des Robert-Koch-Institutes gelte dies als Verdachtsfall. In Abstimmung mit dem Bürener Bürgermeister Burkhard Schwuchow sowie den Schulen seien sowohl das Bürener Liebfrauengymnasium (807 Schüler) als auch die Grundschule Harth (98 Schüler), in denen die Kinder der Bürener Familie unterrichtet werden, vorsorglich für zunächst zwei Tage geschlossen worden , so Conradi.

Der Kreis Soest meldet zudem, dass inzwischen auch das Lippstädter INI-Berufskolleg, an dem der Ehemann unterrichte, vorsorglich für zwei Tage geschlossen worden sei.

Zweite Spur führt nach Bayern

Beim zweiten Verdachtsfall handele es sich um einen Geschäftsreisenden, der in Venetien (Italien) an einer Konferenz seines Unternehmens teilgenommen habe. Dort habe er Kontakt zu einem Kollegen aus Bayern gehabt, der nachweislich infiziert sei. Der Mann habe für sich entschieden, zu Hause zu bleiben und sei nach Absprache mit seinem Arbeitgeber nicht in seinen Betrieb zurückgekehrt. Sowohl die Frau aus Büren, ihr Man und die zwei Kinder als auch der Paderborner und seine Frau zeigten derzeit keine Symptome.

Dritte Spur führt nach Italien

Der dritte Fall erreichte das Kreisgesundheitsamt am Montagmorgen. Dabei handele es sich um eine Paderbornerin, die am 29. Februar aus einem Skiurlaub in der Lombardei zurückgekehrt sei und seit dem 25. Februar über Erkältungssymptome klage. Die allein lebende Frau habe nach derzeitigem Kenntnisstand keinen Kontakt zu einem nachweislich Infizierten gehabt.

Sowohl die vierköpfige Familie aus als auch die beiden Paderborner werden auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2 getestet. Mit Ergebnissen rechnet die Leitende Ärztin des Gesundheitsamtes Paderborn, Dr. Kirsten-Wiebke Jensen, am Dienstag. Auch wenn das Testergebnis negative verlaufen sollte, blieben die betroffenen Personen sowie ihre Angehörigen 14 Tage in häuslicher Isolierung.

Das Kreisgesundheitsamt bittet darum, bei begründeten Verdachtsfällen weder eine Arztpraxis noch ein Krankenhaus aufzusuchen, sondern sich zunächst telefonisch zu melden. „Menschen mit Schnupfen gehören nicht in eine Notaufnahme. Dort verstopfen sie wertvolle Kapazitäten. Die Krankenhäuser sind auf die schweren Fälle vorbereitet“, so die Amtsärztin. Ebenso sollten Menschen mit Erkältungssymptomen keine Krankenhausbesuche machen oder Altenheime aufsuchen, um die Patienten und Bewohner zu schützen, so Jensen.

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