Westfalen Weser Energie digitalisiert Netze und setzt auf E-Mobilität
Personeller Umbruch

Paderborn (WB). Der kommunale Dienstleister Westfalen Weser Energie steckt personell in einem Umbruch. „In den nächsten 15 Jahren geht die Hälfte der Mitarbeiter in den Ruhestand“, sagte der Geschäftsführer Stephan Nahrath beim Energieforum im Heinz-Nixdorf-Museumsforum.

Montag, 10.02.2020, 19:03 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 19:20 Uhr
Westfalen Weser Energie mit Geschäftsführer Stephan Nahrath (rechts) nimmt immer mehr Elektrofahrzeuge in den Fuhrpark auf. Foto: Oliver Schwabe

Konkret sind das 400 der insgesamt 800 Angestellten und 100 Auszubildenden. Mit einer Einstellungsoffensive – 34 Personen kamen 2019 neu hinzu – und der an junge Leute gerichteten Kampagne „Netz oder nie“ will das Unternehmen den Wandel gestalten.

Sensoren sollen Störungen schnell erkennen

Der Bedarf an Technikern ist groß, denn Westfalen Weser Energie will die Stromnetze digitalisieren, um sie besser steuern zu können. „Mit Sensoren können wir den Netzzustand erfassen und Störungen schnell erkennen“, verspricht sich Stephan Nahrath davon erhebliche Vorteile für das Unternehmen und die Kunden, also die Kommunen. Durch Blomberg und Hohnhorst stieg die Zahl der Gesellschafter auf 56. Mehr als 20 weitere Städte und Gemeinden im Großraum OWL, Südniedersachsen und nördliches Sauerland haben WWE eine Konzession erteilt.

Die vom Unternehmen bereitgestellten Verteilnetze – zu 85 Prozent Strom und zu 15 Prozent Gas – sind offenbar kaum störanfällig. Mit einer Ausfallzeit von weniger als zehn Minuten pro Kunde und Jahr steht WWE nach eigenen Angaben bei der Versorgungssicherheit um ein Viertel besser da als der Bundesdurchschnitt. In Paderborn und Borchen lieferte WWE Heizzentralen für die Wohnquartiere „Springbach Höfe“ und „Unterm Hessenberg“.

Caritas setzt auf WWE

Nahrath: „Immerhin speisten 2019 rund 32.000 Anlagen eine Gesamtleistung von rund 1800 Megawatt ein. Insgesamt liefern die regenerativen Energien in unserem Netzgebiet einen beachtlichen Anteil von über 51 Prozent am Stromverbrauch.“ Der kommunale Dienstleister setzt verstärkt auf Elektromobilität. So stellt er die Infrastruktur für die Caritas im Erzbistum Paderborn zur Verfügung. 80 Standorte mit bis zu 500 Ladepunkten sind geplant. „Im vergangenen Jahr waren wir wieder wirtschaftlich sehr erfolgreich“, betonte Stephan Nahrath beim Forum vor Bürgermeistern und Landräten.

Demnach erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 900 Millionen Euro, schüttete eine Dividende von 40 Millionen Euro an die Anteilseigner aus und stellte 500.000 Euro für bürgerschaftliches Engagement zur Verfügung. Auch wenn die Netze modernisiert und digitalisiert werden, braucht es weiter Mitarbeiter aus Fleisch und Blut. Nahrath: „Eine kaputte Muffe kann noch nicht von einem Roboter repariert werden.“

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