Günter Zagatta aus Paderborn belegt beim Wikipedia-Fotowettbewerb Platz zwölf Das schneckenförmige Treppenhaus

Paderborn (WB). „Wiki Loves Monuments“ heißt der Fotowettbewerb, bei dem die Jury im vergangenen Jahr unter 213.000 Motiven auszuwählen hatte. 7300 Fotografen aus 48 Ländern hatten sich beteiligt – darunter Günter Zagatta aus Paderborn. Mit seinem Foto, auf dem das Treppenhaus im Nordturm des Schlosses Drachenburg bei Königswinter zu sehen ist, belegte er den großartigen zwölften Platz.

Von Dietmar Kemper
Mit der Aufnahme des schneckenförmigen Treppenhauses im Schloss Drachenburg gelang Günter Zagatta ein perfektes Bild.
Mit der Aufnahme des schneckenförmigen Treppenhauses im Schloss Drachenburg gelang Günter Zagatta ein perfektes Bild. Foto: Zagatta

„Das Foto wird in dem Land eingereicht, in dem das Baudenkmal steht, und in

Günter Zagatta fotografiert voller Begeisterung. Foto: Dietmar Kemper

Deutschland bin ich auf Platz zehn gelandet“, erzählt der 55-Jährige. Jeweils die besten zehn Fotos eines Landes kamen dann in die Endauswahl. Nicht nur wegen der hohen Teilnehmerzahl ist „Wiki Loves Monuments“ ein besonderer Fotowettbewerb. Erstens können nur Bilder von Baudenkmälern oder Bestandteilen davon eingereicht werden, und zweitens soll die ganze Welt sie sehen können.

Günter Zagatta: „Begabung verpflichtet.“

„Das Ziel des Wettbewerbs ist es, die Leute dazu zu bringen, die Fotos öffentlich zu stellen“, betont Zagatta. Kein Wunder, steht doch die Internetenzyklopädie Wikipedia für öffentliche und transparente Informationen, die jedem zugänglich sind. Mit dem Konzept ist Günter Zagatta einverstanden. „Begabung verpflichtet“, sagt er: Wer gut fotografieren könne, solle seine Bilder nicht für sich behalten, sondern der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Und fotografieren kann der Softwareentwickler, Gruppenleiter und Ausbilder bei der Firma Dspace. „Wo auch immer wir sind, suchen wir Fotomotive“, erzählt er. Mit „wir“ ist auch seine Frau Sabine gemeint, die wie er leidenschaftlich gern fotografiert. Ihrem Anstoß verdankt Günter Zagatta auch das Bild von Schloss Drachenburg.

Technik der Mehrfachbelichtung eingesetzt

„Wir waren 2019 auf der Rückreise aus der Eifel, als meine Frau sagte: ‚Das ist doch auch ein schönes Schloss, da oben im Turm muss der Blick toll sein.‘“ Günter Zagatta hielt an, ging hin, erblickte das schneckenförmige Treppenhaus, war fasziniert und machte das Foto mit seiner Nikonspielgelreflexkamera und einem 15-Millimeter-Superweitwinkelobjektiv. Dank Mehrfachbelichtung sind alle Details perfekt wiedergegeben. „Ich fotografiere gerne mit Extremen, weil das Objekte interessanter macht“, betont Zagatta. In seiner Ausrüstung hat er auch ein 600-Millimeter-Superteleobjektiv, um zum Beispiel weit entfernte Tiere unmittelbar vor sein Auge zu holen.

Allerdings zieht er die Architektur- und Naturfotografie der Tierfotografie vor. „Ich bin nicht jemand, der sich drei Stunden lang auf die Lauer legt“, sagt er. Wenn er fotografiert, achtet Zagatta darauf, dass möglichst keine Personen auf den Bildern sind. Zum einen, um sich unangenehme Diskussionen über Datenschutz zu ersparen, und zum anderen, „weil sie in einer imposanten Landschaft manchmal nur stören“.

Mit einer Agfa Pocket fing alles an

Die Liebe zur Fotografie hat Zagatta von seinem Vater, der als Industriedesigner arbeitete, geerbt. Zagatta erinnert sich: „Angefangen hat es im Alter von sieben, acht Jahren, da haben mir meine Eltern eine Agfa Pocket geschenkt, und danach habe ich Fotokameras nicht mehr aus der Hand gelegt.“ Als Kind erregten Autos sein Interesse, heute faszinieren ihn verlassene und verfallene Kirchen. Zum Beispiel in Irland, wohin das Ehepaar gern verreist. „Einmal wollten wir den nördlichsten Zipfel Irlands besuchen, haben es aber nicht geschafft, weil wir immer wieder anhielten, um zu fotografieren“, erzählt Zagatta.

Aber auch im Kreis Paderborn kann er sich für Motive begeistern, zum Beispiel für den Viadukt in Altenbeken oder den Paderborner Dom. Mit Fotos verbindet er Gefühle und Erinnerungen. Ein Foto speichere und transportiere Emotionen: „Es ist dann gut, wenn die Emotion, die ich hineingepackt habe, auch in ähnlicher Form bei anderen ankommt.“ Bei dem Bild vom Treppenhaus des Schlosses Drachenburg denkt er an die Rückreise aus der Eifel und jetzt natürlich auch an den Wettbewerb „Wiki Loves Monuments“. Für Wikipedia hat das Foto vor allem dokumentarischen Wert.

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