Spektakuläres Konzert in Paderborn würdigt den Komponisten Hans Zimmer
Von Löwen und Gladiatoren

Paderborn (WB). Das Manko von Tourneeproduktionen zum Beispiel im Musicalbereich ist, dass oftmals versucht wird, mit minimalstem Einsatz von Mitwirkenden dennoch die manchmal stolzen Eintrittspreise irgendwie zu rechtfertigen.

Donnerstag, 06.02.2020, 18:20 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 18:40 Uhr
Der Blockbuster „Der König der Löwen“ durfte nicht fehlen. Das Orchester spielte zweieinhalb Stunden lang Hans Zimmers Hits. Foto: Michael Welling

Genau den umgekehrten Weg beschritt am Mittwochabend in der Paderhalle die Produktion „The Music of Hans Zimmer & Others“. Hier reichte die Bühne der Paderhalle fast kaum aus, um den vielen Mitwirkendenden genügend Platz zu bieten. Ein ausgewachsenes Sinfonieorchester, ein zwanzigköpfiger Chor, eine kleine Rock-Kombo und bis zu fünf Sänger-Solisten sorgten neben den Videowänden für fast schon bedrückende Enge auf der eigentlich ja gar nicht so kleinen Spielfläche.

Filme mit seiner Musik veredelt

Die großartigen symphonischen Klangwelten von Hans Zimmer standen im Mittelpunkt des beeindruckenden zweieinhalbstündigen Konzerts. Wohl kein Komponist hat mit seinen überwältigenden Kompositionen die Welt des Films so sehr geprägt wie der Oscar-, Globe- und Emmy-Gewinner Hans Zimmer. Der deutschstämmige Erfolgskomponist wurde mit „Rain Main“ berühmt und verhalf seitdem zahlreichen Megahits aus Hollywood zu Erfolg und dramatisch-emotionaler Wirkung, darunter „Mission Impossible II“, „Gladiator“, „Fluch der Karibik“, „König der Löwen“ und „Interstellar“ oder „Batman“.

Für den Filmscore zu Christopher Nolans „Dunkirk“ erhielt Hans Zimmer 2018 seine elfte Oscar-Nominierung. Die bekanntesten Melodien aus all diesen Film wurden – mit einem leichten Hang zum Bombast – klanggewaltig zelebriert. Während auf den Lein- und Videowänden Filmeinspieler, verschiedenste Visualisierungen oder Livebilder des Orchesters gezeigt wurden, spielte sich die nicht unspektakuläre Lasershow leider im Rücken des Publikums ab. Von der Bühne ausgehend konnte man die beeindruckenden Lichteffekte nur wahrnehmen, wenn man sich im Zuschauerraum umdrehte und in das geöffnete obere Foyer schaute.

Ärgerliche Rückkopplungseffekte

Schade auch, dass die Sängerinnen und Sänger, die erst nach der Pause verstärkt zum Einsatz kamen, akustische Probleme hatten und unter der Rückkopplungsanfälligkeit der Tontechnik litten. Dabei waren allein vier Techniker an Saal-Pulten für die ausgeklügelte Ton-, Licht-, Video- und Laser-Show verantwortlich. Dem Publikum wurden in verschiedensten Moderationen interessante Hintergrund-Storys vermittelt, etwa wie Hans Zimmer den Anfang von „Gladiator“ mit Ridley Scott komplett veränderte und im Gesangstext zu „König der Löwen“ in der Landessprache eine Botschaft gegen Apartheid einschmuggelte und dem großen Disney-Konzern erzählte, es ginge um Schmetterlinge.

Aber im Mittelpunkt stand immer eine großartig dargebotene Musikperformance der Kompositionen von Hans Zimmer, ergänzt um einen Block mit seinem musikalischen Vorbild Ennio Morricone. Die 800 Zuhörer ließen sich gerne von den unsterblichen Melodien faszinieren und sparten nicht mit Zwischen- und Schlussapplaus für die rund 70 Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen dieses Filmmusikspektakels.

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