Stoff-Schildkröte aus Wewer könnte Goldener Blogger 2019 werden
„Whoopi“ für Preis nominiert

Paderborn   (WB). Vom Piraten zum Pfarrer – Maskottchen „Opa Whoopi“ der Kongregation der Jakobusschwestern vom kostbaren Gewand Jesu in Wewer hat schon einige Rollen hinter sich. Die Stoffschildkröte fungiert als Protagonist des Blogs „Opa-Whoopi bloggt“, der von Sr. Stephanie Danielsen (33) und ihrer Mutter Sr. Monika Danielsen (60) betrieben wird.

Mittwoch, 05.02.2020, 06:00 Uhr
Die Weweraner Ordensschwestern Stephanie und Monika Danielsen betreiben den Blog „Opa-Whoopi bloggt“, bei dem ihr Stoffmaskottchen über ehrenamtliche Aktionen berichtet. Nun ist der Blog für den Goldenen Blogger 2019 nominiert worden. Foto: Jörn Hannemann

„Über 2500 Menschen folgen Whoopi auf Insta­gram und etwa 2170 verfolgen seinen Blog“, freut sich die 33-jährige Gründerin des Weweraner Ordens. Seit 2017 berichtet das Maskottchen in den Sozialen Medien über alles, was in und um Paderborn mit Ehrenamt und Umweltschutz zu tun hat. Nun wurde die Stoffschildkröte für den „Goldenen Blogger 2019“ nominiert.

Whoopi stellt bei der Nominierung eine echte Besonderheit da: In der Kategorie „WTF“ (Englisch: What the Fuck) für besonders kuriose Blogs wurde er als erstes Plüschtier überhaupt für den Preis vorgeschlagen. Der Sieger der Kategorie wird bei den Wahlen am Montag, 9. März, durch Zuschauer des Livestreams der Veranstaltung in Berlin gewählt. „Mit einem so großen Erfolg wie bisher hat nie jemand gerechnet“, erinnert sich Sr. Stephanie Danielsen. „Zunächst wussten wir selber nichts von der Nominierung, ehe unsere Follower uns darauf hingewiesen und uns gratuliert hatten“, fährt sie fort.

Fans aus Ländern wie Russland, Japan und Australien

Nicht nur in Deutschland hat die Stoffschildkröte Erfolg: Fans aus Ländern wie Russland, Japan und Australien verfolgten laut Stephanie Danielsen die Berichte, die sie selber schreibt. Bei dem unerwarteten Wachstum an Bekanntheit habe es dann nicht lange gedauert, bis das Maskottchen bekannter als die beiden Ordensschwestern war. „Bei uns kommen Briefe an, die speziell an Whoopi adressiert sind. Wir erhielten auch schon Werbeanfragen, beispielsweise für Sonnenbrillen.“ erzählt Sr. Monika Danielsen.

Ihre 33-jährige Tochter erzählt weiter: „Gefunden haben wir Whoopi vor ein paar Jahren in einem Spielzeuggeschäft in Paderborn. Anfangs haben wir das Stofftier oft dafür genutzt, Flüchtlingskindern an der Tafel etwas die Angst zu nehmen und die Distanz zu überbrücken. Eine ähnliche Funktion hat ja nun auch sein Blog: Nähe aufbauen und Menschen verbinden.“

Geplant sei für die Zukunft, unabhängig vom Erfolg bei der Preisverleihung in Berlin, noch einiges: Interviews mit Politikern, stetiger Fokus auf ehrenamtliche Aktionen, Ansprachen zum Umweltschutz und Selbstversuche, wie eine Woche ohne Plastik zu leben, stünden im Raum.

„Ich wollte schon immer Ordensschwester werden“

Vor sechs Jahren gründete Sr. Stephanie Danielsen den Jakobusschwesterorden mit Hauptsitz in Wewer. Sie sagt: „Ich wollte schon immer Ordensschwester werden und hatte zunächst einige Gemeinschaften ausprobiert. Letztlich habe ich mich bei der Evangelischen Kirche gemeldet und konnte in Zusammenarbeit mit ihr meinen eigenen Orden gründen. Seit November 2019 sind wir auch Mitglied in der Diakonie.“ Die 33-Jährige studiert aktuell Psychosoziale Beratung und soziale Arbeit und absolviert eine Ausbildung an der Freien Journalistenschule in Berlin. Ihre Mutter trat kurz nach der Ordensgründung bei, europaweit gehören 19 Schwestern dem Orden an.

Neben Opa Whoopi’s Instagramseite und Blog engagieren sich die Jakobusschwestern auch mit eigenen Projekten ehrenamtlich. Darunter befinden sich etwa die Unterstützung der Tafel sowie die „Mama Bärchen“-Aktion. Mit letzterer werden Kinder im Alter von 0-18 Monaten mit Nahrung, Kleidung und Verbrauchsgegenständen unterstützt. Seit 2 Wochen werden auch „Willkommenspakete“ für Neugeborene verteilt, für die sich jede Frau ab dem achten Schwangerschaftsmonat melden kann. Schnell werden dabei Parallelen zu Whoopi’s Funktion klar: Nähe aufbauen und Brücken zwischen Menschen errichten.

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