Konfuzius-Institut sagt Fest ab – Uni Paderborn genehmigt keine Dienstreisen mehr
Sprachlehrerin sitzt in China fest

Paderborn (WB). Das Coronavirus hat auch Auswirkungen auf das Konfuzius-Institut in Paderborn. Eine Sprachlehrerin sitze in der Nähe von Peking fest, sagte die Geschäftsführerin des Instituts, Beate Pfänder, am Dienstag.

Mittwoch, 05.02.2020, 08:01 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 08:10 Uhr
Die Studentinnen und Studenten der Universität erhielten E-Mails mit Angaben zu den Vorsichtsmaßnahmen. Foto: Jörn Hannemann

Sie habe mit ihrem Mann sechs Wochen durch China reisen und dabei auch Wuhan besuchen wollen, aber seit der letzten Woche sei sie zusammen mit zehn anderen Personen in einer Wohnung buchstäblich eingesperrt. Ob die Sprachlehrerin wie geplant am 10. Februar nach Paderborn zurückkommen könne, sei völlig unklar. Pfänder befürchtet, dass es bis März dauern wird. Nach ihrer Rückkehr solle die Sprachlehrerin erst einmal zwei Wochen zuhause bleiben.

Beate Pfänder hat das für diesen Freitag geplante Laternenfest im Institut abgesagt: „Aufgrund erster Meldungen von Infektionen mit dem Coronavirus auch in Deutschland haben wir uns dazu entschlossen, das gemeinsame Laternenfest nicht stattfinden zu lassen. Hier in Paderborn sind das reine Vorsichtsmaßnahmen.“

Leckere Mehlklöße wird es diesmal nicht geben

Die Absage betrifft 30 Personen, die zum Abschluss des chinesischen Neujahrsfestes gemeinsam die traditionellen, süß gefüllten Mehlklöße (Yuanxiao) zubereiten und essen wollten. Pfänder betonte: „Ich kann nicht jeden Teilnehmer fragen ‚Waren Sie innerhalb der letzten zwei Wochen in China und hatten Sie Kontakt mit einem Infizierten?‘ Das fände ich diskriminierend.“ Anfeindungen von Chinesen in Paderborn hat es, so weit Pfänder weiß, noch nicht gegeben.

Auch die Universität Paderborn hat auf die Ausbreitung des Coronavirus in China reagiert. Dienstreisen von Beschäftigten dorthin werden bis auf Weiteres nicht genehmigt, betonen die Präsidentin Birgitt Riegraf und ihre Stellvertreterin Simone Probst auf der Internetseite der Hochschule. Chinaspezifische Tagungen, Kongresse und Konferenzen mit Teilnehmern aus China sollen demnach verschoben werden.

Universität ermittelt, wer seit dem 1. Januar in China war

Die Universität versucht, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie viele Angehörige der Paderborner Hochschule sich derzeit in China aufhalten. Sollten sie ausreisen müssen, will man sie dabei unterstützen. Die Fakultäten sollen diejenigen Angehörigen der Uni ermitteln, die seit dem 1. Januar 2020 in China waren, um im Falle einer Erkrankung eventuell Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus in der Universität einleiten zu können.

Der Blick richtet sich aber auch schon aufs Sommersemester: Die Uni will wissen, wer sich dann in China aufhalten möchte und wie viele in Paderborn eingeschriebene chinesische Studenten zurzeit nicht aus China ausreisen können. Gut 500 chinesische Studenten sind in der Universität Paderborn immatrikuliert.

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