Tabea-Theater in Paderborn feiert Premiere mit Neil Simons „Ein Seltsames Paar“ Eine WG ohne Zukunft

Paderborn (WB). Eine konfuse Pokerrunde, ein chaotischer Gastgeber und ein ordnungsliebender Neurotiker, den seine Scheidung beinahe in den Selbstmord getrieben hätte – dass hier ein großes Durcheinander vorprogrammiert ist, dürfte kaum verwunderlich sein.

Von Rebecca Borde
Felix (Michael Schneider) zeigt bei seinem Doppeldate Cecily (Simone Radhoff, links) und ihrer Schwester Gwendolyn (Cordula Block, rechts) ein Bild seiner Exfrau.
Felix (Michael Schneider) zeigt bei seinem Doppeldate Cecily (Simone Radhoff, links) und ihrer Schwester Gwendolyn (Cordula Block, rechts) ein Bild seiner Exfrau. Foto: Rebecca Borde

So brachte das Tabea-Theater mit der Premiere ihres aktuellen Stücks, dem Komödien-Klassiker „Ein seltsames Paar“ von Neil Simon, am vergangenen Freitagabend in der Kulturwerkstatt seine Zuschauer bereits unmittelbar nach dem Öffnen des Vorhangs zum Lachen. Denn hier offenbarte sich die Pokerrunde, bestehend aus sechs völlig unterschiedlichen Männern, die sich in dem vermüllten und verqualmten Wohnzimmer ihres Gastgebers Oskar eingefunden hatten. Als das sechste Mitglied, der eigentlich penible Felix, wegen der Trennung von seiner Frau Francis verspätet eintrifft, bietet Oskar an, ihn bei sich wohnen zu lassen.

„Mary Poppins“ übernimmt die Kontrolle

Doch weil die beiden kaum gegensätzlicher sein könnten, wird ihnen der gemeinsame Alltag schnell zur Last. Spätestens als Felix sich beim Versuch, seine verstopften Ohren freizubekommen, die Stimmbänder überdehnt, wird klar, dass er nicht Oskars Traummitbewohner sein wird.

Für Oskar selbst wird er zu „seiner Mary Poppins“ und übernimmt die Kontrolle über den Haushalt. Kein Getränk darf mehr ohne Untersetzer serviert werden und der Kauf eines teuren Weins hat zur Folge, dass beide für einen Tag zu Fuß zur Arbeit gehen müssen, um Kosten zu sparen.

Um Felix auf andere Gedanken zu bringen, organisiert Oskar sogar ein Doppeldate, doch auch dieses ist schnell ruiniert, als Felix die Damen mit Erzählungen über seine Exfrau zum Weinen bringt.

Es bleibt wohl eine WG ohne Zukunft, doch das Publikum kann kaum genug von diesem seltsamen Paar und dessen Freunden bekommen.

Der trockene Humor und die vielen sarkastischen Kommentare, die das Stück bietet, begeisterten Jung und Alt. So lachen die Zuschauer Tränen als der unorganisierte Oscar seine „braunen und grünen Sandwiches“ serviert, die entweder mit ganz jungem Gouda oder sehr alter Wurst belegt seien.

Überzeugend ohne Texthänger

Alle sechs Schauspieler – Bruno Mersch, Michael Schneider, Kornelia Sommer-Sowa, Friedhelm Kirst, Cordula Block und Simone Radhoff – verkörpern ihre Rollen überzeugend und ohne einen einzigen Texthänger. Dabei tragen sie Kostüme, die ihnen vom Theater Paderborn zur Verfügung gestellt wurden.

Das Bühnenbild, das durchgehend Oskars Wohnzimmer zeigt, wurde höchst sorgfältig mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Jede Coladose und jeder Notizzettel scheinen exakt an der richtigen Stelle positioniert worden zu sein. Bei all diesen hervorragenden Leistungen kann es kaum verwundern, dass auch die aktuelle Inszenierung des Tabea-Theaters mit Regisseur Hanno Fink in diesem Jahr wieder einmal vor ausverkauftem Haus gespielt wird.

Da bereits bei vorherigen Inszenierungen eine große Nachfrage bestand, kam es vor, dass nicht alle Interessierten auch Eintrittskarten erwerben konnten. Aufgrund dessen reserviert die Kulturwerkstatt diese seit Neustem für den Verkauf an der Abendkasse, sodass noch weitere Karten zur Verfügung stehen.

Die nächsten Vorstellungen finden am Freitag, 7. Februar, und am Samstag, 8. Februar, um jeweils 20 Uhr statt, sowie am Sonntag, 9. Februar, um 15 Uhr.

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