Grüne in Paderborn schicken Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen Klaus Schröder fordert Michael Dreier heraus

Paderborn (WB). Der Wettstreit um den Bürgermeisterstuhl im Paderborner Stadthaus ist eröffnet. Der erste Gegenkandidat von Amtsinhaber Michael Dreier (CDU) wagt sich aus der Deckung : Die Grünen haben am Montagmittag bestätigt, dass Dr. Klaus Schröder in den Ring steigen wird. Doch wer ist der mögliche Her­ausforderer von Michael Dreier? Und welche Chancen hat Schröder? Das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT gibt Antworten.

Von Ingo Schmitz
Klaus Schröder will Bürgermeister in Paderborn und tritt für die Grünen an.
Klaus Schröder will Bürgermeister in Paderborn und tritt für die Grünen an.

„Die Stadt soll endlich so intelligent und vielfältig regiert werden, wie Paderborn es eigentlich schon lange ist“, wird Schröder auf der Internetseite der Grünen zitiert. Er gilt im Stadtrat und darüber hin­aus als angesehener Kommunalpolitiker, der sich bei den Themen stets bestens vorbereitet zeigt. Der 50-Jährige ist von Haus aus Diplom-Informatiker, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit seiner Familie wohnt er in der Paderborner Kernstadt.

Gebürtiger Lipper lebt seit 30 Jahren an der Pader

Das Studium brachte den gebürtigen Lipper, der in Blomberg aufwuchs, nach Paderborn. Seit 30 Jahren lebt er inzwischen in der 150.000-Einwohner-Stadt, in der er seit mehr als zwei Jahrzehnten kommunalpolitisch aktiv ist. Vor mehr als 20 Jahren trat er den Grünen bei und gründete mit Sigrid Beer den Stadtverband.

In Sachen Wahlkampf hat er ­bereits früh Erfahrungen gesammelt. 2004 zog er erstmals als Vertreter der Grünen in den Paderborner Stadtrat ein. Schon damals erhielten die Grünen 10,5 Prozent der Stimmen und waren damit drittstärkste Kraft im Stadtrat mit insgesamt fünf Sitzen. Ein Jahr später trat Schröder als Bundestagskandidat an und kam auf vier Prozent. Er lag damit hinter Gerhard Wächter (CDU, 54,9 Prozent), Ute Berg (SPD, 31,4) und Heinrich Heineke (FDP, 4,4).

Grüne sind Teil des Kenia-Bündnisses

Seither haben sich die Wahlergebnisse der Grünen in Paderborn kontinuierlich verbessert. Getrieben vom bundesweiten Trend bekamen sie bei der Europawahl 2019 fast 27 Prozent der Stimmen.

Und im Stadtrat? Dort sind die Grünen vor wenigen Wochen erstmals in der Geschichte der Stadt eine lockere Koalition mit CDU und SPD eingegangen. Das sogenannte Kenia-Bündnis hat dafür gesorgt, dass einerseits der Haushalt 2020 verabschiedet werden konnte und wird andererseits ebenfalls dafür sorgen, dass am 30. Januar der Neubau der Stadtverwaltung auf den Weg gebracht wird.

Noch halten sich die anderen Parteien bedeckt: Die SPD wird nach jetzigem Stand nicht auf einen eigenen Bewerber verzichten. Und auch die kleinen Parteien werden versuchen, mit einem eigenen Kandidaten die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Ergebnisse der grünen Bewerber

Die Ergebnisse der grünen Bürgermeister-Kandidaten in Paderborn: 1999: Johannes Lackmann, 2025 Stimmen, 4,02 Prozent; 2004: Sigrid Beer, 3685 Stimmen, 7,22 Prozent; 2009: Sigrid Beer, 6734 Stimmen, 13,47 Prozent; 2014: Andreas Krummrey, gemeinsamer Kandidat von SPD, Grünen und DIP, 19.128 Stimmen, 35,78 Prozent.

Kommentare

D‘acord

Ich sehe es ähnlich wie Chefplaner. Vor langer Zeit hatte ich mit Herrn Dr. Schröder Kontakt bzgl. des Themas Breitbandausbau. Was er sagte und schilderte hatte Hand und Fuß.
Ein bisschen mehr Substanz und ein bisschen weniger Klüngel, das würde der Stadt gut tun. Ich wünsche ihm viel Erfolg, meine Stimme ist ihm auch sicher.

Meine Stimme hat er

Da das wichtigste Ziel eines Bürgers in Paderborn lauten muss, Dreier unbedingt weg zu bekommen - auch wenn ich sonst immer CDU wähle -, hat Dr. Schröder meine volle Unterstützung.

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