Leonor Amaral und die NWD leiten in Paderborn 2020 schwungvoll ein Das bezaubernde Crazy Girl aus Portugal

Paderborn (WB). Einen äußerst schwungvollen und kurzweiligen musikalischen Genuss bereitete das Orchester der Nordwestdeutschen Philharmonie unter Gastdirigent Markus Huber den Zuhörern des ausverkauften Neujahrskonzerts in der Paderhalle. „Crazy Girl“ lautete das Motto. Und als „Crazy Girl“ des Abends fungierte die junge, aus Portugal stammende Sopranistin Leonor Amaral.

Von Andrea Auffenberg
Vor der spritzig aufspielenden NWD faszinierte die Sopranistin Leonor Amaral mit ihrer Stimme und vielen Kostümen.
Vor der spritzig aufspielenden NWD faszinierte die Sopranistin Leonor Amaral mit ihrer Stimme und vielen Kostümen. Foto: Andrea Auffenberg

Los ging es mit den schönsten Melodien aus der Operette „Maske in Blau“ von Fred Raymond wie „Juliska“ und „Ja, das Temperament“. Vor dem spritzig und homogen aufspielenden Orchester offerierte die Sängerin eine enorme Bandbreite ihres eloquenten gesanglichen Könnens.

Kleiderwechsel in einem erstaunlichen Tempo

In einem raffinierten dunkelblauen, eng anliegenden Kleid bezauberte sie die vielen Zuhörer nicht nur durch ihre leuchtende und glänzend klare Stimme, sondern auch durch ihr adrettes Erscheinungsbild. Doch das war nur der Anfang. Im Laufe der Veranstaltung wechselte sie ihre Kleider hinter der Bühne mehrere Male derart rasend schnell, dass man sich unwillkürlich fragte, wie das logistisch funktionierte.

Der Tenor stirbt zum Schluss

Charmant und humorvoll moderierte Dirigent Markus Huber die jeweils folgenden Stücke an, wobei er mit diebischer Freude immer wieder das Publikum mit einbezog und zum Lachen brachte. So erfuhr man vor der „Maskenball-Quadrille“ von Johann Strauß (der übrigens für seine Zeit so etwas gewesen wäre wie heute Spotify oder YouTube) und dem „Maskenball: Saper vorreste“, dass in Opern der Sterbende am Schluss immer der Tenor sei, da er besonders schön zehn Minuten mit Messer im Bauch die Sterbearie singen könne.

Sehr ausdrucksstark folgte dann die Arie des Oskar, herrlich gefühlvoll und schauspielerisch intensiv dargeboten von der Sopranistin. Es ging schmissig weiter mit der Polka „Plappermäulchen“ von Joseph Strauss, welcher hier seiner redegewandten Tochter eine Komposition widmete, hervorgehoben durch die Solo-Oboe, die das ununterbrochene Quaken darstellte. Komödiantische Effekte fügten Schlagwerk und Percussion hinzu.

Hit folgte auf Hit

Dem Publikum gefielen besonders „I could have danced all night“ aus dem Musical „My Fair Lady“ sowie „Chim Chim Cheree“ und „Supercalifragilistic“ aus „Mary Poppins“, komponiert von Richard M. und Robert B. Sherman. Und so folgte Hit auf Hit wie „I got rhythm“ oder „Life is a cabaret“. Als bombastische Schlussacts waren Melodien aus dem Film „Star Wars“ („Princess Leia’s Theme“ und „Imperial March“) zu hören, bevor das offizielle Programm mt „The girl in 14g“ beendet war. Als Zugaben erklangen zweimal das mitgeschunkelte und -gesungene italienische Lied „Que sera“ und dazwischen natürlich der Radetzky-Marsch zum Mitklatschen. Ein wundervoller musikalischer Start ins neue Jahr!

Kommentare

Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien?

Ist Que sera nicht eher spanisch?

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