Schwieriger Silvesterdienst im Kreis Paderborn: Abschleppdienst gelangt nur im Schritttempo zu Unfallstellen
Mitten durch die Nebel-Suppe

Paderborn (WB). Eine ruhige Silvesternacht? Von wegen! In der ohnehin vorausgesagten Nebelnacht hat der Feinstaub des Feuerwerks die Situation offenbar zusätzlich verschärft und viele Autofahrer auf der Heimfahrt vor Probleme gestellt.

Freitag, 03.01.2020, 13:04 Uhr aktualisiert: 04.01.2020, 16:16 Uhr
Markus Lüke (37) und Ramada Zekiri (41) vom Abschleppdienst Wahl in Elsen haben eine harte Silvesternacht hinter sich. Nur im Schritttempo gelangten sie mit ihren Abschleppwagen zu den Unfällen. Sechs Autos mussten sie in der Nacht bergen. Foto: Jörn Hannemann

Zwar kam es zu keinen schweren Verkehrsunfällen dank des umsichtigen Verhaltens der Autofahrer. Anders als ursprünglich von der Polizei gemeldet, ereigneten sich jedoch mindestens sieben leichte Unfälle mit Sachschäden. Schwerpunktmäßig passierten die Unfälle zwischen Paderborn und Delbrück in der Nähe der und auf der Bundesstraße 64. Hinzu kam ein Wildunfall in Westenholz, als ein Hase die Fahrbahn querte.

Mit dem extremen Nebel hatten auch die Rettungs- und Hilfskräfte zu kämpfen. Markus Lüke (37) und Ramada Zekiri (41) vom Abschleppdienst Wahl in Elsen beispielsweise erlebten einen turbulenten Jahreswechsel, als sie in der Nacht mehrfach von der Polizei alarmiert wurden, um havarierte Autos abzuschleppen. „Eine Nebelbank so dicht, dass man zum Teil noch nicht mal zwei Meter weit sehen konnte. Das war eine echte Extremsituation”, sagt Geschäftsführer Markus Lüke.

Gegen 1.15 Uhr erhielt das Zwei-Mann-Team, das zum Jahreswechsel Rufbereitschaft hatte, den Auftrag, einen Opel Astra auf der B64, der seitlich in den Graben gerutscht war, zu bergen. „Wegen der schlechten Sicht konnten wir die meiste Zeit mit dem Abschleppwagen nur mit Schritt­geschwindigkeit, maximal 20 Stundenkilometer fahren.”

Außer der Nebelwand gab es für die Abschlepper noch ein weiteres Problem: Andere Verkehrsteilnehmer fuhren, verunsichert wegen der ungewöhnlichen Wetterlage, vorsichtshalber seitlich an den Straßenrand, andere schalteten das Warnblinklicht ein, trauten sich offenbar nicht weiter und blieben abrupt stehen. „So ergab sich eine sehr unübersichtliche Lage mit plötzlichen Hindernissen auf der Straße”, sagt Lüke.

Sechs Autos musste der Abschleppbetrieb in der Silvesternacht bergen. Einen weiteren Auftrag auf der A33 konnten sie nicht annehmen. Diese Zahl ist ungewöhnlich. „In normalen Nächten sind es ein bis zwei Autos”, sagt der 37-Jährige. „Wir hatten schon mit einem etwas geruhsameren Start ins neue Jahr gerechnet.” Immerhin seien sie unfallfrei auf dem Firmengelände angekommen. Zekiri nimmt es mit Humor: „Ein Abschleppwagen, der abgeschleppt werden muss – das wäre auch sonst echt peinlich.”

Inwieweit der Feinstaub vom Feuerwerk den Silvester-Smog in Paderborn begünstigt oder mitverursacht hat, wird eifrig diskutiert – auch auf unserer Facebook-Seite. Viele erinnert die Situation an die Massenkarambolage 2016 auf der A33, als 24 Autos in der Silvesternacht bei dichtem Nebel ineinanderkrachten und ein Mann starb.

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