Ein satirrischer Ausblick auf die kommenden zwölf Monate Das könnte 2020 in Paderborn Schlagzeilen machen

Paderborn (WB). Einmal im Jahr gönnen wir uns einen – nicht ganz ernst gemeinten – Ausblick auf die kommenden Monate. Welche Nachrichten werden unsere Leser wohl im Jahr 2020 zum Schmunzeln bringen? Hier ein Blick in die Glaskugel auf die Schlagzeilen des kommenden Jahres:

Von Ingo Schmitz
Im Paderborner Rathaus werden im Jahr 2020 zukunftsweisende Entscheidungen getroffen.
Im Paderborner Rathaus werden im Jahr 2020 zukunftsweisende Entscheidungen getroffen. Foto: Jörn Hannemann

Ein heißes Eisen ist und bleibt der Neubau der Stadtverwaltung. Gleich in der zweiten Woche des neuen Jahres beginnen neuerlich die Beratungen. Die Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen braucht aber bis zum Sommer, um auf einen Nenner zu kommen. Immer wieder gibt es Störfeuer von FBI, LKR, FDP und Für Paderborn, die nun von der Linksfraktion unterstützt werden. Unter anderem lassen sich die Ratsmitglieder an die Gebäude am Abdinghof und am Marienplatz ketten, um zu beweisen, dass die Verwaltung standfest ist und sich auch durch rohe Gewalt nicht einreißen lässt.

Höffner baut für die Stadt

Kurz vor Libori und der Eröffnung des neuen Höffner-Möbelhauses lässt das Kenia-Bündnis die Bombe platzen: Es beschließt, dass Möbel-Mogul Kurt Krieger die neue Verwaltung als PPP-Projekt bauen soll. Der hat nämlich bewiesen, wie man in Rekordzeit einen riesigen Betonbunker abreißen und ein neues, modernes Gebäude nicht nur errichten, sondern auch pünktlich zu Libori eröffnen kann. Im Gegenzug gewährt der Rat dem Unternehmer seinen 52 Meter hohen Werbepylon samt Lande-Plattform für seinen Hubschrauber.

Doch Kurt Krieger hat längst andere Pläne und landet schließlich den Coup des Jahrzehnts: Mit der neuen Ratsmehrheit boxt er ein Tauschgeschäft durch. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung ziehen in das Möbelhaus neben der Benteler-Arena um und Krieger baut seinen neuen Einrichtungstempel auf das Areal der Stadtverwaltung. Von dem Deal profitieren beide Seiten: Die Stadt kann ein komplett eingerichtetes Gebäude samt erstklassiger Kantine übernehmen. Und Kurt Krieger hat nun am Innenstadt-Standort die Möglichkeit, völlig legal an allen verkaufsoffenen Sonntagen sein Geschäft zu öffnen. Selbst der Gewerkschaft Verdi gehen angesichts der neuen Gefechtslage die Argumente aus.

Baustellenverbot für Zoll-Kontrolleure

Der Neubau in der City geht zügig über die Bühne. Kein Wunder: Das Team Schwarzarbeit des Zolls bekommt während der Bauphase einfach Hausverbot.

Heftige Kritik kommt von der Opposition. Sie beklagt, dass eine Verwaltung keine Bettenabteilung benötige. Aber auch dafür gibt es eine Erklärung: Die Bettenabteilung wird bei Stellenangeboten als einzigartiges Modell für die Personalbeschaffung her­aus­gestellt. In den Musterschlafzimmern haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, je nach Bedarf Kraft zu tanken. Dafür gibt es eine Auszeichnung vom Landesverband Erneuerbare Energien.

Spannend wird der Wahlkampf. Während die CDU alles unternimmt, um Bürgermeister Michael Dreier zu unterstützen, präsentieren die Grünen nach einer Umfrage den ehemaligen SCP-Manager Markus Krösche als Gegenkandidaten. Der steht immer noch auf Platz eins der Beliebtheitsskala und hat bewiesen, dass er Paderborn in die 1. Liga führen kann. Die SPD ist entsetzt und begräbt sämtliche Pläne für einen eigenen Kandidaten.

Dreier und Krösche machen das Rennen

Die Wahl wird ein hartes Kopf- an-Kopf-Rennen und sorgt für eine Sensation: Beide Kandidaten erlangen gleich viele Stimmen und die Stadtverwaltung erhält eine schwarz-grüne Doppelspitze.

Mit neuer Stärke wird das Projekt Bahnhofsbrücke angegangen. Dafür holt man den China-Experten Richard Erb aus dem Paderborner Konfuzius-Institut mit ins Boot. Die Idee: Weil die Asiaten mit ihren Turbo-Baustellen immer wieder von sich Reden machen, möchte man ein solches Projekt auch in Paderborn ausprobieren, um die Vollsperrung der Bahnhofstraße auf ein Wochenende zu reduzieren. Die Verhandlungen werden von der Bahn ausgebremst. Sie verhindert das deutsch-chinesische Joint-Venture mit der Begründung, dass damit der „gute Ruf“ ruiniert wäre. Ein Turbo-Brückenbau stünde nun mal im kompletten Gegensatz zur gewohnten Firmenpolitik der Verspätungen und Zugausfälle.

Landwirte helfen beim ÖPNV aus

Die Bürger fordern indes, dass die kostenlose ÖPNV-Nutzung auf alle Samstage ausgeweitet wird. Und auch hier gibt es eine pragmatische Lösung: Weil nun immer samstags die Landwirte aus dem Umland mit ihren Treckern in Paderborn gegen die Agrarpolitik demonstrieren, werden sie dazu verdonnert, die Landbevölkerung auf ihren Fahrzeugen zum Einkaufsbummel mitzunehmen. Das Projekt „Fahrgemeinschaft for Future“ bekommt 2020 den Umweltpreis verliehen.

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