Modellprojekt Digitale Kommune: Förderung für Gesundheitsplattform
Fünf Millionen für Paderborn

Düsseldorf/Paderborn (WB). Schöne neue Welt: Vom Sofa aus Behördengänge im Rathaus erledigen, ohne einen Schritt zu tun. Vernetzte Angebote überall im Stadtgebiet für Smartphone oder Tablet-PC. Oder der schnelle Zugriff auf Röntgenbilder oder Blutwerte, wenn Patienten verschiedene Ärzte konsultieren müssen. Fünf Modellkommunen in NRW – darunter auch Paderborn – testen mit Förderung des Landes solche konkreten Anwendungen: Zur Halbzeit zog Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Mittwoch eine positive Bilanz.

Donnerstag, 05.12.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 20:32 Uhr
NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) mit Paderborns Bürgermeister Michael Dreier (CDU). Foto: Riemenschneider

Es sei bereits gelungen, zahlreiche digitale Leistungen so zu strukturieren, dass sie bereits im kommenden Jahr für alle Kommunen bereit gestellt werden können. Dazu gehört Pinkwart zufolge der Ausbau des Gewerbeportals zu einem Wirtschaftsservice. „Es bietet Gründern, ihr Gewerbe in 20 Minuten vom Sofa aus anzumelden.“ Zu 56,6 Millionen Euro Fördersumme seien zusätzlich 24 Millionen Euro privater Investitionen angestoßen worden.

Zur Halbzeit vergab der Minister weitere Förderbescheide über sieben Millionen Euro. Die mit 4,77 Millionen Euro größte Summe erhält Paderborn für eine neue Gesundheitsplattform, in der alle fünf Akutkrankenhäuser und 110 niedergelassene Hausärzte alle wichtigen Patientendaten abspeichern. So könnten wichtige Befunde über Patienten unkompliziert und zeitsparend abgerufen werden, wenn diese etwa verschiedene Abteilungen eines Krankenhauses zur Behandlung aufsuchen müssten, schilderte Bürgermeister Michael Dreier das Konzept: „Das wird unser Leuchtturmprojekt sein.“ Die Plattform sei so konzipiert, dass sie jederzeit mit anderen geplanten Strukturen wie der an die Versichertenkarte geknüpfte elektronische Patientenakte kombiniert werden kann.

Weitere Modellkommunen sind Aachen, Gelsenkirchen, Soest und Wuppertal. Sie alle wollen mit digitalen Projekten den Schritt zur „Smart City“ schaffen. Im bergischen Städtedreieck etwa werden die Voraussetzungen für autonomes Fahren und an individuellem Bedarf ausgerichtete Nahverkehrsangebote getestet. Aachen hat nach Worten von Oberbürgermeister Marcel Philipp viele Prozesse in den Ämtern neu strukturiert.: „Das hat uns sehr gut getan.“ Jetzt konzentriert sich die Stadt auf einen „Kita-Messenger“, aber auch ums „digitale Hochreck-Turnen“: Die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie für Kommunen werden ebenfalls getestet.

Alle fünf Modellkommunen kooperieren eng in der Entwicklung. Damit solle sichergestellt werden, dass es keine Doppelstrukturen gibt. Maßgabe für alle bisher geförderten 42 Projekte ist, dass die Anwendungen auch von anderen Kommunen in NRW, aber auch deutschlandweit genutzt werden können. Dafür würden in den kommunalen Rechenzentren, ebenso künftig aber auch beim Land digitale Plattformen geschaffen. Dort sollen auch Entwicklungen aus anderen Bundesländern nutzbar gemacht werden: Digital rückt das ganze Land eng zusammen.

Die Kommunen warten dabei nicht aufs Projektende 2022. Soest plant gleich für rund 50 Nachbarkommunen mit. Und in OWL laufe zwischen den Kreisen längst der Austausch, berichtet Dreier.

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