4500 Besucher kamen zur 7. Paderbow-Messe im Schützenhof Yoga mit Pfeil und Bogen

Paderborn (WB). Die Gedankenstille beim Spannen des Bogens und die Entspannung beim Loslassen des Pfeils. „Das ist wie Yoga eine medizinische Prophylaxe.“ sagt Klemens Schmelter (45), Organisator der 7. Paderbow am Wochenende. Wieder kamen aus allen Teilen der Bundesrepublik etwa 4500 Bogensportbegeisterte nach Paderborn, um sich bei 120 Fachaussteller über das traditionelle Bogenschießen bis zum modernsten digitalgesteuerten Sportequipment zu informieren und teilweise auch selbst die Sehne zu spannen.

Von Bernhard Liedmann
Foto: Oliver Schwabe

Nicht nur die von Schmelter als Inhaber der Firma „ Bogenzeit“ vor sieben Jahren mit damals 60 Ausstellern und 1500 Besuchern bei der Premiere ins Leben gerufene „Paderbow“ ist zu einem Magneten geworden. Der Sport selbst verzeichnet seit vielen Jahren jährliche Zuwachsraten von fünf bis zehn Prozent, sagt Karl Jungblut vom NRW-Bogensportverband, dem inzwischen 80 Vereine angeschlossen sind. Bundesweit dürften nach Hochrechnungen mehr als 100.000 Bogenfreunde diesem Freizeitvergnügen frönen, etwa die Hälfte in Vereinen.

Doch Klemens Schmelter möchte mit der Paderbow nicht nur diesen Sport noch weiter in den öffentlichen Fokus rücken. Als Vorsitzender des Vereins Traditionelles Bogenschießen in Paderborn wurde von ihm vor einem Jahr der inzwischen gemeinnützige Verein „Robin Hood“ ins Leben gerufen, der vor allem die therapeutische Bedeutung des Bogenschießens herausstreicht, selbst Kurse anbietet und um die Anerkennung als medizinische Rehabilitationsleistung bei den Krankenkassen kämpft. „Das Bogenschießen ist ein hervorragendes Mittel zur Stressbewältigung“, unterstreicht er, und auch deshalb gab es am Wochenende Fachvorträge zu diesem Thema. Beispielsweise gehört das Bogenschießen zum Therapieprogramm einer Reha-Klinik in Bad Meinberg. Ähnliches wird derzeit in einem Zen­trum für Rehabilitation in Münster aufgebaut.

Diesen besonderen Effekt des Bogenschießens unterstreicht auch Karl-Heinz Herting für die Paderborner Brasilieninitiative Avicres, die sich im einem Heim für Straßenkinder seit vielen Jahren engagiert. Unterstützt von Schmelter und seinen Helfern entstand dort eine Anlage, in der die Kinder dem Straßen- und Beschaffungsstress zum alltäglichen Überleben nachhaltig entkommen können. „Das Bogenschießen ist beim Treffen auch ein sofortiges Belohnungssystem“, hebt Herting einen Aspekt hervor. Auch ein Teil der Messeeinnahmen fließt wieder an diese Initiative.

Vorgestellt wurden aber auch modernste technische Entwicklungen: so das digital gesteuerte Kino „Archery Time“, bei dem interaktiv ein richtiger Pfeil auf eine Leinwand abgeschossen wird. Kunden sind hier Hotels oder auch Vereine, damit der Bogensport wetterunabhängig und unter verschiedensten Parcourbedingungen stattfinden kann. Auch wenn Schmelter angesichts des steigenden Erfolgs der Messe eine Anfrage aus Hannover für das dortige Messegelände bekommen hat, will er Paderborn treu bleiben: „Es heißt ja schließlich Paderbow und nicht Hannobow“.

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