Maybebop bringt 700 Gäste in der Paderhalle in besondere weihnachtliche Stimmung „O Tannenbaum“ rückwärts auf Hebräisch

Paderborn (WB). Schon ihr Auftaktlied sorgte für wohlige Gänsehaut beim Publikum: Die vier Sänger von Maybebop betraten nacheinander den dunklen Saal der Paderhalle, jeder aus einer anderen Ecke und mit brennender Kerze, sie sangen erst ein- und dann vierstimmig „Wir sagen euch an den lieben Advent”.

Von Michael Welling
Das A-Cappella-Pop-Quartett Maybebop stimmte mit seinem Christmas-Spezial-Tourneeprogramm in der Paderhalle die 700 Gäste auf die weihnachtliche Zeit ein.
Das A-Cappella-Pop-Quartett Maybebop stimmte mit seinem Christmas-Spezial-Tourneeprogramm in der Paderhalle die 700 Gäste auf die weihnachtliche Zeit ein. Foto: Michael Welling

Das war der stimmungsvolle Auftakt zu einem Weihnachtskonzert der besonderen Art, das von den 700 Zuschauern mehr als zwei Stunden begeistert gefeiert wurde. Maybebop besteht als deutsches A-Cappella-Pop-Quartett in verschiedener Besetzung seit mehr als 25 Jahren, seit einiger Zeit gehört ein Christmas-Spezial-Tourneeprogramm zu ihrem regelmäßigen Repertoire. Die bunt-glitzernde Mischung aus traditionellen, völlig neu und absolut ungewohnt interpretierten Weihnachtsliedern und eigenen, zeitkritischen Liedern ist sicherlich einmalig. Man wähnte sich öfters einem ganzen Orchester gegenüber, und nicht „nur“ den vier „Mundwerkern“.

Sie schafften es, ohne weiteren Technikeinsatz jedes Lied anders klingen zu lassen, mal zogen weiche Synthesizer-Klangwolken über die Bühne, mal dominierte eher harter Rhythmus mit orientalisch-musikalischem Einschlag zu nicht immer völlig ernst gemeinten Texten. Vertraute Weihnachtsklassiker erklangen in völlig neuem musikalischem Gewand; oftmals etwas zu schräg, um Heiligabend-tauglich zu sein, aber immer originell und handwerklich perfekt inszeniert. Da wurde „O Tannebaum“ schon mal rückwärts auf Hebräisch gesungen frei nach dem Motto“ „Wir bringen uns in Weihnachtsstimmung und lassen euch dafür zahlen“. Dazwischen sorgten sie immer wieder mit fast kabarettistischen Einlagen für Begeisterung und auch das Paderborner Publikum wurde sofort eingespannt: „Paderborn, ihr dürft singen“ hieß die Devise und die 700 Gäste ließen sich nicht lange bitten und gestalteten das Konzert aktiv mit.

Vierstimmig erklang zu „Josef, lieber Josef mein“ ein Kanon der mit dem gemeinsam gesungenen Refrain „Josef hilf mir wiegen“ durchaus Gospel-Qualität hatte. Für Corinna und Ingo aus dem Publikum hieß es auf der Bühne Weihnachtslieder zu erraten, deren Text und Melodie vertauscht waren. Beide gewannen eine CD. Doch auch das restliche Publikum ging beschenkt nach Hause, beschenkt mit dem Gefühl, wohl selten ein Weihnachtskonzert erlebt zu haben, das so skurril und mitreißend, aber gleichzeitig auch festlich und anders war.

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