Kommentar zum Umbau des Hermann-Löns-Stadions Stark im Sport

Paderborn (WB). Dass es in einem Ausschuss Beifall gibt, wenn Pläne für ein Bauvorhaben erläutert werden, ist nicht die Regel. Bei der Vorstellung des Konzepts für den Sportpark Hermann Löns bekam das Planungsbüro tatsächlich diese spontane, rückhaltlose Zustimmung von den Politikern. Verdientermaßen, muss man ­sagen.

Es gibt Pläne für das Hermann-Löns-Stadion im Paderborner Stadtteil Schloß Neuhaus.
Es gibt Pläne für das Hermann-Löns-Stadion im Paderborner Stadtteil Schloß Neuhaus. Foto: Oliver Schwabe

Hinlänglich ist ja bekannt, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt. Das altgediente Stadion muss saniert werden. Die Idee, aus dem Stadion eine neue zentrale Sport- und Freizeitanlage für jedermann zu gestalten, hat viel Charme. Der Schwerpunkt Fußball würde zurückgenommen, dafür würde der Schwerpunkt auf Individualsportler gelegt.

Wie gut solche Angebote angenommen werden, zeigt der Ahorn-Sportpark, der ein echtes Highlight in der Paderborner Sportlandschaft und darüber hin­aus ist. Einfach hingehen und Sport treiben, ob allein oder mit anderen – das gibt es wohl nicht allzu oft in anderen Städten in dieser Größenordnung und Qualität. Die Bürger dürfen ihrem großen Computerpionier Heinz Nixdorf dankbar für das vielseitige Angebot sein, das der Ahorn-Sportpark bietet.

Ähnliches ist auch am Hermann-Löns-Stadion denkbar. Laufbahnen, Trampolinlandschaft, Fitness- und Bewegungsräume – das Ganze angebunden an das Radwegenetz und in Kombination mit dem Waldbad: Hier könnte ein perfektes Paket geschnürt werden, das dem starken Stadtteil Schloß Neuhaus gut zu Gesicht stünde.

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Man muss auch gönnen können.

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Die Stadt Paderborn, die sich Sportstadt nennt, tut gut daran, dieses Konzept weiter zu verfolgen. Auch wenn die Ideen noch Zukunftsmusik sind, sollte sich die Politik damit intensiv befassen und das Projekt mit Nachdruck nach vorne bringen. Angesichts der immensen Bauvorhaben, die Paderborn vor der Brust hat, wäre es äußerst schade, wenn der Sportpark Hermann Löns aus Gründen der Arbeitsbelastung in der Behörde und aufgrund der Finanzen sich hinter anderen Ideen einreihen müsste. Damit ist nicht die Eisbahn gemeint, die am Sportzentrum Goldgrund vom TV 1875 ins Spiel gebracht worden ist. Auch diese sollte wohlwollend diskutiert werden. Vielmehr geht es aber um Kür-Projekte anderer Art.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, warum die Stadt in Mönkeloh eine Veranstaltungsfläche für Konzerte mit bis zu 5000 Besuchern einrichten will, wenn es in Nachbarstädten etablierte Konzertflächen gibt. Paderborn sollte in diesem Punkt gönnen können und stattdessen überlegen, wie man Kooperationen schließen kann – zum Nutzen aller. Die Paderborner sollten sich auf ihre Stärken konzentrieren. Und das ist nun mal der Sport.

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