Pläne für den Sportpark Hermann Löns im Ausschuss vorgestellt Fußball spielt nicht mehr die Hauptrolle

Paderborn (WB). Aus dem Hermann-Löns-Stadion soll der Sportpark Hermann Löns werden – eine Umbenennung mit symbolischer Bedeutung. Dort, wo jahrzehntelang Fußball gespielt wurde, sollen Trendsportarten angesiedelt werden.

Von Dietmar Kemper
Auf dem Gelände des Hermann-Löns-Stadions soll ein Sportpark für jedermann entstehen – Fußball wird dann zu einer Sportart unter vielen.
Auf dem Gelände des Hermann-Löns-Stadions soll ein Sportpark für jedermann entstehen – Fußball wird dann zu einer Sportart unter vielen. Foto: Oliver Schwabe

Das sieht ein Entwurf des Büros Gasse-Schumacher-Schramm vor, der am Mittwochabend im Sportausschuss vorgestellt wurde und bei den Lokalpolitikern geradezu Begeisterung auslöste. Als Ziel nannte die Landschaftsarchitektin Ann-Katrin Beil eine neue zentrale Sport- und Freizeitanlage für jedermann mit Anbindung an das Naherholungsgebiet Wilhelmsberg. Darin sollen der vereinsgebundene und der vereinslose Sport zusammengeführt und zudem das Waldbad gestärkt werden. Die Umbenennung in Sportpark Hermann Löns begründete Beil so: »Hermann-Löns-Stadion suggeriert Fußball, die neue Anlage soll aber multifunktional nutzbar sein.«

1000 Meter lange Laufbahn und eine Geländestrecke

Geplant sind neben einem Großspielfeld für Fußball und Football Flächen für Trendsportarten entlang einer 1000 Meter langen Laufbahn. Hinzu kommen laut dem Entwurf eine Geländestrecke, die mit allem, was Räder hat, befahrbar ist, eine Trampolinlandschaft und ein Parcours zum Klettern und Springen. In einem neuen zentralen Gebäude schwebt den Planern ein Komplex mit einer Etage und Besucherterrasse vor und einer mit zwei Etagen, in dem die Geschäftsstellen des TSV Schloß Neuhaus, der Paderborn Dolphins und des SC Aleviten sowie zusätzliche Fitness- und Bewegungsräume untergebracht werden könnten.

Der von einem Zaun eingefasste Sportpark soll direkt ans Radwegenetz angeschlossen, mit Joggingstrecken verknüpft und so gestaltet werden, dass Freizeitläufer auf das Gelände gelangen und dort in Kabinen duschen können. Zudem ist denkbar, dass die Gäste des Waldbades beispielsweise durch eine Drehtür in den Sportpark gelangen, um die Angebote dort zu nutzen. Ohnehin sollen Park und Waldbad miteinander verbunden werden, auch durch einen Kiosk oder möglicherweise sogar eine Gaststätte.

Insgesamt stellte Ann-Katrin Beil drei Entwürfe vor. Allerdings unterscheidet sich die zweite Variante nur unwesentlich von der ersten, während der dritte Entwurf zwei Großspielfelder vorsieht. Gleichwohl stieß bereits der erste Entwurf bei den Lokalpolitikern auf große Zustimmung. Alexander Jacobs sprach für die CDU von einem »Riesenschritt nach vorne«, durch die Anbindung ans Radwegenetz und die gemischte Nutzung werde der Bereich aufgewertet. Allerdings solle die überdachte Tribüne bleiben. »Die formulierten Ziele finden unsere Unterstützung«, erklärte Martin Pantke für die SPD. Auch er sieht in einem zusammenhängenden Sportpark für Paderborn und Schloß Neuhaus einen echten Mehrwert: »Stadion und Bad wären nicht mehr nur beziehungslose Singularitäten.«

Matthias Hornberger sieht „Chance für das Waldbad“

Wie er mahnte auch Ulrich Graben von den Grünen den Abriss der Flutlichtmasten an, zudem unterstützte er ausdrücklich das Ziel, Synergieeffekte für das Waldbad zu erzielen. Eine »Chance für das Waldbad« sieht auch Matthias Hornberger vom Stadtsportverband in den Plänen, aber er sieht zudem die Möglichkeit, dass der TSV Schloß Neuhaus dort eine moderne und dauerhafte Heimstatt findet. »Die Idee, Vereins- mit Breitensport zu verbinden, ist super«, lobte Egbert Steinhoff (Linksfraktion), und Rainer Lummer (FÜR Paderborn) schlug vor, auch Schulen Sportangebote zu machen. Dies sei aber nicht geplant, antwortete der Schuldezernent Wolfgang Walter.

Noch ist alles Zukunftsmusik. Inwieweit und wann der Entwurf umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Das gilt auch für die möglichen Kosten. Allein das Gelände hat aber schon gravierende Vorteile. Weil es etwas außerhalb liegt, gibt es kein Lärmproblem und keine Anlieger, die sich querstellen könnten. Zudem gehört das Areal der Stadt.

Der Ausschussvorsitzende Markus Mertens (CDU) denkt aber schon an die Zeit, wenn der Sportpark fertig ist, und mahnte mit Blick auf möglichen Missbrauch für andere Zwecke unmissverständlich: »Eine Sportanlage muss so genutzt werden, wie es sich für Sport gehört.« Da seien dann auch die Vereine in der Pflicht.

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