Varianten für die Bahnhofstraße sollen im Januar vorgestellt werden Parkhaus soll fast zehn Millionen Euro kosten

Paderborn (WB). 140 Meter lang, 17 Meter hoch und fast zehn Millionen Euro teuer: Diese drei beeindruckenden Zahlen haben im Betriebsausschuss und Ausschuss für Märkte und Feuerwehr für Diskussionen gesorgt. Es geht um das geplante Parkhaus, das direkt neben dem neuen Bahnhofsgebäude entstehen soll.

Von Ingo Schmitz
Das Bild der Bahnhofstraße wird sich durch den Bau des neuen Bahnhofsgebäudes und durch das 140 Meter lange Parkhaus massiv verändern.
Das Bild der Bahnhofstraße wird sich durch den Bau des neuen Bahnhofsgebäudes und durch das 140 Meter lange Parkhaus massiv verändern. Foto: Oliver Schwabe

Eigentlich will die Verwaltung erst im Januar die möglichen Varianten des Parkhauses öffentlich vorstellen, mit dem ein uraltes Problem an der Bahnhofstraße gelöst werden soll. Doch die Grünen im Paderborner Stadtrat hatten mit ihrem Antrag, die Haushaltsstelle mit einem Sperrvermerk zu versehen, das Thema Parkhaus auf die Tagesordnung geholt. »Das Parkhaus ist uns wichtig, es soll auch losgehen. Aber bislang ist die Planung noch nicht vorgestellt worden«, erläuterte Grünen-Ratsmitglied Ralf Pirisg den Sperrvermerk. ASP-Chef Reinhard Nolte, zuständig für die Parkhäuser, warnte eindringlich vor einem solchen Schritt. Damit würde die aktuelle Planung ausgebremst: »Wir müssten die Bücher schließen«, sagte er.

Die Zeit bis jetzt habe man genutzt, die technischen Grundlagen zu ermitteln und die benötigte Grundstücksfläche. Darüber hinaus befasse sich ein weiteres Büro mit der Frage des Busbahnhofs.

Nolte verwies zudem auf die komplexen Beziehungen, in denen das Parkhaus stehe, was die Überlegungen nicht vereinfachten.

»Das wird kein Sahnehäubchen«

Mitte Januar 2020 will der ASP einen vorläufigen Plan mit verschiedenen Varianten vorlegen. Ende 2020 soll dann die Planung abgeschlossen sein. Bis dahin müssten noch etliche Fragen geklärt werden – zum Beispiel, wie man eine attraktive Fernbus-Abfertigung integrieren kann und die Fassade aussehen soll. Angesichts der Maße (140 Meter lang, 17 Meter hoch) sei eine für den »wichtigen Straßenraum akzeptabele Gestaltung dringend notwendig«, erläuterte die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke, warum das Projekt teurer werde, als ursprünglich angenommen. »Das wird kein Sahnehäubchen, das wird ein mächtiges Gebäude. Das dürfen wir nicht vergessen«, betonte sie. Man befinde sich schließlich an einer wichtigen Einfallstraße und nicht auf der grünen Wiese. Rund eine Million Euro wird derzeit allein für die Fassade kalkuliert.

SPD-Ratsherr Ulrich Koch zeigte sich erschrocken über die Kostensteigerungen, die aber auch damit zusammen hängen, dass nun auch der Busbahnhof dem Bauvorhaben Parkhaus zugeschlagen werden solle. Aus Sicht von Reinhard Nolte vom ASP gebe es noch viel Gestaltungsspielraum – auch bei der Frage, wieviele Ladestationen eingerichtet werden sollen.

Reinhard Borgmeier (Linksfraktion) stellte klar, dass es keinen Streit über die Notwendigkeit des Parkhauses gebe. Trotzdem müsse man zunächst einmal diskutieren, ob man einen so langen Baukörper überhaupt an der Stelle haben wolle. Warnecke warnte davor, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren: »Alles hängt hier zusammen: Bahnhof, Parkhaus und auch der Parkplatz Florianstraße.«

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