Mehrheit des Paderborner Kulturausschusses lehnt FDP-Antrag zu Kartenpreisen ab Sinfoniekonzerte zu billig?

Paderborn (WB). Das nächste Sinfoniekonzert in der Paderhalle ist am 11. Dezember zu hören. Die Karten kosten zwischen 10 und 34 Euro. Wenn es nach der FDP geht, könnten sie ruhig teurer sein.

Von Dietmar Kemper
Die Musiker der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford sind regelmäßig in Paderborn zu Gast. Sie spielen in der Paderhalle oder in Kirchen wie hier in St. Heinrich.
Die Musiker der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford sind regelmäßig in Paderborn zu Gast. Sie spielen in der Paderhalle oder in Kirchen wie hier in St. Heinrich. Foto: Oliver Schwabe

Sinfoniekonzerte seien zwar ein wichtiger Bestandteil der Kultur, verursachten aber gleichzeitig hohe Kosten, sagte Wolfgang Winter (FDP) jetzt im Kulturausschuss. Deshalb solle die Stadt die Ticketpreise anheben, um auf diese Weise 60.000 Euro mehr als bislang einzunehmen. Wer solche Konzerte besuche, verfüge über genügend Geld, um künftig etwas mehr zu bezahlen, meint die FDP.

Bei der NWD spricht nicht nur Paderborn mit

Mit dem Antrag kam sie aber nicht durch. »Die Nordwestdeutsche Philharmonie erfreut sich in Paderborn einer großen Beliebtheit, die Konzerte sind gut besucht«, betonte Michael Pavlicic für die CDU. Ohnehin könne die Stadt Paderborn nicht einfach so an der Preisschraube drehen, denn die NWD sei Teil einer »Solidargemeinschaft in OWL« und werde von den Kommunen getragen.

Manfred Krugmann nannte die NWD einen »Leuchtturm interkommunaler Zusammenarbeit«, sie sichere eine hohe musikalische Qualität. Ebenfalls gegen den Antrag der FDP stimmten die Grünen, die der Meinung sind, dass höhere Eintrittspreise nicht zu mehr Einnahmen führen werden.

Der Erste Beigeordnete Carsten Venherm riet dazu, die Diskussion bis Mai oder Juni zu verschieben, weil dann über das Konzertprogramm beraten werde. Aus Sinfoniekonzerten erzielt die Stadt bislang 138.500 Euro. Venherm wies den Eindruck zurück, Sinfoniekonzerte würden nur von gut betuchten Bürgern besucht. In Wirklichkeit seien alle Schichten und Altersgruppen vertreten.

»71.900 Euro sind zu viel«

Die FDP scheiterte auch mit einem zweiten Vorstoß, in dem es ebenfalls um klassische Musik ging. Die von der Stadt eingeplante Summe für eine Konzertreihe zum Beethoven-Jubiläum solle gestrichen werden, um den Haushalt zu entlasten, hatten die Liberalen beantragt. »Das ist sicher eine sinnvolle Sache, aber 71.900 Euro sind zu viel«, argumentierte Wolfgang Winter.

Heftigen Widerspruch erntete er von Sabine Kramm von den Grünen. »Da passiert richtig was in der Stadt«, betonte sie. Konkret wird zum Beispiel der Städtische Musikverein am 3. und 4. Juni 2020 Beethovens »Neunte« aufführen – und das gemeinsam mit dem Kodály Kórus aus Debrecen und weiteren Chören aus Paderborns Partnerstädten. Im kommenden Jahr wird Beethovens 250. Geburtstag gefeiert, Paderborn will das Jubiläum auch zu einem Bekenntnis zu Europa nutzen.

Neue Graffiti-Wand findet Zustimmung

Für eine ganz andere Form von Kunst fand sich im Kulturausschuss problemlos eine breite Mehrheit. Der Antrag der CDU, 25.000 Euro im Haushalt für eine neue Graffiti-Wand bereitzustellen, stieß auf offene Ohren. »Paderborn als Stadt profitiert von dieser Kunst«, sagte Karsten Grabenstroer (CDU). In den sozialen Medien habe sich das Wandbild hinter der Paderhalle zu einem Wahrzeichen entwickelt. Wo die Wand angesiedelt wird, ist aber offen. »Sie würde gut ins Kunstquartier im Schlosspark passen«, meint Krugmann, während Sabine Kramm das Paderquellgebiet bevorzugt, »weil dort viele junge Menschen unterwegs sind«.

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