Abrissarbeiten für Wohn- und Kreativquartier auf dem Alanbrooke-Areal in Paderborn beginnen Jetzt wird gebaggert!

Paderborn (WB). Es soll ein Vorzeigeprojekt für Paderborn werden: Ein Wohn- und Kreativquartier mit 800 Wohnungen, einer Kita, einem Park, zwei Spielplätzen und Flächen für Gewerbe sollen auf dem 18 Hektar großen Areal der ehemaligen Alanbrooke-Kaserne an der Elsener Straße entstehen. Jetzt haben die Abriss- und Erschließungsarbeiten begonnen.

Von Matthias Band
Auch wenn Bürgermeister Michael Dreier früher schon mal Panzer gefahren ist, sitzt er hier nur symbolisch in dem sogenannten Longfront-Bagger, mit dem jetzt auf dem Gelände der früheren Alan­brooke-Kaserne gearbeitet wird.
Auch wenn Bürgermeister Michael Dreier früher schon mal Panzer gefahren ist, sitzt er hier nur symbolisch in dem sogenannten Longfront-Bagger, mit dem jetzt auf dem Gelände der früheren Alan­brooke-Kaserne gearbeitet wird. Foto: Jörn Hannemann

Das Projekt sei eine große Herausforderung für die Stadt, sagte Bürgermeister Michael Dreier (CDU) am Donnerstag. »Aber wir freuen uns, dass die Arbeiten jetzt begonnen haben.« Bereits im Juli 2021 sollen die Rückbauarbeiten ab­geschlossen sein. 215.000 Kubikmeter umbauter Raum und 85.000 Quadrat­meter versiegelte Fläche sollen dann von der Firma Linkamp aus Anröchte abgerissen beziehungsweise abtransportiert worden sein.

Insgesamt befinden sich aktuell noch etwa 50 Gebäude auf dem Gelände. Elf Gebäude der 1898 erbauten, einst preußischen Kaserne stehen unter Denkmalschutz, vier davon komplett. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die britische Armee die Kaserne bis 2016 für eine Infanterie-Einheit. Mit der Vermarktung der denkmalgeschützten Gebäude an der Elsener Straße und an der Giefersstraße, die saniert werden sollen, will die Stadt schon im kommenden Jahr beginnen, also parallel zum Rückbau der anderen Gebäude.

Kombination aus Arbeiten und Kultur

An der Elsener Straße soll eine Kombination aus Arbeiten und Kultur entstehen, an der Giefersstraße sind Wohnungen geplant, erklärte Dreier. Alle anderen Gebäude werden abgerissen. Dreier: »Das soll hier kein reines Schlafquartier werden.« Insgesamt sind 800 Wohnungen auf dem Areal vorgesehen, davon 240 im sozial geförderten Wohnungsbau. Die Kita soll sechszügig werden. Zudem sind zwei Spielplätze geplant. Schulen gibt es laut Stadt in der Umgebung genug, allerdings werden wohl Erweiterungsbauten notwendig sein, die jedoch vom Bund bezuschusst werden. Auch eine Gewerbefläche ist vorgesehen – möglicherweise für eine Erweiterung der benachbarten Firma dSpace, die laut Stadt schon Interesse bekundet hat.

Auch die alten Leitungen und Kanäle müssen erneuert werden. Allein 580 Meter neue Schmutz- und Abwasserkanäle werden von der Firma Strassing aus Bad Wünnenberg verlegt. Diese Arbeiten sollen bis 2022 abgeschlossen sein. Kernstück der Planung ist der Exerzierplatz, der in eine Grünfläche umgewandelt wird, die sich Richtung Theodor-Heuss-Straße fortsetzen soll. Sie dient mit Hilfe von Erdkollektoren als Heizung für die neuen Gebäude. Die älteren Häuser werden über ein Blockheizkraftwerk beheizt.

Die Barrierewirkung der Kaserne soll aufgelöst werden

Viele Wege sollen das neue Stadtquartier durchlässig für Rad- und Fußverkehr machen, während Auto-Durchgangsverkehr weitestgehend aus dem Quartier herausgehalten werden soll. Fünf Erschließungsstraßen sind vorgesehen. »Die alte Barrierewirkung der Kaserne wird aufgelöst«, sagte Projektleiter Lars-Christian Lange. Die technische Beigeordnete Claudia Warnecke verwies auf die Belastung der Anwohner. »Erst wird es schlimmer, bevor es besser wird«, sagte sie. Die Stadt wolle aber Sprechstunden für die Anwohner anbieten. »Die Arbeiten hier sollen ganz transparent verlaufen«, sagte Warnecke.

In der ehemaligen Kantine soll ein Baubüro entstehen, wo Bürger bei Problemen und Fragen ab Dezember immer mittwochs von 8 bis 9 Uhr einen Ansprechpartner finden. Außerdem will die Stadt regelmäßig Baustellenführungen anbieten. Baustellenkommunikatorin Lea Giesen steht unter l.giesen@paderborn.de oder unter Telefon 05251/88-2787 bei Fragen zur Verfügung.

30 Millionen Euro hat die Stadt allein für den Kauf und die Erschließungskosten wie den Rückbau der nicht unter Denkmalschutz stehenden Gebäude und eine neue Kanalisation eingeplant. Noch im Jahr 2024 soll das ganze Projekt abgeschlossen sein.

Kommentar

Barker 54, Dempsey 23 und Alan­brooke 18 Hektar: Die Konversion wird sich für Paderborn noch als großer Segen erweisen. Die Flächen, die dringend für Wohnraum und Gewerbe benötigt werden, bieten für die Stadt riesige Entwicklungschancen. Und das mitten in der Innenstadt. Nur wenige Kommunen in der Region wachsen, Paderborn gehört dazu. Und dank Uni und einer gesunden Wirtschaftsstruktur wird Paderborn weiter wachsen.

Mit dem Baubeginn auf dem ehemaligen Gelände der Alanbrooke-Kaserne ist nun der Startschuss gegeben worden. Zu loben ist, dass die Stadt schnell reagiert und das Areal nur drei Jahre nach dem Abzug der Briten von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) übernommen hat. Und wenn bereits in fünf Jahren alles fertig ist, wird das ein großer Gewinn für die Bürger und die Stadt ins­gesamt sein.

Millionen Euro hat die Stadt allein für den Kauf und die Erschließungskosten wie den Rückbau der nicht unter Denkmalschutz stehenden Gebäude und eine neue Kanalisation eingeplant. Noch im Jahr 2024 soll das ganze Projekt abgeschlossen sein.

Kommentare

Hurra...

Na das wird bestimmt ein Spass wenn dieser "dringend benötigte Raum für Wohnen und Gewerbe" auf 54+23+18 Hektar Fläche erwartbaren zusätzlichen Verkehr produziert, wenn man bedenkt wie es jetzt schon zeitweise auf den Strassen und Parkflächen der Stadt aussieht. Was Paderborn übrigens auch ganz ganz dringend braucht sind "grüne Lungen" und Naturflächen, anstatt Zubauen, Nachverdichtung und weiteres Zerstören von Grün wie es seit Jahren stattfindet. Klar, in Paderborn gehen die Uhren immer so ein bisschen nach, aber man sollte meinen, dass auch dort schon mal die Erkenntnis an die Tür geklopft hat, dass "Wachstum um jeden Preis" sich andernorts als gefährlicher Irrweg erwiesen hat.

1 Kommentare

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