Bürger fordern Lösung gegen Maut-Flüchtlinge – Stadt soll Leitsystem prüfen
Kampf gegen den Lkw-Verkehr

Paderborn (WB/itz). Die Anwohner sind es leid: Zahlreiche dicke Brummis quälen sich Tag für Tag durch Schloß Neuhaus, Sennelager, Sande und Mastbruch. Neben den zahlreichen Autos verstopfen sie zusätzlich die Straßen. Die Stadtverwaltung soll nun nach einer Lösung suchen, wie dieser Verkehr umgeleitet werden kann. Das hat am Dienstagabend der Bezirksausschuss Schloß Neuhaus/Sande gegen die Stimmen der Grünen beschlossen. Ziel könnte ein Leitsystem für die Laster sein.

Mittwoch, 06.11.2019, 07:00 Uhr
Auch das Unternehmen Benteler trägt laut Markus Mertens (CDU) dazu bei, dass die Straße in und um Schloß Neuhaus durch Lastwagen verstopft werden. Foto: Ingo Schmitz

Den Antrag hatte die CDU-Ratsfraktion eingebracht. Fraktionschef Markus Mertens berichtete von Anwohnerversammlungen, in denen die Bürger die große Zahl an Lkw-Bewegungen heftig kritisiert hätten. »Diese Beschwerde nehmen wir ernst«, begründete Mertens den Antrag.

Es wird in den Ortschaften vermutet, dass die meisten Lastwagenfahrer sich die kürzesten Wege über zum Teil schmale Straßen suchen, um Mautgebühren zu sparen. Gefährlich sei es wegen der Lkw zum Beispiel auf der Husarenstraße in Mastbruch, berichtete Ausschussvorsitzender Michael Pavlicic (CDU). Besonders schlimm seien die Schleichverkehre gewesen, als im vergangenen Jahr auf der A33 noch die Baustelle täglich für Staus gesorgt habe, berichtete Mertens.

Auswertung der Verkehrszählung liegt im Frühjahr vor

Eine wesentliche Rolle spielten dabei auch die Lastwagen, die für das Unternehmen Benteler unterwegs seien, stellte er fest. Die CDU sei enttäuscht, dass die Zusage der ehemaligen Geschäftsführung nicht eingehalten worden sei, den Schwerlastverkehr durch die Aufgabe des alten Rohrlagers zu reduzieren. Davon sei jetzt keine Rede mehr und die Lastwagen rollen weiter, stellte Mertens fest.

Thomas Jürgenschellert von der Stadt Paderborn verwies darauf, dass im Zuge des Integrierten Mobilitätskonzepts (IMOK) Zählungen vorgenommen worden seien, wer wohin fahre. »Die Auswertung läuft«, berichtete er. Zudem gebe es Abstimmungsgespräche mit der Polizei. Im Frühjahr 2020 sei mit Ergebnissen zu rechnen.

Ausschussvorsitzender Pavlicic verwies darauf, dass das IMOK bis zum Jahr 2035 laufe. So lange wolle die CDU nicht warten, stellte auch Mertens klar. »Die Politik muss bei den Lastwagenfahrern für eine Erschwernis sorgen und eine akzeptable Lösung für die Anwohner finden. Es gibt zu viele, die die Autobahn meiden. Wir wollen von der Verwaltung hören, ob ein Leitsystem möglich ist«, betonte der Fraktionschef.

Bis auf Markus Müller (Grüne) sahen das auch die anderen Fraktionen so: Sie stimmten mit großer Mehrheit für den Antrag der CDU.

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