Markus Brüggemeier neuer Verteidigungsattaché in Stockholm Paderborner trifft schwedischen König

Stockholm/Paderborn (WB/mba). Bis vor einem Jahr führte Markus Brüggemeier das Kommando auf der Marinefregatte »Bayern«. Jetzt hat der gebürtige Paderborner seinen Anker in der schwedischen Hauptstadt Stockholm geworfen. Seit ein paar Wochen arbeitet der 48-Jährige dort als Verteidigungsattaché und Diplomat in der deutschen Botschaft – und hat sogar schon König Gustav getroffen.

Botschafterin Dr. Anna Prinz (Vierte von rechts) wird im königlichen Schloss empfangen. Markus Brüggemeier, der neue Verteidigungs­attaché der deutschen Botschaft, steht rechts. Auch auf dem Foto sind Hofmarschall, Zeremonienmeister sowie Gesandte und Diplomaten.
Botschafterin Dr. Anna Prinz (Vierte von rechts) wird im königlichen Schloss empfangen. Markus Brüggemeier, der neue Verteidigungs­attaché der deutschen Botschaft, steht rechts. Auch auf dem Foto sind Hofmarschall, Zeremonienmeister sowie Gesandte und Diplomaten.

»In der etwa 40-köpfigen Vertretung in Stockholm arbeiten Diplomaten und lokale Beschäftigte Hand in Hand«, erklärt Brüggemeier, der in Stockholm den Militärattachéstab leitet. Dessen Aufgabe sei es, erläutert Brüggemeier, den Botschafter in Fragen der Sicherheit zu beraten und die Kontakte zwischen den Dienststellen in Deutschland und im Königreich Schweden zu pflegen.

13. Umzug für Markus Brüggemeier und seine Frau Manuela

Für drei Jahre ist Brüggemeier dafür zum Auswärtigen Amt abgeordnet worden. Zuvor musste er Schwedisch lernen und seinen Bordanzug der Fregatte »Bayern« mit der Attachéuniform tauschen . Für Brüggemeier und seine Frau Manuela war es bereits der 13. Umzug. Nach den vielen Jahren der Seefahrt sei es endlich mal wieder eine gemeinsame Zeit an einem Ort, sagt der 48-Jährige. Kinder hat das Paar wegen der Marinezeit keine.

Die neue Aufgabe sei auch für ihn eine Herausforderung: »Es ist schon anspruchsvoll, sich auf ­diplomatischem Parkett zu bewegen. Und wir mussten erst einmal die schwedischen Sitten und Gebräuche lernen, zum Beispiel, dass man die Schuhe auszieht, wenn man jemanden besucht – auch beim Arzt. Man bringt in der Regel eigene Pantoffeln mit«, erzählt Brüggemeier.

Sicherheitslage hat sich nach Auffassung der Schweden verschlechtert

Die Arbeit und die Abläufe in der Auslandsvertretung in Stockholm seien mit einer kleinen Regierung vergleichbar, sagt Brüggemeier.  Der Botschafter sei als offizieller Vertreter des Bundespräsidenten in Schweden der Regierungschef, der über eine kleine Regierung verfüge, die zum Beispiel die Bereiche Politik, Wirtschaft, Soziales, Kultur und Sport oder das Rechts- und Konsular­wesen umfassten. »Meine Aufgabe ist es, den Bereich der Sicherheitspolitik abzudecken. Dazu gehören die Teilnahme an gemeinsamen Militärübungen in Schweden, Besichtigung von schwedischen Dienststellen, Betreuung von Angehörigen der deutschen Streitkräfte in Schweden sowie die permanente Berichterstattung nach Deutschland, was militär- und sicherheitspolitische Entwicklungen betrifft.«

In Schweden sei diesbezüglich derzeit »viel Zug im Kamin«, wie Brüggemeier es nennt. Die Sicherheitslage in Nordeuropa habe sich nach Auffassung der Schweden dramatisch verschlechtert. Daher sei die Wehrpflicht in Schweden vor zwei Jahren wieder eingeführt und die Insel Gotland wieder mit Streitkräften besetzt worden. »Schweden strebt nun eine deutliche Investition im Verteidigungsbereich an«, sagt der frühere Domchorsänger, der seine Heimat Paderborn zu größeren Veranstaltungen wie dem Schützenfest immer noch gerne besucht.

Kollekte im Gottesdienst mit der Kreditkarte zu bezahlen, sei seltsam

Selbst das schwedische Staatsoberhaupt, König Carl XVI. Gustav, hat Brüggemeier schon kennengelernt. Die neue Botschafterin, Dr. Anna Prinz, hatte seiner Majestät vor wenigen Wochen ihr vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD) unterzeichnetes Akkreditierungsschreiben persönlich überreicht. »Die Fahrt der Delegation mit den traditionellen Kutschen vom Außenministerium zum königlichen Schloss, die Audienz sowie das Zusammentreffen mit seiner Majestät waren schon ein wirklich erhebender Augenblick«, erzählt Brüggemeier.

Grundsätzlich sei es toll, in Schweden leben zu dürfen. »Schweden ist ein sehr fortschrittliches Land mit einer fantastischen Natur. Gewöhnungsbedürftig bleiben jedoch die Dinge des Alltags wie die fast ausnahmslose Zahlung ohne Bargeld. Wenn beim Sonntagsgottesdienst die Kollekte mit der Kreditkarte bezahlt wird oder die Kerze mit dem Mobiltelefon, dann ist das schon seltsam«, meint Brüggemeier. Schweden sei mit seinen 450.000 Quadratkilometern Fläche ein großes Land. Dort leben aber nur etwa zehn Millionen Menschen. Das wirke sich auf die Arbeitsweise aus, erklärt Brüggemeier. »Es gibt sehr flache Hierarchien und man bekommt guten Zugang zu den handelnden Personen bis hin zum Oberbefehlshaber oder dem Verteidigungsminister.«

Dass man sich in Schweden generell nur mit Du anspreche, sei gewöhnungsbedürftig. Auch an die ausgedehnte Herbst- und Winterperiode und die langen, dunklen Tage müssten sich die Brüggemeiers erst noch gewöhnen. Markus Brüggemeier: »Wir freuen uns aber schon auf die schönen Weihnachtsmärkte und den Weihnachtsgottesdienst in der deutschen Kirche in Stockholm.«

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