Musikfreunde in Paderborn erleben denkwürdigen Abend
Konzertreihe geht doch weiter

Paderborn (WB). Noch bevor die Band Fargo die ersten Akkorde spielte, brandete Jubel im Forum des Berufskollegs Schloß Neuhaus auf. Veranstalter Hans-Werner Schubert verkündete: Die beliebte Konzertreihe geht doch weiter.

Sonntag, 03.11.2019, 22:01 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 09:26 Uhr
Cliff Jackson, Heinz Glass und Bernd Kolbe (von links) von Epitaph zündeten auf ihren Gitarren wahre Feuerwerke. Foto: Dietmar Kemper

Wie berichtet sollte für die zehn Jahre alte Veranstaltungsreihe nach der Pensionierung des Berufsschullehrers Schubert im kommenden Januar Schluss sein. Die Leitung des Kollegs wollte es angeblich so. Daraufhin bekam Schubert reichlich E-Mails von Musikfreunden, die ihr Bedauern ausdrückten, und Anrufe von Detmolds Bürgermeister Rainer Heller, Paderborns Bürgermeister Michael Dreier und Landrat Manfred Müller.

Nächstes Konzert am 18. April 2020

»Rainer Heller hat mir die Detmolder Stadthalle angeboten«, sagte Schubert am Samstag. Die Paderborner Freunde des »Krautrock« müssen aber doch nicht nach Lippe fahren. Schubert kündigte an, dass in Schloß Neuhaus am 18. April 2020 die deutsche Rockband Bröselmaschine und die französische Progrock-Formation Lazuli auftreten werden.

Zurück in die Gegenwart. 550 Fans im seit sechs Wochen ausverkauften Forum erlebten am Samstag nicht nur wegen der guten Nachricht einen denkwürdigen Abend. Vier Stunden lang begeisterten Fargo, Epitaph und Jane mit ihrem unverwüstlichen, klassischen Rock und hinterließen eine glückselige Fangemeinde. Die bekam zwar keine aufwändigen Bühnenbilder und keine Pyrotechnik geboten, aber dafür lenkte nichts von der Musik ab.

Und die ist auch bei Fargo über jeden Zweifel erhaben. Die Band kombinierte Songs wie »Don’t talk« aus ihrem neuen Album »Constellation« mit alten wie »The tide is turning« oder »Little Miss Mistery«. Der bluesige Hardrock gab die Richtung für den weiteren Abend vor.

Epitaph gibt es inzwischen seit 50 Jahren

Mehr als 130 Jahre deutsche Rockgeschichte standen auf der Bühne. Epitaph gibt es inzwischen seit 50 Jahren, und die Musiker, die zwar viele Falten, aber keine Allüren haben, kokettieren mit dem Alter. »Wir haben diesen Song definitiv nach dem Zweiten Weltkrieg geschrieben«, kündigte Sänger und Bassist Bernd Kolbe »Stop, look and listen« an. Epitaph können aus dem Vollen schöpfen, alte Songs wie »Woman«, »Crossroads« oder »Ride the Storm« und Songs aus dem neuen Album »Long Ago tomorrow« wie »Lost in America« über die Zeit in Chicago boten Gelegenheit zu auslandenden Gitarren- und Bass-Soli. Zwischendurch zogen Epitaph mit dem Rocker »Windy City« das Tempo dann wieder an.

Jamsession zum Abschluss

Zum Schluss waren Jane um den Gitarristen Klaus Walz dran. Das in Paderborn war eines der letzten Konzerte der Band überhaupt. »Es ist wahrscheinlich, dass wir 2020 aufhören«, sagte Walz und erinnerte daran, dass im August der langjährige Wegbegleiter Charly Maucher gestorben war. Im Forum webten Jane noch einmal aus Keyboards und Gitarren ihren unverwechselbaren üppigen Klangteppich. In »Hangman« lieferten sich Walz und Corvin Bahn an den Tasten ein grandioses Duell, das die Temperatur im Saal noch weiter ansteigen ließ. »Ihr seid Wahnsinn«, bekam das Publikum ihr längst verdientes Lob. Damit nicht genug jammten alle drei Bands zum Schluss gemeinsam auf der Bühne. Was für ein Jammer, wenn das wirklich, wie es im Vorfeld geheißen hatte, das letzte Konzert im Forum gewesen wäre!

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