Ärzte fordern Mitarbeiter in Krankenhäusern zur Vorsorge auf
Grippe: Schon geimpft?

Paderborn (WB). Hohes Fieber, Halsschmerzen, Husten, eine laufende Nase: Meist lautet die Diagnose Grippe. Die Folgen können bei einer Grippewelle dramatisch sein. In Krankenhäusern und Altenheimen fehlt dann dringend benötigtes Personal. Dr. Rudolf Jopen, Vorsitzender des Praxisnetzes Paderborn, appelliert an die Beschäftigten in den Gesundheits- und Pflegeberufen, sich impfen zu lassen.

Freitag, 01.11.2019, 12:13 Uhr aktualisiert: 01.11.2019, 12:16 Uhr
Sandra Gurock hat es auch getan: Dr. Rudolf Jopen gibt seiner Mitarbeiterin die Grippeschutzimpfung. Der Vorsitzende des Praxisnetzes Paderborn fordert vor allem auch die Beschäftigten der Gesundheitsberufe dazu auf, sich impfen zu lassen. Foto: Ingo Schmitz

Es ist nur ein kleiner Pieks, dann ist alles vorbei. Sandra Gurok hat es jetzt auch hinter sich. Die Medizinische Fachangestellte in der Arztpraxis von Dr. Jopen ist die letzte im Team, die die Impfung gegen die Influenza-Viren bekommen hat. Jetzt sind alle komplett versorgt.

Rund 300 Dosen des Impfstoffs liegen bei den Hausärzten jeweils bereit, um die Patienten versorgen zu können – mal mehr, mal weniger. In der überwiegenden Zahl der Fälle lassen sich ältere Menschen impfen. Doch eine Grippe ist schließlich keine Frage des Alters, meint der Mediziner.

Die aktuell vorhandenen Impfdosen enthalten vier Grippestämme. »In der Regel liegt man damit richtig«, sagt Dr. Jopen. Der Patient bekomme auf diesem Wege eine gute Vorsorge.

Flucelvax Tetra für die Saison 2019/20 wird injiziert.

Flucelvax Tetra für die Saison 2019/20 wird injiziert.

Nur in Einzelfällen könne es dazu kommen, dass Patienten heftig auf die Impfung reagierten und sich anschließend richtig krank fühlten, sagt er. »Es wird vermutet, dass es Patienten trifft, die zum Zeitpunkt der Impfung bereits erkrankt waren«, sagt der Mediziner. Um das zu überstehen, dafür gebe es Anti-Grippe-Medikamente. Leichte grippale Beschwerden oder auch lokale Reaktionen nach einer Impfe sollten die Patienten jedoch nicht davon abhalten lassen, den Pieks über sich ergehen zu lassen, meint der Hausarzt. Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem – vor allem Senioren und Kranke – könne schließlich eine richtige Influenza tödlich verlaufen. »Pro Jahr sterben in Deutschland 25.000 Menschen, die auch an einer Grippe erkrankt waren«, zitiert er das Robert-Koch-Institut. Jahr für Jahr melden sich allerdings auch die Impfgegner zu Wort. Teilweise würden die Ärzte als Bestandteile einer »Impf-Mafia« bezeichnet. »Vieles stammt aus dem Bereich der Verschwörungstheorien«, meint Jopen.

Er sieht die Nachteile der Impfverweigerer: »Wer sich nicht impfen lässt und an Grippe erkrankt, der kann von einem Tag auf den anderen für wichtige Aufgaben ausfallen. Was das bedeutet, hat man auch im Kreis Paderborn erlebt: In Krankenhäusern, Kindergärten, Altenheimen und Arztpraxen fehlten ausgerechnet dann einige Beschäftigte, als sie am dringendsten gebraucht wurden.

Die Mediziner im Ärztenetz Paderborn unterstützen die Impf-Kampagne, die sich auch für die Impfungen gegen Lungenentzündung und Gürtelrose einsetzt. Auch deswegen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Je mehr Menschen den Schutz hätten, desto mehr Menschen würden auch im Umfeld davor bewahrt, sich anzustecken.

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