Ausstellung im Paderborner Kunstverein – Umzug an den Kamp geplant
Eine Gegenüberstellung

Paderborn (WB). Diesmal steht nicht nur ein Künstler im Rampenlicht. Im Städtischen Kunstverein teilen sich Ulrike Möhle und Sabine Straßburger die Aufmerksamkeit und stellen ihre Werke »gegenüber«.

Freitag, 01.11.2019, 10:00 Uhr
Ulrike Möhle hat sich in ihrem Werk mit dem Namen »Z« mit dem Gleichgewicht von Körpern beschäftigt. Foto: Jörn Hannemann

»(G/g)egenüber« heißt die mittlerweile siebte Gemeinschaftsausstellung der beiden

Sabine Straßburger nutzt Holzelemente und Klammern.

Sabine Straßburger nutzt Holzelemente und Klammern. Foto: Jörn Hannemann

Frauen aus Bremen und Syke. Möhle ist Bildhauerin, Straßburger Malerin. So wie die Künstlerinnen bei der Vorbereitung und Gestaltung einer Schau miteinander sprechen, treten ihre Arbeiten und Materialien in einen Dialog und werden außerdem »zum Gegenüber des Betrachters«, wie es Sabine Straßburger am Donnerstag ausdrückte.

Die 63-Jährige gestaltete früher Wörter und Sätze in Form von Bildtafeln und fragt sich heute intensiv nach der Beziehung von Fläche, Form und Proportion, auch danach, was bei einem künstlerischen Schaffensprozess passiert, wie sich also »eine Sache aus der anderen entwickelt«.

Konkrete Gedanken gestaltet Straßburger abstrakt, so wie bei dem Werk »zusammen – halten«. Dabei halten zwei Holzelemente eine Leinwand, das dritte dazwischen tut dies nicht, ist ein Fake. Bei ihren Bildern arbeitet sie Kanten und Ränder so, dass sie dreidimensional und wie ein Objekt wirken. Den Titel der Ausstellung illustriert gut eine mit Chromspray versehene Glasplatte mit dem Wort »gegenüber«. Schaut der Besucher hinein, wird er selbst zu seinem Gegenüber.

Das Gleichgewicht von Körpern

Ulrike Möhle zeigt ihr Werk »Z« aus Beton und grünem Plexiglas. Dabei sind Körper, die an Häuser erinnern, fragil und übereinanderlappend aufgeschichtet. »Es geht um Gleichgewicht, das wirkliche und scheinbare Gewicht von Körpern«, erläuterte die 58-Jährige: »Ich setze mich mit Form und Raum auseinander, so wie Architekten.« Farbiges Plexiglas in ihren Betonkörpern lenkt den Blick, schafft Sichtachsen und sorgt für Transparenz. Möhle hat an der Hochschule für Kunst in Bremen studiert und in ihrer Laufbahn beobachtet, dass eine Skulptur, an der sie gerade sitzt, sie direkt auf Ideen für neue bringt. Werkimmanent wird so ein Prozess genannt.

Insgesamt 23 Werke der beiden Künstlerinnen werden in Paderborn vom 2. November bis 1. Dezember zu sehen sein. Freitags bis sonntags können sich Kunstfreunde im Gebäude an der Westernstraße einen Einblick verschaffen. Nach Möhles Angaben handelt es sich um die vorletzte Ausstellung dort überhaupt.

Kunstverein will sich nicht von Quartal zu Quartal hangeln

Wie mehrfach berichtet, ist der Kunstverein nicht der Eigentümer des Gebäudes und sucht eine neue Bleibe. »Bis zum 31. März 2020 haben wir eine Verlängerung bekommen«, sagte die Vorsitzende Alexandra Sucrow am Donnerstagabend auf Nachfrage. Die letzte Ausstellung werde bis zum 17. Januar laufen, »dann werden wir uns sortieren und umziehen«. Der Kunstverein könne sich nicht von Quartal zu Quartal hangeln, sondern benötige Planungssicherheit. Als neues Domizil seien die Räume des Geschäftes »Wohndesign Holzförster« (Kamp 13) vorgesehen. Dafür spricht nach Sucrows Worten die Nähe zum Theater, Rathaus und Raum für Kunst. Allerdings brauche der Kunstverein bei der Miete die finanzielle Unterstützung der Stadt.

Zurück zur Ausstellung: Zwischen Möhle und Straßburger hat sich eine Künstlerfreundschaft entwickelt. Egotrips, wie sie nicht selten in der Kunst blühen, sind ihnen demnach fremd. »Unser Ziel ist es, eine gute, gemeinsame Ausstellung zu machen«, betonte Möhle und Straßburger fügte pragmatisch hinzu: »Wenn man allein auf sich gestellt ist, ist eine Ausstellung ein einsames Geschäft.«

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