DLRG tauft neues, 29.000 Euro teures Rettungsboot – Segelclubs beenden Saison Lippesee im Fackelschein

Paderborn (WB). Schwimmer, Stand-up-Paddler, Segler, Tretbootfahrer, Kanuten, Angler, Windsurfer: Bei schönem Wetter tummeln sich tausende Menschen am etwa 100 Hektar großen Lippesee, viele davon im oder auf dem Wasser. Um im Notfall helfen zu können, hat die DLRG-Ortsgruppe Paderborn ein neues Rettungsboot im Wert von 29.000 Euro gekauft und am Samstag getauft.

Von Matthias Band
Boote des Paderborner Seglervereins und des Yachtclubs begleiten die DLRG-Mitglieder beim traditionellen Fackelschwimmen zum Saisonabschluss.
Boote des Paderborner Seglervereins und des Yachtclubs begleiten die DLRG-Mitglieder beim traditionellen Fackelschwimmen zum Saisonabschluss. Foto: Jörn Hannemann

»Spirit« heißt das neue Boot, das bei der Bad Lippspringer Firma Lava Marine entwickelt wurde. Das neue Boot ist schon seit Mai im Einsatz und hat das mit 24 Jahren in die Jahre gekommene Boot »Seeadler« abgelöst. Bislang hatte das neue Boot, das über einen 60 PS-starken Motor verfügt, aber noch keinen Namen. Das wurde zum Saisonabschluss, bei dem die DLRG ihr traditionelles Fackelschwimmen veranstaltet und der Paderborner Seglerverein sowie der Yachtclub das Absegeln feiern, nun am Samstag nachgeholt. »Wir hatten extra eine Namensfindungskommission eingerichtet. ›Spirit‹ soll für den guten Geist der DLRG stehen«, erklärte Dominik Lossen, seit drei Jahren Technischer Leiter der Ortsgruppe, den Hintergrund des Namens.

Paderborner Ortsgruppe hat 990 Mitglieder

990 Mitglieder hat die Ortsgruppe aktuell, 52 davon sind aktive Retter, die vorrangig am Lippesee eingesetzt werden. Einige von ihnen sind in den Sommerferien auch als Rettungsschwimmer an der Nord- und Ostseeküste im Einsatz. In der Regel haben sie eine Sanitätsdienstausbildung und eine Ausbildung zum Wasserretter absolviert, die zum Beispiel eine Schnorcheltauchausbildung beinhaltet. Das DLRG-Rettungsschwimmabzeichen Silber ist Standard, einige haben sogar das Gold-Abzeichen gemacht.

Insgesamt sind im Hochstift 5000 Menschen Mitglied der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Es gibt 18 Ortsgruppen, der Zuständigkeitsbereich erstreckt sich vom Diemel- bis zum Godelheimer See. Lossen: »Bei Großereignissen wie Regatten helfen wir uns gegenseitig.«

Saison vom 1. Mai bis Ende Oktober

Mit dem neuen Boot verfügt die Ortsgruppe wieder über zwei Boote, außer dem schnellen Rettungsboot gibt es noch ein kleineres Schlauchboot für mögliche Taucheinsätze und Übungszwecke in dem bis zu zwölf Meter tiefen Gewässer. Saison am Lippesee ist vom 1. Mai bis Ende Oktober. Ende dieses Monats sind in der Regel noch einige Regatten geplant.

Auch Vertreter der anderen DLRG-Ortsgruppen im Hochstift sowie von Feuerwehr, Maltesern und DRK sowie der Segelclubs ­waren bei der Feier am Samstag dabei, um zur Bootstaufe zu gratulieren. »Ohne die DLRG wäre das hier alles nicht denkbar«, sagte der stellvertretende Landrat Vinzenz Heggen in seiner Ansprache. Er dankte der DLRG für das große Engagement und betonte darüber hinaus, die wichtige Aufgabe der DLRG als Übungsleiter fürs Kinderschwimmen. Es sei nicht akzeptabel, dass 40 Prozent der Grundschüler nach der vierten Klasse nicht schwimmen könnten, sagte Heggen.

DLRG begann mit einer Telefonzelle

Auch der stellvertretende Bürgermeister Dieter Honervogt bedankte sich für die Arbeit bei der DLRG. Der Lippesee sei ein wichtiges Ausflugsziel und ein Rohdiamant, der »immer noch etwas geschliffen werden kann«. Burkhard Schulze, Vorstand der Sparkassen-Stiftung Paderborn-Detmold, die die DLRG beim Kauf des Bootes finanziell unterstützt hat, betonte, dass es für ihn »eine doppelte Freude ist, die Taufe vorzunehmen«. Schulze: »Wir sind schon seit Jahrzehnten mit der DLRG verbunden. Und als Gesellschafter der Lippesee GmbH hat die Sparkasse ein originäres Interesse daran, dass der Lippesee weiterentwickelt wird.« Wie berichtet, sollen im Rahmen der Zukunftsplanung für den See eine Seenutzungsordnung entwickelt, der Strandbadbereich ausgebaut werden und Ferienhäuser entstehen.

Lossen erinnerte in seiner Ansprache an die Anfänge der DLRG am Lippesee: »Wir sind 1970 hier mit einer Telefonzelle auf einem Krangerüst und einem Bauwagen angefangen. 1981 entstand dann das heutige DLRG-Gebäude.« Sieben Einsätze wurden in dieser Saison dokumentiert. Lossen: »Einmal hat sich jemand die Fußsohle am Steg aufgerissen und ein paar Angler wurden vom Hecht in den Finger gebissen.« Schwere Unfälle gab es nicht. Und wenn mal ein Segler kentere, werde schnell geholfen, das fließe aber nicht mehr in die Statistik ein.

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