Interessengemeinschaft bangt um Ansehen der Innenstadt
Alkoholverbot gefordert

Paderborn (WB/mai). Die Interessengemeinschaft Innenstadt macht sich für ein Alkoholverbot stark. Anlass sind laut Interessengemeinschaft Beschwerden von Anliegern und Passanten im oberen Bereich der Westernstraße, der Westernmauer und der Alten Torgasse, da sich der Bereich zu einem Treffpunkt für stark alkoholisierte, zum Teil übergriffige Personen entwickelt habe.

Dienstag, 08.10.2019, 11:01 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 11:04 Uhr
Die Interessengemeinschaft Innenstadt spricht sich für ein Alkoholverbot am Westerntor, der Westernmauer und der Alten Torgasse aus. Dort liefen Zechgelage gerade am Wochenende aus dem Ruder, ­meinen die Innenstadthändler. Foto: Oliver Schwabe

Die Interessengemeinschaft Innenstadt Paderborn hat sich zum Ziel gesetzt, die Attraktivität der Innenstadt und damit das Image der Stadt Paderborn für Einheimische, auswärtige Kunden und Touristen zu steigern. Mit der Neu- und Umgestaltung von Markt- und Domplatz, der Revitalisierung der Königsplätze und der Aufwertung des Paderquellgebiets habe die Stadt Paderborn, so die Sprecher der Interessengemeinschaft Astrid Hunstig, Antonius Linnemann, Peter Maul und Dr. Heinz Tegethoff, einen wichtigen Schritt getan. Der Ausbau und die Sanierung des an die Königsplätze anschließenden Bereichs zwischen Königsstraße, Westernmauer und Alter Torgasse sowie der Neubau des Stadthauses in den kommenden Jahren versprächen steigende Attraktivität der Innenstadt.

Stadt nimmt Situation noch einmal genau in den Blick

Das Quartier der oberen Westernstraße, Westernmauer und Alter Torgasse werde allerdings »zunehmend von Personen beherrscht, die durch ihr Verhalten die normalen Besucher abschrecken«, heißt es in der Pressemitteilung. Ordnungsamtsleiter Udo Olschewski, kann ein vermehrtes Aufkommen an Beschwerden aus dem Bereich allerdings bisher nicht bestätigen. »Wir gucken uns das zusammen mit der Polizei und weiteren Beteiligten aber noch einmal genau an und überlegen, ob und wenn ja welche Maßnahmen angebracht sind«, sagte er am Montag auf Anfrage.

»Es sind – vor allem an der Westernmauer – stark alkoholisierte oder aggressive, übergriffige und teilweise unter Drogeneinfluss stehende Personen, die dieses Gebiet zunehmend zu einem Angstraum werden lassen«, beschreibt die Interessengemeinschaft die Situation. Diese hinterließen vorwiegend an den Wochenenden und Feiertagen »Berge von Müll, zerbrochenen Flaschen, abgerissenen Mülleimern, Beschädigungen des Mobiliars der Außengastronomie und Parkbänken«. Das gelte besonders für die Bushaltestelle am Westerntor an den Wochenenden in den frühen Morgen- und späten Abendstunden.

Interessengemeinschaft fordert konsequentes Handeln

Auch die Bewohner dieses Bereichs litten unter den Bedingungen. Astrid Hunstig, Wohnungs- und Geschäftsinhaberin an der Westernmauer beklagt, dass im Bereich eines Backwarengeschäfts sowie des Eiscafés »regelmäßig in den Nächten auf den Tischen getanzt und über mehrere Stunden mit lauter Musik gelärmt« werde.

Gespräche der Interessengemeinschaft Innenstadt mit der Polizei und der Stadtverwaltung hätten bisher »leider noch keine wesentlichen Verbesserungen gebracht«. Die Sprecher der Interessengemeinschaft Innenstadt fordern »entschlossenes und konsequentes Handeln der Verantwortlichen«. So sollten die schon intensivierten Kontrollgänge durch Polizei und Boss-Wache weiter erhöht werden. Ein Alkoholverbot in diesem öffentlichen Raum solle durchgesetzt werden, da die öffentliche Ordnung und die Nachtruhe gestört würden. Auch der Einsatz von Videoüberwachung sollte geprüft werden.

Das Westerntor zähle zu den Hauptzugängen Paderborns, durch den Besucher, Gäste, Beschäftigte und Kunden in die Innenstadt gelangten. Die Sprecher der Interessengemeinschaft wünschen sich, »dass dieser Raum zu einem Bereich wird, wo sich Familien mit Kindern, Senioren, Frauen und Männer jedes Alters wohlfühlen und gerne aufhalten: zum Leben, Arbeiten, Einkaufen und Kommunizieren«.

Kommentare

Andreas  wrote: 10.10.2019 07:57
Warum nicht?
Ein generelles Alkoholverbot zu erlassen ist kein schlechter Gedanke. Aber mit der Umsetzung wird es eher schwierig. Ich persönlich denke das Möglichkeiten genug geboten werden um in der Stadt etwas zu trinken man muss nicht mit Dosen oder Flaschen an der Bushaltestelle "herumlungern". Ich beobachte es immer wieder das schon am Vormittag volltrunkene Personen am Westerntor lautstark ihre Meinung kundtun und dafür sorgen das sich die anderen Fahrgäste dort sehr unwohl fühlen.
padorbrunnor  wrote: 08.10.2019 12:31
Mal halblang
Ja, all die vielen Familien mit Kindern, die vornehmlich nachts unterwegs sind, wollen sich genau dort sicher fühlen, anstatt im Bett zu liegen...

"Angsträume" ist ein Unsinnswort, das seit jeher dazu dient, "gefühlte Sicherheit" und übertriebene "Law & Order" zu fördern. "Gefühlte Sicherheit" ist nur leider völlig nutzlos. Wichtig ist nicht, ob man sich sicher FÜHLT, sondern ob man sicher IST. Es soll im Leben schonmal vorkommen, dass man sich nicht sicher fühlt, obwohl überhaupt keine Bedrohung vorliegt. Auch "absolute Sicherheit" ist nicht garantierbar, weder mit einem lokalen Alkoholverbot (wann wird das ausgesetzt? zu Libori? wie wird das durchgesetzt? mit welchen Personalaufstockungen? etc.) noch mit Videoüberwachung (die sowieso praktisch wirkungslos in der Prävention ist und dabei dennoch in die Persönlichkeitsrechte unbescholtener Bürger eingreift). Klingt ganz so, als ob einige wenige Anlieger sich von bösen lauten dreckigen Mitmenschen gestört fühlen und sich mittels "Interessengemeinschaft" daran machen, ihre privates Problem aufzubauschen um es gelöst zu bekommen. Wäre doch gelacht wenn man nicht noch ein paar Kanonen mehr findet, um auf eine Schaar Spatzen zu schiessen.
Bernd  wrote: 08.10.2019 12:26
Schwachsinn
Absolut Schwachsinnig ein Alkoholverbot zu verlangen. Ich gehe auch häufig an den besagten Orten her und auch häufig nachts und ich kann sowas nicht bestätigen. Man sollte lieber im Paderquellgebiet mit den Drogis aufpassen aber da sagt keiner was weil es nicht um Umsatz geht.
Einziger Grund sowas zu fordern ist meiner Meinung nach Geld was angeblich durch diese Leute entgeht. Der Umsatz geht zurück weil die Läden uninteressant sind und alles überteuert. Selbst mit Alkoholverbot wird nicht mehr Umsatz generiert.
Sollte ein Verbot tatsächlich durchgehen ist es ein weiterer Einschnitt in die Freiheit der Menschen.
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